In Barkhorst und Retwisch entstehen neue Kita-Plätze
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Stormarn Barkhorst und Rethwisch schaffen 100 neue Kita-Plätze
Lokales Stormarn Barkhorst und Rethwisch schaffen 100 neue Kita-Plätze
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13:11 06.01.2019
Für den neuen Kita-Bau in Barkhorst wurde bereits das Feuerwehrgerätehaus abgerissen. Das Gleiche passiert mit der Alten Schule im Hintergrund. Quelle: Foto: Dorothea von Dahlen
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Lasbek/Rethwisch

Kita- und Krippenplätze sind nicht nur in den Städten Stormarns ein rares Gut. Auch Eltern in den Gemeinden des Amtes Bad Oldesloe-Land sind froh, ihre Lütten betreut zu wissen. Fast zeitgleich entstehen jetzt neue Tagesstätten im Lasbeker Ortsteil Barkhorst und in Rethwisch. Dort werden später nicht nur Mädchen und Jungen aus dem eigenen Dorf aufgenommen. Die Einrichtungen fangen auch den Mangel an Betreuungsplätzen in anderen Orten auf.

Alte Feuerwehr abgerissen

Mit dem Gedanken, die DRK-geführte Kita zu erweitern, hatten sich die Lasbeker Gemeindevertreter schon seit Längerem befasst. Sowohl im Elementar- als auch Krippenbereich fehlen dort Plätze. Doch herrschte lange Zeit Unklarheit darüber, inwieweit bestehende Gebäude weiter genutzt oder besser abgerissen werden sollten. Denn auf dem zur Verfügung stehenden Gelände befand sich außer einem intakten Neubau auch das nach der Auflösung der Barkhorster Feuerwehr frei gewordene Gerätehaus. Eine Kindergruppe war zudem in der Alten Schule, einem alten Backsteingebäude untergebracht. Erst ein Architektenwettbewerb lieferte die nötige Klarheit und ein überzeugendes Konzept, wie die Gemeinde den Ansprüchen einer modernen Kita gerecht werden könnte. Weder die Sanierung des Schulhauses noch der Umbau der Feuerwehr erschien da eine realistische Option. Stattdessen einigten sich die Gemeindevertreter auf einen Erweiterungsbau mit drei Gruppenräumen für Mädchen und Jungen im Elementarbereich, das mit dem schon bestehenden Trakt im hinteren Teil des Grundstücks durch einen überdachten Gang verbunden werden soll. „Wir hatten erst überlegt, das Feuerwehrgebäude zu integrieren. Das wäre alles wahnsinnig teuer geworden, so wie es oft ist, wenn man im Bestand baut“, rekapituliert Bürgermeister Harald Lodders.

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Umzug nach Lasbek

Mit dem Freiräumen des Baufeldes wurde schon begonnen. Das alte Gerätehaus ist inzwischen abgerissen worden. Dieses Schicksal wird in absehbarer Zeit auch das Schulgebäude ereilen, wenn erst wichtige Versorgungsleitungen, die durchs Haus laufen, abgekoppelt und getrennt verlegt worden sind. Die dort bis dato untergebrachten Kinder sind bereits übergangsweise nach Lasbek Dorf umgezogen. Bis ihr neues Domizil fertig ist, werden sie in der einer Wohnung im Dorfgemeinschaftshaus betreut, die ursprünglich zur Unterbringung von Flüchtlingen saniert wurde. „Das Land hat uns die Umnutzung der Räume gestattet. Die Kinder fühlen sich dort auch sehr wohl. Sie können im Garten herumtollen und auch unsere Turnhalle nutzen“, berichtet Lodders.

Kosten: 2,1 Millionen Euro

Der eingeschossige Neubau ist so konzipiert, dass er von der Barkhorster Straße betrachtet wie eine liegende 1 auf das bereits bestehende Kita-Gebäude zuläuft. Dies hat den Vorteil, dass die Eingänge beider Häuser vis-à-vis angeordnet sind. Besucher betreten den Erweiterungsbau später über eine kreisförmig angelegte Halle. Wenn alles fertig ist, entstehen in Barkhorst jeweils eine altersgemischte sowie eine Elementar- und eine Krippengruppe zusätzlich, sodass dann insgesamt Platz für 85 Kinder ist. Die Baukosten betragen nach aktueller Schätzung 2,1 Millionen Euro. Aus dem Topf der Regelfinanzierung, der sich aus Geld von Land, Bund und Kreis speist, sind der Gemeinde bereits 810 000 Euro zugesichert worden.

Rethwisch kam zu spät

Im „Windhundrennen“ um Fördermittel für den Kita-Bau haben die Rethwischer die aktuelle Ausschüttung knapp verpasst, wie Bauamtsleiter Ralf Maltzahn berichtet. Doch sei es nur eine Frage der Zeit, wann ein Bescheid über die in Aussicht gestellten 486 000 Euro eintreffe. In Rethwisch soll ein noch viel größerer Komplex mit 65 Plätzen errichtet werden, sodass eine altersgemischte, eine Krippengruppe und zwei Elementargruppen hinzukommen. Aufgenommen werden nicht nur Mädchen und Jungen aus Rethwisch, auch die benachbarten Gemeinden Meddewade, Westerau und Groß Boden haben Bedarf angemeldet und wollen sich finanziell an dem insgesamt auf 2,3 Millionen Euro veranschlagten Neubau beteiligen. Vertragliche Festlegungen dazu seien indes noch nicht getroffen worden, sagt Maltzahn. Die Planung für den ebenfalls eingeschossigen Bau stammen vom Reinfelder Architekturbüro Rickmers. „Es gibt vier Gruppenräume, schlicht, einfach, dörflich, ohne viel Schnickschnack“, umschreibt der Bauamtsleiter das Projekt.

Hinter der Krippe in Rethwisch entsteht ein neues Kitagebäude. Quelle: Foto: Dorothea von Dahlen

Vor fünf Jahren erst wurde in Rethwisch zusätzlich zur angestammten Kita eine neue Krippe eröffnet. Hinter dieser erstreckt sich jetzt ein hoch aufgeschichtetes Sandplateau als Gründung für inzwischen dritten Neubau. „Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgehen kann“, sagt Rethwischs Kita-Leiterin Simone Tuchlinski. Der Bedarf sei schon seit Längerem akut gewesen. Schön sei auch, dass nun im Keller der schon bestehenden Krippe eine richtig große Küche eingebaut werde. Dann könne für alle 125 Kinder täglich frisch gekocht werden. „Unsere größte Sorge ist, dass wir ausreichend pädagogisches Fachpersonal finden“, sagt die Kita-Leiterin. Denn die Anzahl der Erzieher erhöhe sich mit der Auslastung des neuen Hauses um mindestens acht. Bis dato arbeiten elf pädagogische Fachkräfte in der Rethwischer Kita.

Erdwärme und BHKW

Die Wärme für den gesamten Komplex in Rethwisch wird später über ein neues Blockheizkraftwerk geliefert, das die Oldesloer Stadtwerke dort bauen wollen. In Barkhorst hingegen wird für diesen Zweck eine andere umweltfreundliche Technologie zur Anwendung kommen. Dort soll später mit Erdwärme aus tieferen Gesteinsschichten geheizt werden.

Bedarf auch in Rümpel

Engpässe gibt es aber auch in Rümpel. Dort machen sich zurzeit die Gemeindevertreter darüber Gedanken, wie sie der verstärkten Nachfrage von Eltern auf einen Betreuungsplatz gerecht werden können. Eine zufriedenstellende Lösung ist laut Bauamtsleiter Maltzahn aber noch nicht gefunden worden.

Dorothea von Dahlen