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Stormarn In Stormarn spüren Störche Aufwind
Lokales Stormarn In Stormarn spüren Störche Aufwind
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20:10 06.08.2013
Mollhagen

Die Bewegungen wirken noch etwas klamm: Mit sichtbarer Kraftanstrengung fächert der vorwitzigste unter den Jungstörchen sein Gefieder auf und hüpft noch etwas unbeholfen in die Höhe. Es wirkt so, als klebten die einzelnen Federn zusammen und müssten mühsam gespreizt werden. Unermüdlich absolviert der Storch auf dem Horst in Mollhagen sein Flugtraining. Und nicht nur er. Auch seine beiden Geschwister setzen derzeit alles daran, um flügge zu werden. Lange wird es nicht mehr dauern, bis sich die Vögel mit ihren ausladenden Schwingen auf große Reise begeben.

Andreas Hack beobachtet das Treiben der Tiere voller Zufriedenheit. Denn so viele Jungtiere wie in diesem Sommer hat es seit 42 Jahren nicht mehr in Stormarn gegeben. Laut dem Storchenbetreuer, der sich im Namen des Naturschutzbundes (Nabu) um das Wohl und Wehe der Adebare im Südosten Stormarns kümmert, kehrten in diesem Jahr 24 Storchenpaare und damit zwei mehr als im Jahr 2012 aus südlichen Gefilden zurück. Von ihnen hat eine vergleichsweise hohe Quote für Nachwuchs gesorgt. „21 Storchenpaare zogen insgesamt 47 Junge auf. Das ist sensationell“, sagt Hack. Ihm zufolge gab es in den vergangenen Jahren durchschnittlich 18 heimkehrende Paare mit nur 31 Junge. Seit vier Jahren aber geht es offenbar aufwärts mit der Population.

Dass viele Paare Nachwuchs zeugen, ist jedoch nicht immer ein Garant für ein gutes Storchenjahr. Denn laut Hack sind die Jungen ganz erheblichen Gefahren ausgesetzt. In den Horsten staut sich bei lang anhaltendem Regen oft das Wasser. Nicht selten ertrinken die Jungvögel. Eine weitere Gefahrenquelle stellt das Nistmaterial dar, mit dem die Elterntiere alljährlich die Horste auffüllen. Nicht selten arbeiten sie Bindegarn von Stroh- und Heuballen mit ein, die schon oft zu Fallstricken oder sogar Galgen für Jungstörche geworden sind.

Dabei war es ausgerechnet der späte und heftige Wintereinbruch, der den Storchennachwuchs in diesem Jahr so üppig ausfallen ließ. Wie Hack berichtet, hatten die Elterntiere bei ihrem Rückflug aus den östlichen Winterquartieren in Polen, Bulgarien und Rumänien ganz schön zu kämpfen. Sie verloren sehr viel Zeit und trafen in Stormarn erst zwei bis drei Wochen später als üblich ein. Während der sehr regenreichen Phase Mitte Mai waren die Jungtiere zum Glück noch nicht geschlüpft. Die Eltern saßen noch auf ihren Eiern.

Und doch gab es Verluste. Wie Hack berichtet, kehrten die „Westzieher“, die in Spanien überwinterten, dagegen so früh zurück, dass ihre Brut während der Schlechtwetterperiode fast komplett zugrunde ging. Von den Verlusten waren die Horste in Seefeld und Todendorf betroffen.

Die üppigen Regenfälle hatten auf der anderen Seite aber ihr Gutes. Da sich Störchen vorwiegend von Amphibien, Würmern und anderem Kleingetier ernähren, die in Tümpeln und Pfützen leben, fanden sie einen reich gedeckten Tisch vor und schafften es, genug Junge durchzubringen.

Besonders erfreut zeigen sich Hack und seine Kollegin Kerstin Kommer, die für den westlichen Teil Stormarns zuständig ist, dass die Nester in Grönwohld und Groß Barnitz wieder besiedelt wurden. Ein neues Storchenpaar ließ sich auch in Bargfeld-Stegen nieder. Somit ist die Gemeinde auf dem besten Weg, als offizielles Storchendorf anerkannt zu werden. Fünf Storchenpaare sind das Minimum.

Für Aufregung sorgte ein in Not geratenes Küken in Groß Barnitz. Eines der Elterntiere war spurlos verschwunden und das andere fütterte den Nachwuchs nur sporadisch. Da brachten die Storchenbetreuer das Junge in den Wildpark Eekholt.

Im Oktober kommt wieder Arbeit auf Hack und seine Kollegin zu. Sie begeben sich auf Tour durch den Kreis und setzen schadhafte Nester instand. Das verdichtete Nistmaterial wird abgetragen und der Horst mit Hackschnitzeln befüllt, damit das Wasser besser ablaufen kann. Zudem werden gefährliche Plastiktüten und Stricke entfernt. Die Instandhaltung der Nester wird von der Kulturstiftung der Sparkasse finanziell unterstützt.

Dorothea von Dahlen

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