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Stormarn In der Aue sollen sich Fische wieder heimisch fühlen
Lokales Stormarn In der Aue sollen sich Fische wieder heimisch fühlen
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20:10 01.07.2015
Über die sanft plätschernde Sohlgleite können Fische ungehindert in die Aue wandern. Quelle: Albrod
Ammersbek

Die Aue ist ein Nebenfluss der Alster: Im Stormarner Verlauf trägt sie gleich vier Namen: Ammersbek, Hunnau, Aue und Gölmbach. Betreut wird das Gewässer ehrenamtlich von Hans-Jürgen Wriggers (65), Verbandsvorsteher des Gewässerpflegeverbandes Ammersbek-Hunnau, und einem Netzwerk von Helfern. „Es heißt, dass die Aue in der Eiszeit entstanden und etwa 17000 Jahre alt ist“, erzählt Wriggers. Seitdem ist viel Wasser den Fluss hinuntergeflossen, aber das nicht immer ungestört.

Schuld daran ist der Mensch. Für die Landgewinnung hat er Niederungen trocken gelegt, Flussläufe begradigt oder den natürlichen Lauf aufgestaut, um mittels Wasserenergie seine Mühlen anzutreiben. „So ist der Ahrensburger Schlossteich entstanden“, erklärt Wriggers. Dazu kommt die Landwirtschaft, die mit Dünger und Pflanzenschutzmitteln arbeitet, von denen Spuren in die Aue gelangen. Schleusen und Wehre wurden gebaut, und mit Ahrensburg und Bargteheide leiten zwei Kläranlagen das geklärte Wasser in die Aue ab. „Untersuchungen haben gezeigt, dass der Fluss teilweise Rückstände von 18 verschiedenen Medikamenten enthält“, so Wriggers. „Die Natur muss wieder Raum bekommen.“ Das verlangt die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union bis 2015, und dazu gehörte, dass der Fluss für Fische wieder gangbar gemacht wurde. Im nächsten Jahr wird es den Fischen noch besser gehen, dann soll auch der Sand aus dem Schlossteich verbannt werden. „Sand ist ein Leichentuch für Laich“, erklärt Wriggers, „Fische brauchen zum Ablaichen Kieselboden, an dem sie sich festhalten können.“

Zudem fehle eine Strömung, die den Tieren die Richtung zur Aue weist. Erreicht werden soll die durch Buhnen, die im Schlossgraben eingeschlagen werden. „Dazu kommt 2016 ein Versandungsbecken vor dem Einlauf in den Schlossteich, das den Sand auffängt“, kündigt Wriggers an. Zusammen fallen dafür weitere 450000 Euro aus EU-Mitteln an. Im Verlauf der Aue wurde zudem durch Wurzelstumpen die ursprüngliche meandernde Form des Flusses wieder hergestellt. Im sich schlängelnden Gewässer setzt sich nun in den Kurven der Sand ab und kann ausgebaggert werden.

22 Kilometer lang ist die Aue auf Schleswig-Holsteiner Gebiet, aber Fische gibt es dennoch kaum. „In Hamburg wird die Durchlässigkeit durch Schleusen unterbrochen“, sagt Wriggers, „dort müssen noch mehr Fischtreppen gebaut werden.“ Eine Verbesserung soll demnächst eine neue EU-Düngeverordnung schaffen, die die Düngezeiten einschränkt und damit die Gewässer schont. Die vielen Einzelmaßnahmen verbessern die Wasserqualität. „Wir haben 65000 Einwohner, Landwirtschaft und zwei Autobahnen im Einzugsgebiet der Aue“, so Wriggers, „das kann man nicht rückgängig machen.“

Aber andere Eingriffe in die Natur schon. Flussbarsch und Gründlinge leben schon im Fluss, gelegentlich ein Aal, ein Hecht und auch Stichlinge. „Das Wasser ist auf einem guten Wege“, sagt Wriggers.

„Nur 30 Prozent der Aue müssen vom Pflegeverband noch gepflegt werden.“ Bloß die Neunaugen sind nie wieder aufgetaucht, vielleicht kommen sie, wenn auch der Rest des Flusses ökologisch gesundet ist.

Ausgewachsen sollen sie einen Meter groß sein.

Großer Aufwand
Die Aufgaben des Gewässerpflegeverbandes Ammersbek-Hunnau sind vielfältig: Gewässerfläche 11462 Hektar; Gewässerlänge 146 Kilometer, ein Drittel davon ist in der Unterhaltung: 18 Kilometer davon mit Handmahd, fünf Kilometer mit einer Grundräumung, 35 Kilometer mit einem Mähkorb.

Bettina Albrod

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