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Stormarn Innovationspreis für Hof Rienhoff in Barnitz
Lokales Stormarn Innovationspreis für Hof Rienhoff in Barnitz
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15:44 20.09.2019
Die Präsidenten der Landwirtschaftskammer Ute Volquardsen (r.) zeichnete einen besonderen Tierhalter aus. Der Ehrenpreis für Innovationen in der Tierhaltung ging an den Betrieb Rienhoff in Barnitz. V.l. Josefin Heß, Hans-Christian Rienhoff, Hans Jürgen Rienhoff, Anke Rienhoff-Jensen, Ute Volquardsen. Quelle: Britta Matzen
Barnitz

„Ich freue mich wie Bolle! Unsere Schweine sind tatsächlich unsere Glücksschweine“, jubelte Landwirt Hans Jürgen Rienhoff aus Barnitz, der jetzt von der Landwirtschaftskammer für die erfolgreiche regionale Vermarktung seiner Fleischspezialitäten über Automaten mit dem Preis für Innovationen in der Tierhaltung ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung sei eine große Ehre.

Familie Rienhoff aus Barnitz wurde mit dem Preis für Innovationen in der Tierhaltung geehrt. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb besteht seit 1910 und wird in der vierten Generation geführt.

Die Präsidentin der Landwirtschaftskammer Ute Volquardsen war mit Gefolge aus Kiel angereist, um dem Barnitzer Schweinezuchtbetrieb die Auszeichnung feierlich zu übergeben. „Liebe Familie Rienhoff, es gibt einige wesentliche Fähigkeiten, die über Erfolg und Misserfolg in der Tierhaltung entscheiden: das richtige Händchen und ein gutes Auge für die Tiere, Tradition und Innovation im Einklang halten, das Denken in Generationen sowie Geduld und Beharrlichkeit und letztlich die Leidenschaft“, begann Volquardsen ihre Laudatio. Die genannten Fähigkeiten habe Hans Jürgen Rienhoff in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen. „Bestimmt auch mit einem Quäntchen Glück. Ihr Betrieb hat sich trotz nicht immer einfacher Rahmenbedingungen toll entwickelt.“

Tierwohl, Tierschutz und Tiergesundheit

An die heutige Tierhaltung würden vielfältige Anforderungen gestellt. Tierwohl, Tierschutz und Tiergesundheit seien bestimmende Themen unserer Zeit geworden. „Die Tierhaltung muss daneben aber auch arbeitswirtschaftlich und betriebswirtschaftlich attraktiv bleiben. Um diesen Spagat bewältigen zu können, bedarf es zum einen eines offenen und ehrlichen Dialogs mit den Verbrauchern“, so Volquardsen. Zum anderen erfordere es vor allem Betriebe, die neue und zukunftsweisende Denkansätze mutig und aktiv verfolgten. Dafür sei Hof Rienhoff das beste Beispiel.

Warum die Schweine nicht draußen suhlen

In den Offenställender Rienhoffs leben die Schweine in kleinen Gruppen. „In Wohngemeinschaften kann man sagen. Da fühlen sie sich am wohlsten“, sagt Hans-Christian Rienhoff. Sie haben verschiedene Lebensbereiche – einen Stall mit Spaltenboden und einen Bereich mit Stroh.

Möglichkeiten zum Draußensuhlengibt es nicht. „Das ist momentan sehr schwierig umzusetzen, weil das auch seuchentechnisch hohe Anforderungen hat. Der Boden ist hier in Barnitz außerdem sehr schwer und tonhaltig und deshalb für die Außenhaltung von Schweinen nicht geeignet. Aber ich will nicht sagen, dass es nicht irgendwann dazu kommt. Nur an diesem Standort nicht“, sagt Schweinezüchter Hans-Christian Rienhoff. Das Frischfleisch der Rienhoffs ist im Handel als Stallhaltung Plus kategorisiert.

Zusammen mit seinem Sohn Hans-Christian (28) entschied sich Hans Jürgen Rienhoff 2015 gegen weiteres Wachstum und hielt nach Alternativen Ausschau. „Immer nur wachsen, darin haben wir nicht mehr die Zukunft gesehen“, so der Bauer. Der Betrieb reduzierte seine Tiere: Er stockte von 300 Muttertieren auf 70 Sauen ab und konzentrierte sich auf neue Vermarktungswege für die Ferkel. Aus der Region, für die Region, so das Motto von Vater und Sohn.

Regionale Fleischspezialitäten aus dem Automaten

„Ihr Mut wurde belohnt. Sie vermarkten nunmehr sehr erfolgreich einen Teil ihrer Schweine als regionale Fleischspezialität über Automaten, sodass Kunden rund um die Uhr 24 Stunden und sieben Tage ihre Produkte kaufen können“, lobte die Präsidentin. Das Konzept kommt beim Verbraucher an. Aus einem ersten Automaten von 2016 sind mittlerweile vier geworden. Zwei stehen auf dem Hof in Barnitz/Benstaben, einer ist auf dem Gelände des Hagebaumarkts in Bad Oldesloe zu finden, ein weiterer in der Rathausstraße in Bargteheide.

„Unser Antrieb war schon immer, den Menschen zu zeigen, welche hochwertigen Produkte wir in der Region herstellen. Uns motiviert der direkte Kundenkontakt“, sagt der Barnitzer Schweinezüchter. In der heutigen Zeit sei es wichtig, mit den Verbrauchern wieder ins Gespräch zu kommen, betonte Ute Volquardsen. Die Kammerpräsidenten lobte auch Rienhoffs besonderen Blick für das Wohl der Tiere. „Ihr Platzangebot liegt über dem gesetzlichen Standard, und Sie lassen die Tiere unkupiert“, sagte Volquardsen bei der Übergabe des Preises.

Über 70 Zuchtsauen, 300 Ferkel und 500 Mastschweine verfügt der landwirtschaftliche Familienbetrieb Rienhoff, der bereits in der vierten Generation geführt wird. „Die Ferkel ziehen wir bis zur Schlachtreife auf und verkaufen sie dann“, so Senior Rienhoff. 10 bis 15 Prozent der Fleischproduktion würden aktuell direkt vermarktet. „Sie werden in Bad Oldesloe bei der Firma Schacht geschlachtet und bei der Firma Wetzel in Barnitz weiterverarbeitet.“ Der Wunsch der Rienhoffs ist, den Anteil der regionalen Direktvermarktung weiter zu steigern. „Das steht bei uns im Fokus, das wollen wir auf jeden Fall vorantreiben, um die Transportwege im Sinne des Tierwohls kurz zu halten. From the stable to the table, vom Stall zum Tisch, wie man auf neudeutsch sagt“, so Jungbauer Hans-Christian Rienhoff.

Durocs - die Gourmetschweine

Die Rienhoffs haben sich zudem an eine neue Rasse herangetraut. „Wir haben die Durocs aufgenommen.“ Braunes Fell, Schlappohren und die Ruhe weg – die Schweine, die Anfang des 19. Jahrhundert an der Ostküste der USA gezüchtet wurden, begeistern nicht nur die Rienhoffs, sondern auch die Gourmets. „Das Fleisch ist fein marmoriert und herrlich saftig. Wer das einmal gegessen hat, möchte nie wieder was anderes“, ist Junior Rienhoff überzeugt. Bei ihm kommen Duroc-Spezialitäten alle zwei Tage auf den Teller. „Ich esse einfach unheimlich gern unser Fleisch.“

Von Britta Matzen

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