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Stormarn EU-Abgeordnete Burkhardt: „Die Kommentare der rechten Abgeordneten sind unerträglich“
Lokales Stormarn EU-Abgeordnete Burkhardt: „Die Kommentare der rechten Abgeordneten sind unerträglich“
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11:48 26.09.2019
Schon auf der Travemünder Woche im Juli stand Delara Burkhardt den LN (mit Moderator Lars Fetköter) Rede und Antwort. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Bad Oldesloe

Für einige Tage ist die neue SPD-Abgeordnete im EU-Parlament Delara Burkhardt derzeit in Stormarn und Umgebung unterwegs, kommt am Sonnabend zum Kreisparteitag nach Großhansdorf. Die 26-Jährige hat ständig Termine in Brüssel und in ihrem Wahlkreis. Dieser ist ganz Schleswig-Holstein und damit sehr groß. Für die LN hielt Delara Burkhardt kurz mal inne.

Wie waren die ersten Wochen in Brüssel und was hat sie dabei am meisten überrascht?

Meine Zeit als neue Abgeordnete des Europäisches Parlaments war bisher megaspannend. Natürlich ist es auch anstrengend, wenn man von morgens bis abends von Sitzung zu Sitzung geht, hochinteressante Diskussionen führt, zwischendurch mit Presse oder Besuchsgruppen debattiert, sich erst einmal in den riesigen Gebäuden zurechtfinden muss und zwei Büros – im Parlament und in Kiel – komplett neu aufbaut. Aber ich kann Ihnen sagen, dass mir diese Arbeit unfassbar viel Spaß macht. Überraschend war vor allem, wie die Zeit rast und wie schnell man sich an das viele Reisen gewöhnt und das Pendeln zwischen Brüssel, Straßburg und Kiel.

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Welche Rolle spielt der Klimaschutz wirklich in den Debatten auf EU-Ebene?

Das werden wir noch sehen! Wir arbeiten als Parlament – streng genommen – erst seit knapp zwei Monaten. In den Debatten, die wir bisher geführt haben, war der Klimaschutz tatsächlich im Mittelpunkt: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die meiste Zeit ihrer Bewerbungsrede über Klimaschutz gesprochen. Der Umweltausschuss, dem ich auch angehöre, ist seit dieser Legislatur der größte Ausschuss. Aber die Zeit der Symbolik und großen Reden muss vorbei sein. Die Tausenden Menschen auf der Straße wollen Taten sehen. Dazu werden wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Parlament die für umwelt- und klimapolitischen Themen vorgeschlagene Kommissionskandidaten löchern und daran messen. Das steht jetzt gerade an. Ursula von der Leyen hat ihr Team vorgestellt; wir als Parlament befragen sie jetzt, ohne unser Einverständnis muss die Kommissionspräsidentin noch mal ran.

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Was konnten Sie persönlich schon anstoßen?

Es heißt immer, dass die EU so weit weg sei. Gemeinsam mit meinem Team arbeite ich hart daran, meine Arbeit transparent und verständlich zu machen. Ich bin überzeugt, dass ich durch meinen starken Fokus auf eine informative und erklärende Öffentlichkeitsarbeit, vor allen Dingen über soziale Netzwerke, viele junge Menschen mit ins Boot hole. Das Feedback – gerade aus Schulklassen aus Schleswig-Holstein – ist da immer sehr positiv. Mit meinem „Jungen Rat für Europa“ starte ich am Freitag an der Immanuel-Kant-Schule in Neumünster ein Projekt, das die Arbeit im Europäischen Parlament noch nahbarer machen soll. Statt nur vor Schulklassen von meiner Arbeit zu berichten, werden die SchülerInnen nach einem ersten Kennenlernen zu einem europäischen Thema im Unterricht arbeiten und mir ihre Politikvorschläge vorstellen. Dann sprechen wir gemeinsam drüber, was daraus werden kann.

Sind die Mitglieder der rechten Parteien wirklich so schlimm?

Es ist bezeichnend, dass Menschen in einem Parlament als Vertretung sitzen, das sie selber abschaffen wollen. Im Plenum ist es für mich immer unerträglich, dass die rechten Abgeordneten alles nur kritisieren, menschenverachtende Kommentare ablassen, aber selber nicht einen konstruktiven Vorschlag hervorbringen. Oft sind sie nicht mal anwesend oder nutzen die Sprechzeiten, die nach Fraktion verteilt werden. Mich erfüllt es mit Sorge, dass Menschen solche Parteien als Alternative sehen. Aber es treibt mich auch an, Politik mit Haltung zu machen und Lösungen für die vielen Herausforderungen, die wir in Europa haben zu entwickeln. Ich will nicht nur gegen etwas sein, sondern Menschen von einem gerechten, nachhaltigen und vielfältigem Europa überzeugen.

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Von mc

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