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Stormarn Jahrbuch stellt Stormarns Geschichte vor
Lokales Stormarn Jahrbuch stellt Stormarns Geschichte vor
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18:01 21.11.2018
Helmuth Peets (v.l.), Richard Krumm, Joachim Wergin, Burkhard von Hennigs und Johannes Spallek präsentieren das neue Jahrbuch. Quelle: Bettina Albrod
Jersbek

Wer kennt diese Kinder? Mit einem Fahndungsaufruf zu seinem Beitrag über die Malerin Else Wex im neuesten Jahrbuch für den Kreis Stormarn stellt Dr. Johannes Spallek schon die Fortsetzung sicher. Denn die Künstlerin, die einige Zeit in Bad Oldesloe lebte, hat 1932 zwei Kinder porträtiert, die aus Bad Oldesloe oder Umgebung sein müssen. Ihre Identität wäre ein Beitrag für das kommende Jahrbuch. Das aktuelle Jahrbuch des Heimatbund Stormarn erscheint zum 37. Mal in Folge und versammelt unterschiedliche wissenschaftliche Aufsätze zu Personen, Geschichte und Besonderheiten des Kreises Stormarn. Damit sollen zum einen die Identität des Kreises gestärkt, zum anderen Grundlagen für die Forschung geschaffen und zur Verfügung gestellt werden.

So hat Spallek im Zuge seiner Recherche neues, bisher unbekanntes Material zu Else Wex-Cleemann entdeckt. Die Künstlerin, die unter anderem Schülerin von Lovis Corinth war und zusammen mit Paula Modersohn Becker ausgestellt wurde, war mit einem Oldesloer Lehrer verheiratet. „Es hat sich herausgestellt, dass sie in der Zeit des Nationalsozialismus durchaus auf Seiten des Regimes stand“, so Spallek. „1937 malte sie ein ganzfigürliches Portrait von Hitler für das Oldesloer Gymnasium, das in „Horst-Wessel-Schule“ umbenannt worden war.“ Spalleks Beitrag will nicht urteilen, sondern dokumentieren. „Damals standen die Menschen vor der Wahl, mit dem Strom zu schwimmen oder ihre Existenz zu verlieren.“

Irrtümer der Geschichte

Gleich mit zwei Irrtümern räumen Oliver Auge und Günther Bock auf. Letzterer konnte nachweisen, dass in der Forschung Burg Stegen in Stormarn mit der Burg Stege auf der dänischen Insel Møn verwechselt wurde. Damit ist klar, dass König Waldemar IV. doch nie in Stormarn war. Oliver Auge räumt mit einer Urkunde auf, die zur 850-Jahr-Feier in Trittau führte, tatsächlich aber eine Fälschung ist. Anette Marquardt hat den Giftschrank der historischen Löwenapotheke in Bad Oldesloe untersucht, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht. „Welche Gifte waren Mitte des 19. Jahrhunderts in Apotheken erhältlich und zu welchem Zweck?“ ist eine Frage, der sie nachgegangen ist.

Flögels erste Schneeflockenbilder, ein unbekanntes Glasfenster in Trittau nach einem Motiv von Alfred Dürer oder der Glasmaler Karl Josef Hölle, von dem die Fenster im Herrenhaus Trenthorst stammen, sind weitere Themen im Jahrbuch, das auch das 40-jährige Bestehen des Stormarnschen Dorfmuseums und die Gründung des Heimatvereins Großhansdorf-Schmalenbeck vor 70 Jahren würdigt. 70 Jahre ist auch der Stormarner Schriftstellerkreis in diesem Jahr geworden.

Kreisjubiläum wirkt nach

„Das Thema 150 Jahre Kreis Stormarn wirkt in drei Beiträgen noch nach“, führte Helmuth Peets aus: Tanja Lütje berichtet über die Entstehung des zum Kreisjubiläum entstandenen Puppen-Theaterstücks „Wie das Licht nach Stormarn kam“ und über das Wimmel-Bilderbuch zum Kreis. Burkhard von Hennigs stellt unter dem Titel „Heimatschutz und Heimatschutzarchitektur“ zahlreiche markante Beispiele für diese besondere Architekturepoche im Kreisgebiet vor. Bernd Reher liefert die Fortsetzung zum abenteuerlichen Leben von Helmuth von Mücke, dessen Grab sich auf dem Ahrensburger Friedhof befindet.

Das Jahrbuch 2019

Das Jahrbuch 2019 des Heimatbund Stormarn ist von Verleger Richard Krumm gestaltet und von der Sparkassen-Kulturstiftung gefördert worden. Es hat 248 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen und kostet 15 Euro. Erhältlich ist es in allen Stormarner Buchhandlungen.

„Die Pflege des Plattdeutschen liegt dem Heimatbund Stormarn am Herzen“, betonte Helmuth Peets. „Deshalb finden sich auch im aktuellen Jahrbuch mehrere Beiträge in plattdeutscher Sprache.“ Volker Holm stellt die Rolle des Plattdeutschen in Stormarn vor. Peets dankte den 25 ehrenamtlichen Autoren für ihre Arbeit. „Seit drei Jahren ist das Jahrbuch Stormarn mit rund 240 Seiten sehr umfangreich“, erklärte Spallek. Damit sei auch die Themenbreite gewachsen. Die Vielfalt zeige sich bereits auf dem Titel, wo verschiedene Abbildungen neugierig auf den Inhalt machen.

Bettina Albrod

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