Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Kaffeeklatsch nostalgisch oder poetisch
Lokales Stormarn Kaffeeklatsch nostalgisch oder poetisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 21.08.2015
Nienwohld

Kaffeedurst, müde Beine? Zuweilen suchen Spaziergänger auf ihren Ausflügen vergeblich einen Hafen, um nach der Wanderung zu entspannen. In Nienwohld haben sie an Wochenenden während der Saison sogar die Qual der Wahl.

Ein antikes Bügeleisen beschwert die Speisekarte auf der geblümten Tischdecke im Dorfcafé. Chefin Anja Manka (49) in frisch gestärkter Schürze stellt noch rasch eine kleine Vase dazu. Die Blumen hat sie frisch aus dem eigenen Garten gepflückt. Bei schönem Wetter deckt sie draußen, doch gibt es im Innern des Cafés auch einiges zu entdecken. Willkommen in der guten Stube: Historische Fotos aus Nienwohld und der Umgebung zieren die Wände, alte Kaffeemühlen und historisches Spielzeug die Fensterbretter. Puppen wie aus Omas Zeiten lugen über den Rand eines floral bemalten Wägelchens hervor.

Den Kaffee serviert die Dame des Hauses in verschnörkelten Sammeltassen, jede von ihnen ein unverwechselbares Unikat.

Als Gegenstück zum Damenkränzchen findet sich im Café auch ein Eckchen mit gemütlichen Sesseln, wie geschaffen für den Plausch der Herren. Hier hängt altes landwirtschaftliches Gerät an den Wänden.

Sogar altes Torfgeschirr kann der Gast bestaunen.

„Das ist der rote Faden: Das Dorf und wie es früher einmal ausgesehen hat. Bei uns kann man prima entschleunigen“, sagt Anja Manke. In der Tat fühlen sich viele Gäste in alte Zeiten zurückversetzt, beginnen, Geschichten aus ihrer Kindheit oder von ihren Großeltern zu erzählen. Und kaum dass sich die Hausherrin versieht, bilden sich an den Tischen größere Runden. Selbst Menschen, die sich zuvor nicht kannten, sitzen zum Schnacken beieinander. Natürlich nicht, ohne ein Stück von der Heidelbeertorte oder dem ebenso selbst hergestellten Eis zu kosten. Dazu gibt‘s handgebrühten Kaffee.

Auf naturbelassene Speisen schwört auch Eilin Meseck. Ihr Café mit dem verträumten Namen Poesie liegt etwas außerhalb des Dorfes, hat deswegen aber nicht weniger Charme. Von der Terrasse schweift der Blick über die weite Landschaft bis zum Nienwohlder Moor. Von Zeit zu Zeit erheben sich ganze Schwärme von Kranichen aus den Wiesen. Kreischend ziehen sie über die Köpfe der Cafébesucher hinweg.

„Manchmal stehen hier abends 500 Wildgänse. Die Störche aus Bargfeld-Stegen kommen auch oft vorbei“, schwärmt die 47-Jährige.

Die Arbeit im Café nimmt die hauptberufliche Zahnarzthelferin ganz locker. Sie öffnet nur sonntags. „Alles andere würde in Stress ausarten“, sagt sie. Die Werbetrommel hat sie nicht groß gerührt, die Ausflügler finden auch so zu ihr. Radler aus der Gegend etwa, die rund ums Moor unterwegs sind, inzwischen auch viele Hamburger.

Entspannt lehnt sich die Gastgeberin in ihrem wettergegerbten Gartenstuhl zurück, der genauso einer Landfrauenzeitschrift entnommen sein könnte wie das andere Mobiliar. Laternen im Shabby-Chic-Stil oder leuchtende Sonnenblumen runden das Bild ab.

Eilin Meseck hat sich intensiv mit alternativen Ernährungsformen beschäftigt. Nahezu alles, was sie ihren Gästen anbietet, stammt aus eigener Herstellung und ist naturbelassen. Obstbäume und Beerensträucher liefern je nach Saison den Grundstoff für saftige Kuchen, wie etwa „Helgas Quarktorte“, deren Rezept sie von einer gleichnamigen Kollegin aus ihrer Zeit als Stewardess bekommen hat.

Zuweilen besucht sie den Ökolandgarten in Jersbek, um sich mit saisonalen Früchten einzudecken. „In meine Brownies kommt nur geschmolzene Schokolade, alles von Hand gerührt“, erzählt sie.

Nicht zuletzt verrät Eilin Meseck, weshalb ihr Café Poesie heißt: Sie liebt Sprachspiele und dichtet gern. Einige ihrer Verse hat sie auf gepresste Blütenblätter gedruckt, die sie demnächst rahmen und ausstellen will.

Dorothea von Dahlen

Es gibt einen neuen Standort für die Blutspendeaktionen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bad Oldesloe: Am 31. August und 1.

21.08.2015

Bereits 1969 wurde über einen Bau diskutiert. Aufgrund steigender Schülerzahlen sollte nur ein Lehrschwimmbecken entstehen. Daraus wurde dann das Schönaubad.

21.08.2015

Der CDU- Bundestagsabgeordnete lobte das Engagement der Unternehmer in der Region.

21.08.2015