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Stormarn Kann mich mein Hund mit Aids anstecken?
Lokales Stormarn Kann mich mein Hund mit Aids anstecken?
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14:56 25.02.2019
Nils Bollenbach hat gefragt: "Was wissen Schüler über AIDS?" Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

 Ist die rote Aidsschleife ein Warnsymbol dafür, dass jemand AIDS hat? Kann ich durch meinen Hund AIDS bekommen? Das sind zwei Fragen von insgesamt 15, die Elftklässler Nils Bollenbach im Rahmen seines Projekts für „Jugend forscht“ 332 Schülern der Klassenstufen acht bis zwölf am Bargteheider Eckhorst-Gymnasium gestellt hat. „90 Schüler halten die Schleife für ein Warnsymbol, 104 Schüler glauben, dass man auch von seinem Hund AIDS bekommen kann“, erklärt Nils Bollenbach. Er hat für sein Projekt die Antworten eines Fragebogens ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass noch mehr Aufklärung nötig ist.

Die Idee für sein Projekt bekam der Bargteheider, als zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember die Organisation „Jugend gegen Aids“ in der Schule zu Gast war. Der Verein will Jugendliche über die Gefahren sexuell übertragbarer Krankheiten aufklären. „Wir haben im Biologieunterricht das Thema Viren behandelt, und in dem Zusammenhang hat mich interessiert: Was wissen Schüler über AIDS?“ In Gesprächen habe er zuvor häufig gehört, dass junge Menschen beim ersten Mal auf ein Kondom verzichten wollten. Das habe ihm gezeigt, dass es Lücken bei der Aufklärung gebe.

Bollenbach entwickelte einen Fragebogen und ließ ihn von 332 Schülern an der Schule beantworten. „Die meisten wissen gut Bescheid“, so die Erkenntnis des Schülers, „es gibt aber auch noch Schüler, die wenig aufgeklärt sind, und das ist alarmierend.“ Hier könne man die Situation noch verbessern.

Nicht nur sexuelle Übertragung

„112 Schüler denken beispielsweise, dass man sich über Speichel infizieren kann, das stimmt aber nicht“, sagt Nils Bollenbach, der sich bei „Jugend gegen Aids“ als Peer hat ausbilden lassen. 18 Schüler waren der Meinung, dass die Anti-Baby-Pille vor AIDS schütze, 38 hielten die Unterbrechung des Geschlechtsverkehrs vor dem Orgasmus für einen sicheren Schutz vor der Krankheit.

In seiner Auswertung hat Nils Bollenbach nach Altersstufen unterschieden, aber auch in den Jahrgängen elf und zwölf habe es Antworten gegeben, die von Unwissenheit zeugten. „Manche meinen auch, Duschen nach dem Sex wäre ein ausreichender Schutz. Wir leben in Zeiten, wo das nicht mehr passieren darf“, findet Nils Bollenbach. Zudem sei das Thema sehr angstbesetzt. Ihm ist es auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass AIDS kein rein sexuelles Thema ist. Die Übertragung könne ebenso über Spritzen oder bei Unfällen erfolgen. Zum Thema gehöre zudem, darüber zu informieren, was im Falle einer Ansteckung zu tun ist und wo man Hilfe bekommt.

Schule hat „Jugend forscht“-AG

Die Schule steht hinter dem Projekt. „Aktionen wie diese erhöhen das Bewusstsein für ein Thema“, erklärt Lehrer Michael Schwarz. Es gebe bereits Programme wie die Beratung durch pro familia und die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung an der Schule. Beantragt sei auch, „Jugend gegen Aids“ zu etablieren. Zusätzlich freut sich Schwarz über das Engagement an der Schule. „In den Vorjahren haben wir gesehen, dass immer mehr Schüler bei „Jugend forscht“ mitmachen, in diesem Jahr sind es 15 Projekte.“ Dafür gebe es inzwischen eine eigene Arbeitsgemeinschaft am Eckhorst-Gymnasium. „Es ist wichtig, junge Menschen an das wissenschaftliche Arbeiten heranzuführen.“ Weitere Themen in diesem Jahr seien unter anderem die Untersuchung von Sonnenschutzmitteln, welche Pflanzen für eine Bienenweide am besten geeignet seien oder die Auswertung der schuleigenen Wildkameras.

Zahlen in Schleswig-Holstein

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember hat das Robert Koch-Institut neue Zahlen zum HIV/AIDS-Geschehen in Deutschland veröffentlicht. Im Jahr 2017 lebten etwa 160 Menschen in Schleswig-Holstein, die mit HIV infiziert sind, die Zahl der Neuerkrankungen lag bei fünf.

Nils Bollenach wird seine Umfrage am Freitag beim Regionalwettbewerb in Elmshorn vorstellen. „Man kann von einem Hund kein AIDS bekommen“, beantwortet er die Eingangsfrage, „Hunde haben ein anderes Immunsystem.“ Erschreckend sei, dass 90 Schüler das Toleranzsymbol der roten Schleife für eine Warnung hielten. Das Symbol komme falsch an, hier sei die ganze Gesellschaft gefordert.

Bettina Albrod

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