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Stormarn Ein Netzwerk gibt Sterbenden Sicherheit
Lokales Stormarn Ein Netzwerk gibt Sterbenden Sicherheit
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13:00 11.12.2018
Stellten die Arbeit des umfangreichen Netzwerkes vor: (v. l.) Angelika Reichel, Sabine Tiedtke und Heike Hartwig. Quelle: M. Thormählen
Bad Oldesloe

“Es existiert ein großes Netzwerk aus den Bereichen Hospiz und Palliativ. Wir können mit vielen zusammen und auch eng miteinander arbeiten“, erläutert Sabine Tiedtke, die Vorsitzende des Fördervereins Lebensweg. Er engagiert sich beim Bau eines Hospizes in Bad Oldesloe und stellt sich ebenso wie der ambulante Hospizdienst DaSein und das Palliativnetz Travebogen einer besonderen Herausforderung: Sterbenskranke und deren Angehörige auf dem letzten Lebensweg zu begleiten. Dabei wirken Hauptamtler und ehrenamtliche Helfer in enger Kooperation.

„Wir möchten die noch verbleibende Lebenszeit qualitativ erhöhen“, betont Heike Hartwig vom Travebogen. Bei dieser wichtigen Aufgabe kümmern sich hauptamtliche Beschäftigte – Ärzte und Pflegekräfte – um die Betroffenen. Vor allem bei Symptomen wie starken Schmerzen oder Luftnot sind die Hausbesuche unbedingt erforderlich. Dabei steht die medizinische Versorgung im Mittelpunkt, die durch die Krankenkassen finanziert werde. Außerdem, so Heike Hartwig, blieben die Angehörigen im Fokus, die bei der Versorgung Schwerstkranker oft belastet seien.

Begleitung auf dem letzten Weg

32 ehrenamtliche Helfer beim ambulanten Hospizdienst DaSein bilden die weitere Ergänzung im palliativen Netzwerk. „Wir bieten eine Sterbebegleitung an. Es geht um die soziale Ebene, eine Entlastung für den Patienten und seine Angehörigen. Sie führen dabei viele Gespräche“, erklärt Angelika Reichel. Den Menschen solle in einer sehr schwierigen Phase der Rücken gestärkt werden. Diese Unterstützung könne auch nach dem Tode fortgesetzt werden, wenn Angehörige das Angebot einer Trauerbegleitung in Anspruch nähmen. Bevor es zu diesem ehrenamtlichen Engagement komme, sagt Angelika Reichel, stehe für die DaSein-Helfer eine umfassende Schulung auf dem Programm. Sie dauert fast neun Monate.

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten und des großen Engagements, Kranken den Abschied zu Hause, in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen, stößt auch dieser Anspruch an Grenzen. „Wir müssen manches Mal erkennen, dass es zu Hause nicht mehr geht“, sagt Heike Hartwig. Dies sei der Fall, wenn keine optimale medizinische Versorgung garantiert sei oder die Belastung für Angehörige zu groß werde. Sabine Tiedtke weist auf eine Statistik hin: „Nur 20 Prozent sterben zu Hause.“ Eine weitere Versorgung in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen sei nicht immer möglich, weil diese Einrichtungen nur über eine begrenzte Anzahl von Palliativplätzen verfügten.

Doch der Weg für Sterbenskranke, die zu Hause nicht mehr versorgt werden können und deshalb in ein Hospiz ziehen möchten, ist meistens kein leichter. „Wir müssen die Betroffenen dafür anmelden, und zwar für Hospize in Lübeck, Hamburg oder in Mecklenburg“, schildert Heike Hartwig ihre Erfahrungen. „Es kann sogar bis zu drei Wochen dauern, bis es einen Platz gibt“, sagt Sabine Tiedtke.

Doch dann kann es schon zu spät sein – und auch aus diesem Grund unterstützen Travebogen und DaSein den Verein Lebensweg mit seinem eigenen Hospiz-Projekt. Denn auch für die Kranken, die ihre letzte Lebensphase in dem Neubau am Oldesloer Sandkamp verbringen wollen, kann es weiterhin eine Betreuung durch Mitarbeiter des Palliativteams und des ambulanten Dienstes geben. „Die Versorgung durch einen bekannten Arzt oder die Gespräche mit einem vertrauten ehrenamtlichen Helfer sind später für die Gäste auch bei uns möglich“, sagt Sabine Tiedtke vom Hospiz Lebensweg. Sie betont das Wort Gäste – mit dem Hinweis, dass der Begriff Hospiz auch Herberge bedeute: „Eine Begleitung auf der letzten Reise.“

Spenden bleiben wichtig

Gäste, die im Durchschnitt drei Wochen in einem Hospiz verbringen, können auch den unmittelbaren Schritt dorthin machen, ohne vorher die Angebote des Palliativnetzes oder des ambulanten Dienstes in Anspruch zu nehmen. Die Einweisung erfolgt nach einer ärztlichen Entscheidung. Um die Gäste, zunächst sind 16 Plätze in Bad Oldesloe geplant, kümmert sich nach den Worten von Sabine Tiedtke ein umfassend qualifiziertes Team: „Wir werden 25 Arbeitsplätze haben.“

Für den Neubau, der mit Kosten von rund 3,5 Millionen Euro veranschlagt wurde, ist die Grundsteinlegung am 20. Dezember vorgesehen. Die Einweihung soll Ende kommenden Jahres gefeiert werden. Nach Angaben der Lebensweg-Vorsitzenden muss noch eine Vereinbarung mit den Krankenkassen getroffen werden, die 95 Prozent der laufenden Kosten übernehmen sollen. „Anderenorts zeigt sich, dass es auch weniger sein kann. Deshalb sind wir weiterhin auf Spenden und ein großes bürgerschaftliches Engagement angewiesen,“ blickt Sabine Tiedtke voraus.

Hier gibt es Hilfe

Das Palliative-Care Team Süd des Stiftung Travebogen hat seinen Sitz am Sandkamp 2 in Bad Oldesloe. Informationen gibt es unter Telefon 0451/16085961, Mail mail@travebogen.de und Internet www.travebogen.de.

Der ambulante Hospizdienst DaSein für Bad Oldesloe und Umgebung hat sein Büro im Bürgerhaus an der Mühlenstraße 22. Informationen gibt es unter Telefon 04531/800750, Mai hospizbewegung-od@t-online.de und Internet www.hospizbewegung-od.de.

Michael Thormählen

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