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Stormarn Karpfenfest will Erfolg von 2018 toppen
Lokales Stormarn Karpfenfest will Erfolg von 2018 toppen
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21:32 15.02.2019
Bei bestem Wetter war mächtig was los auf dem Karpfenfest am Reinfelder Herrenteich. Quelle: Petra Dreu
Reinfeld

Karpfenfest 2018 – der Erfolg war gigantisch. Zehntausende Besucher aus dem ganzen Norden waren bei dem dreitägigen Event Anfang September zu Gast. „Wir haben 2018 im Vergleich zu 2017 insgesamt 30 Prozent mehr Zuspruch gehabt“, berichtete der Veranstalter Martin Huss diese Woche im Sozialausschuss. In diesem Jahr will der Event-Fachmann eine weitere Steigerung hinlegen.

Publikumsmagnet United Four

Einer der Höhepunkt des Karpfenfestes 2018 war das Feuerwerk am Freitagabend. „Das zog überregional Leute im fünfstelligen Bereich an“, berichtete Huss. „Das war aber auch grandios“, lobte der Ausschussvorsitzende Manfred Schönbohm (Wir).

Geschichte des Karpfenfestes

Begonnen hat die Tradition des Karpfenfestes 1951. Damals fand das Fest als großes Stadtfest mit Attraktionen, Vorführungen und Festumzug alle zwei Jahre statt. Zum Programm gehörten Tontaubenschießen, Clowns, Zauberer, Kasperletheater, Luftballonflug-Wettbewerbe, Abendkonzerte. Ein Feuerwerk gab es auch schon. Besonderes beliebt war der Festumzug, der Neptun gewidmet war. Jeder Bürgermeister bekam für seine Festherrschaft das Neptun-Zepter, den Dreizack, feierlich überreicht.

Einige Jahre bekam auch die Miss Germany einen besonderen Festwagen. Solange nämlich die Strumpffirma Opal die Misswahl sponserte, gehörte es zur Pflicht einer königlichen Schönheit sich in Reinfeld zu zeigen. Viele Jahre rollten sogar Sonderzüge aus Hamburg eigens für das Fest an.

Außerdem sei die Band United Four Publikumsmagnet gewesen. „Dass wir so eine Band hatten. Wahnsinn! Das war Ausnahmezustand. Es war drei Stunden nicht mehr möglich, an irgendeine Getränkebar zu kommen, so brechend voll war das“, schwärmte der Veranstalter.

Deutschlands größter Autoscooter kommt

Die Aussichten für 2019 sind ebenfalls rosig. So wird das Karpfenfest, das in diesem Jahr vom 30. August bis 1. September stattfindet, eine besondere Attraktion für Jugendliche anbieten. „Wir haben Deutschlands größten Autoscooter organisiert, er kommt direkt vom Hamburger Dom mit zwölf großen Trailern, 45 Tonnen Equipment und 30 Autos zum Karpfenplatz. Das ist ein Riesenteil“, verspricht Huss. Da sei schon der Aufbau spannend. „Da wird auf den Knopf gedrückt und die Anlage baut sich zu 90 Prozent allein auf.“

Gastronomisch soll es mehr Abwechslung geben. Neben Spitzenkoch Thorsten Hauck aus Hamberge und Casalinga aus Reinfeld kommen drei Foodtrucks aus Traventhal, die ausschließlich Produkte aus Schleswig-Holstein anbieten. „Außerdem ist der eine oder andere feinheimische Vertreter dabei.“ Zu 90 Prozent seien die Stände bereits vergeben.

Karpfen-Cup mit Tretbootrennen

Holzkünstler Tobias Pantwich und Tochter Pia sind große Fans des Karpfenfestes. „Das Prachtfeuerwerk am Freitagabend hat uns richtig begeistert. Das war ein tolles Spektakel." 2019 soll einer der Holzkarpfen des Künstlers der Pokal beim Karpfen-Cup werden. Quelle: Britta Matzen

Zur Ruderregatta am Freitag wird es erstmals eine Reinfeld-Ausgabe des Lübecker Rotspon-Cups geben. Die Idee: Bürgermeister Heiko Gerstmann oder ein Politiker aus der Stadt soll zusammen mit einem Azubi der Verwaltung gegen Teams aus Nachbarstädten oder -gemeinden antreten. „Sie sollen ein Tretbootrennen auf dem Herrenteich austragen. Oldesloe und Ahrensburg haben schon total Bock darauf“, sagte Huss. Auch einen echten Reinfelder Pokal soll es geben, nämlich einen riesigen Holzkarpfen vom bekannten Reinfelder Kettensägenkünstler Tobias Pantwich.

Allens ward op platt mookt

„Der Hauptact am Sonnabend wird Tin Lizzy sein, eine top 40-Band“, teilte Huss mit. Am Sonntag wird der große plattdüütsche Tag – allens ward op platt mookt. „Der NDR 1 wird hier sein. Außerdem reist Hör mal’n beten to-Star Werner Momsen an, und die Melker stellen ihr neues Programm vor, das auch im NDR übertragen wird.“

Premiere für neuen Teichpächter

2019 wird erstmals der neue Teichpächter Tim Schubert dabei sein. Martin Huss und das ganze Team vom Karpfenfest wollen alles tun, um den jungen Hessen bei der dreitägigen Party einzubinden und zu unterstützen.

Huss hofft, dass das Karpfenfest 2019 auch wieder ein grandioser Erfolg wird, schließlich trägt er das alleinige finanzielle Risiko des Karpfenfests. Rund 30 000 Euro hat er 2018 dafür in die Hand genommen. „50 Prozent werden refinanziert durch Standgelder. Die anderen 15 000 Euro kommen von Printmedien, Radiosender, Brauereien und Reinfelder Firmen.“ Ohne die Wirtschaft und die Firmen, die hinter dem Event stünden, würde es nicht funktionieren. „Die Stadtfeste in Bad Oldesloe, Ahrensburg oder Bargteheide haben alle Probleme mit der Finanzierung. Das ist hier nicht so. Das funktioniert bei uns richtig gut. Dadurch haben wir letztes Jahr auch die Möglichkeit gehabt, eine Band wie United Four zu bekommen.“

Erfolgreich dank vieler Unterstützer

Unterstützt wird das Karpfenfest von Vereinen und Organisationen aus Reinfeld. Unter anderem bringen sich ein der SV Preußen, der Runde Tisch, die Kirche und die Stadt. Huss: „Aber auch die Zusammenarbeit mit der Rudergemeinschaft ist super. Die Regatta hat eine große Fangemeinde. Und auch die Kirche macht nicht nur den Gottesdienst. Die sind auch wirklich bei der Planung des Events dabei.“ Positiv hervorzuheben sei auch die Kooperation mit der Polizei. „Wir haben so gut wie keine Schlägereien beim Karpfenfest dank der Unterstützung der Polizei.“

Aus der Region, für die Region – das ist das Besondere am Karpfenfest: Fast alles, was ausgeschenkt und verzehrt wird, wird aus der Umgebung bezogen. „Sämtliche Getränke kommen aus Reinfeld, Fleisch und Wurstprodukte kommen von der Firma Wetzel, alles, was es an Brot gibt, kommt von der Bäckerei Rohlf. Wir wollen, dass das Geld, was man beim Karpfenfest verdienen kann, auch hier bleibt“, so Huss.

Auch der Umweltschutz wird beim Karpfenfest großgeschrieben. „Wir haben Becher und Strohhalme aus Maismehl. Die kann man in eine Wassertonne legen und nach anderthalb Stunden löst sich der Becher einfach in Wohlgefallen auf. Das ist total klasse“, so Huss. Dennoch würden die Becher bepfandet und gesammelt. „Denn wir geben die Becher dort, wo wir sie beziehen, auch wieder zurück. Das hat sich sehr, sehr gut bewährt.“ Zu 50 Prozent würden sie auch Mehrweg anbieten. Doch vor der Bühne sei Glas aus Sicherheitsgründen nicht geeignet. „Wir haben eine Auflage vom Ordnungsamt bekommen. Gläser dürfen wir vor der Bühne wegen der Gefahr nicht verwenden.“

Britta Matzen