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Stormarn Kikeriki-Preis für Oldesloes Hühner
Lokales Stormarn Kikeriki-Preis für Oldesloes Hühner
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17:00 29.08.2019
Dietrich Schmidt mit seinem Hahn „Sumo". Quelle: Bettina Albrod
Bad Oldesloe

Kikeriki ist der letzte Schrei: Immer mehr Menschen begeistern sich für Hühner. Das war auch schon mal anders. „Vor 20 Jahren hatte der Verein für Geflügelzucht Bad Oldesloe nur noch zwölf Mitglieder“, erklärt der Vorsitzende Dietrich Schmidt. Damals schlief die Rassegeflügel-Schau ein, weil sich der Aufwand für die wenigen Leute nicht lohnte. Am 2. und 3. November wird es nach zwei Jahrzehnten Pause nun erstmals wieder eine Rassegeflügelschau geben: Wie Phönix aus der Asche haben sich die Hühnerfreunde erhoben, so dass der Verein heute 80 Mitglieder zählt, Tendenz steigend.

Küken im Brutofen ausgebrütet

„Wir freuen uns, dass der Verein wieder in Gang gekommen ist“, sagt Schmidt. In seinem Garten quakt und gackert es, und ein puscheliger Hahn joggt durchs Gehege. Schmidt züchtet die Rasse Zwergcochin, die gold-rotes Gefieder und Federpuschel an den Beinen hat wie ein Yeti. Dann bekommt der kleinere Hahn eins drauf, und die Hackordnung ist wiederhergestellt. Davor plantschen drei Entchen in einem Wasserbecken – Schmidt hat sie im Brutofen ausgebrütet, weil die Mutterente das Nest zu früh verlassen hatte. Im Hintergrund reckt eine große weiße Ente wissbegierig den Hals aus dem Teich.

Der Hahn ist ein Prachtexemplar. Quelle: Bettina Albrod

„Die Tiere sind immer neugierig und auf der Suche nach Essbarem“, erläutert Schmidt. Er füttert die frei laufenden Vögel mit Äpfeln, Mais und Salat, dazu kommt alles, was der Garten zu bieten hat, auch der Mangold, denn Schmidt eigentlich selber essen wollte. Ab und zu klettere ein Huhn auch schon mal seinen Rücken hoch und auf die Schulter, so Schmidt. „Man kann gut erkennen, dass sie unterschiedliche Charaktere haben.“ Zwei Hähne hält er im Garten, die er „Sumo“ und „Winnie“ getauft hat, und jeder hat seine eigenen Hennen. „Mit Hühnern hat man immer seine eigenen Eier“, sagt Schmidt, „die schmecken wegen des Futters besonders gut.“

Reiz des eigenen Frühstückseis

Das habe auch viele junge Familien dazu bewogen, sich Hühner anzuschaffen, als sie ins Grüne gezogen sind. Der Trend zur gesunden, regionalen Ernährung und der Reiz des eigenen Federviehs sowie der Selbstversorgung haben dazu geführt, dass der Verein wieder so viel Zulauf bekommen hat. „Viele sind in unseren Verein eingetreten, weil Hühner regelmäßig gegen die Newcastle-Krankheit geimpft werden müssen.“ Da bietet der Verein das Know-How. Zweimal im Monat treffen sich die Geflügelzüchter – ohne Hühner - und tauschen sich aus. Das Frühstücksei vom Rassehuhn ist attraktiv, und bei vielen Züchtern endet das Geflügel auch nach einiger Zeit in der Pfanne. „Das ist der normale Gang“, erklärt Schmidt, „wenn man die Tiere leben lässt, können sie zwölf Jahre alt werden.“

Er hat kein Hühnchen zu rupfen, denn die Vögel bleiben im Hause Schmidt am Leben, es sei denn, Habicht oder der Bussard schlagen aus der Luft zu. Netze über dem Gehege und ein Holzstall für die Nacht sollen natürliche Wilderer draußen halten. Hahn „Sumo“ steuert jetzt auf wolligen Beinchen die Holzhütte an, er will ins Bett. Ohne viel Federlesen schnappt Schmidt sich den Vogel noch fürs Foto, dann stolziert der Hahn ins Nest. Er muss früh schlafen gehen, denn im Sommer erklingt morgens um hab vier der erste Hahnenschrei. Hier auf dem Lande verhallt er zwischen Knicks, Blumenbeeten und dem nächsten Haus. „Die Nachbarn stört das nicht“, erzählt Schmidt, „es sind ja natürliche Geräusche. In Frankreich soll der Hahnenschrei nationales Kulturerbe werden.“

Zwei weiße Schwäne für die Trave

Ein besonderes Erbe hat auch die Stadt Bad Oldesloe: „1932 hat der Verein der Stadt zwei weiße Schwäne für die Trave geschenkt“, berichtet Schmidt. Die Wappentiere des Kreises sind vielleicht die Ahnen manchen Wasservogels, der heute auf der Trave paddelt. Schmidt arbeitet an einer Chronik in Schautafeln, die die Geschichte des Vereins für Geflügelzucht Bad Oldesloe und Umgebung, der 1896 gegründet wurde, erzählt. Dietrich Schmidt, seit drei Jahren Vorsitzender des VfGZ, bereitet schon lange die Schau vor. Die ist kreisübergreifend und der erste Schritt zur Vorbereitung der Kreisschau zum 125-jährigen Jubiläum des Oldesloer Geflügelzuchtvereins 2021. 60 Züchter sind bislang dabei, Interessenten finden auf der Internetseite der Gastgeber (www.vfgz-oldesloe.de) ein Anmeldeformular.

Der Garten von Dietrich Schmidt ist ein Geflügelparadies. Quelle: B. Albrod

Der Verein zeigt bei der Schau außerdem Wassergeflügel wie Braut- und Mandarinenten auf einem Schwimmteich, der extra angelegt wird. „So eine Schau ist zum Teil Expertentreffen, aber auch Ausflugsziel von Familien“, sagt Dietrich Schmidt. Vereinsmitglieder stehen an einem Infostand für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Eine Jury bewertet die Vögel nach festgelegten Standards. Verliehen wird neben den Auszeichnungen durch die Jury außerdem ein „Kikeriki“-Preis, den die örtliche Gärtnerei gestiftet hat. Zusätzlich hat die Stadt Bad Oldesloe einen Preis beigesteuert. Wer dabei sein will, braucht nicht mit den Hühnern aufzustehen: Eröffnung ist am 2. November um 14 Uhr.

Rassegeflügel-Schau

Die 7. Trave-Beste-Schau beginnt am Sonnabend, 2. November, um 14 Uhr in Follers Blumen- und Pflanzenwelt, Poggensee 1 a. Schirmherr ist Bürgermeister Jörg Lembke. Außerdem stellt der Verein eine kleine Chronik seiner Geschichte auf neun Schautafeln aus. Um 18 Uhr geht der erste Schautag zu Ende, am Sonntag, 3. November, von 9 bis 15 Uhr ist wieder geöffnet. Der Eintritt ist frei. Angeboten werden Erbsensuppe und Glühwein sowie eine Tombola.

Von Bettina Albrod

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