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Stormarn Anbau der Kita Sterntaler wird wesentlich teurer
Lokales Stormarn Anbau der Kita Sterntaler wird wesentlich teurer
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08:00 13.10.2019
Das sind die schäbigen Container, die jetzt durch einen Neubau ersetzt werden sollen. Die Mietcontainer waren vor sechs Jahren als Übergangslösung gedacht. Quelle: Britta Matzen
Klein Wesenberg

Klein Wesenbergs Bürgermeister Herbert David ist entsetzt. Die erhofften Fördermittel für den dringend erforderlichen Anbau der Kita Sterntaler bleiben aus. 600 000 Euro kostet der Anbau der Kita Sterntaler. Mit einer Förderhöhe von 75 Prozent hatten die drei Gemeinden, die sich Belegplätze und Kosten der Einrichtung teilen, gerechnet. Nun müssen die Kommunen den geplanten Bau komplett aus eigenen Haushaltsmitteln bestreiten.

Klein Wesenberg zahlt Löwenanteil

Klein Wesenberg ist am schlimmsten betroffen. Statt 67 500 Euro muss die Gemeinde nun 270 000 Euro aufbringen. Das sind 300 Prozent mehr. Auch für die Wesenberger und Barnitzer, die sich an der Kita Sterntaler beteiligen, sieht die Rechnung nicht besser aus. Statt 37 500 Euro Eigenanteil muss Wesenberg 150 000 Euro zuzahlen, Barnitz 180 000 Euro statt 45 000 Euro.

Die Kita Sterntaler ist ein interkommunales Projekt. Die Gemeinden Klein Wesenberg, Wesenberg und Barnitz teilen sich Belegplätze und Kosten. Quelle: Britta Matzen

„Das ist eine Katastrophe. Unser Anteil von 270 000 Euro entspricht etwa einem Viertel unseres Jahresbudgets“, rechnet Herbert David vor. In den kommenden zwei Jahren stünden in Klein Wesenberg noch weitere notwendige Investitionsmaßnahmen an. „Hierzu gehören vor allem die Aufwendungen für die Kanalsanierung, die Reparatur der Durchlässe in der Alten Dorfstraße, die Entsorgung des Klärschlamms und die Erweiterung der Freiwilligen Feuerwehr“, zählt Ernst Weise-Pnischak, Vorsitzender des Klein Wesenberger Finanz-, Bau- und Umweltausschusses, auf. Erschwerend komme hinzu, dass die Gewerbesteuereinnahmen in 2019 von geschätzten 34 000 Euro auf 500 Euro über den Nachtragshaushalt korrigiert werden mussten. „Das trifft unsere Gemeinde umso härter“, so Weise-Pnischak.

Finanzausschussvorsitzender Ernst Weise-Pnischak und Bürgermeister Herbert David (v.l.) machen sich Sorgen um die Finanzen von Klein Wesenberg. Dass der Kreis die Fördermittel nicht nach Dringlichkeit vergeben hat, finden sie ungerecht. Quelle: Britta Matzen

Kita Sterntaler ist interkommunales Projekt

Die Kita Sterntaler wurde 1995 von den drei Gemeinden Klein Wesenberg, Wesenberg und Barnitz als interkommunales Projekt gebaut. „Seitdem war ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen, und wir haben im Zuge dessen kontinuierliche Erweiterungen vorgenommen“, erläutert der Barnitzer Bürgermeister Hans-Joachim Schütt. Als vor sechs Jahren die Zahl der zu betreuenden Kinder erneut anstieg, kamen die Gemeinden dem gesetzlichen Unterbringungsauftrag durch eine Mietcontainerlösung nach. Ein Neubau kam nicht in Frage, da man damals davon ausging, dass die Zahl der Kinder in den folgenden Jahren wieder abnehmen würde. Das war jedoch nicht der Fall. Bis zu 70 Kinder werden seitdem in der Kita Sterntaler in vier Gruppen betreut.

Die grauen Container sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Von außen schäbig, von innen marode. Weise-Pnischak: „Das Amt Nordstormarn hat die Container in Augenschein genommen, das Ergebnis war niederschmetternd. Die Container sollten umgehend entsorgt werden. Das bedeutet, dass wir so schnell wie möglich mit dem Neubau beginnen müssen.“

Kritik an Fördermittel-Vergabe

Das Land hat dem Kreis Stormarn 2,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um den Ausbau von Kindertagesstätten voranzutreiben. Von dem Investitionsprogramm sollte auch die Kita Sterntaler profitieren. Das erhoffte man sich zumindest. Bereits im September 2018 bat der Klein Wesenberger Gemeinderat das Amt Nordstormarn auf Grundlage der Vorplanung für den Anbau der Kita, einen Antrag auf Förderung zu stellen. „Doch die zur Verfügung gestellten Mittel wurden vom Kreis nicht nach Dringlichkeit einer Maßnahme vergeben, sondern nach dem Windhundprinzip“, bemängelt Weise-Pnischak. „Wir landeten mit unserem Antrag auf Platz 22 und hatten damit keine Chance auf Förderung. Diese unkontrollierte Vergabe der Fördermittel ist nicht nachzuvollziehen und ungerecht“, empört sich Herbert David.

Schütt: „Anbau ist Investition in die Zukunft“

Hans-Joachim Schütt, Bürgermeister von Barnitz: "Wir haben gesagt, dass wir endlich mit dem Anbau der Kita zu Potte kommen müssen, egal, ob wir Fördermittel kriegen oder nicht." Quelle: Britta Matzen

Kita-Anbau, auch auf die Gefahr hin, dass es keine Fördermittel gibt – darüber hat auch der Barnitzer Gemeinderat abgestimmt. Ergebnis: „Wir haben die entsprechenden Beschlüsse in der Gemeindevertretung getroffen, sodass es endlich losgehen kann mit den Planungen und Ausschreibungen“, teilt Bürgermeister Schütt mit. Für die Gemeinde Barnitz sei die Maßnahme eine klare Investition in die Zukunft. „Kinder sind die Zukunft, und da müssen wir eben auch ein zeitgemäßes Angebot schaffen. Deswegen haben wir das vorangetrieben und gesagt, dass wir endlich zu Potte kommen müssen, egal, ob wir Fördermittel kriegen oder nicht“, macht Schütt deutlich. Zudem seien die Container als Übergangslösung gedacht gewesen und jetzt in so einem schlechten Zustand, dass eine bauliche Veränderung dringend erforderlich sei.

Von Britta Matzen

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