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Stormarn Feuerwehr rettet Bootsanleger
Lokales Stormarn Feuerwehr rettet Bootsanleger
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15:32 25.01.2019
Der Klein Wesenberger Kanuanleger war bis nach Lübeck geschwommen. Quelle: hfr
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Klein Wesenberg

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, sagt der Volksmund. In diesem Fall würde man auch gerne wissen, was der Reisende auf seiner Bootstour so erlebt hat. Denn diese hatte einige Spuren hinterlassen. Doch es bleibt sein Geheimnis, denn der Kanu-Anleger aus Klein Wesenberg war allein unterwegs ohne menschliche Begleitung – und schaffte es immerhin zehn Kilometer auf der Trave bis zur Lübecker Possehlbrücke.

Und das kam so: Das Sturmtief Benjamin drückte vor etwa zwei Wochen das Wasser der Trave gewaltig ins Inland zurück. Nicht nur in Lübeck war das Hochwasser besorgniserregend angestiegen. Auch im noch 15 Kilometer entfernten Klein Wesenberg stieg der Fluss so schnell und so stark an, dass der schwimmende Kanuanleger aus seiner Verankerung riss. „Am nächsten Tag war von dem teuren Stück nichts mehr zu sehen“, erzählt Pastor Erhard Graf. Alle Einwohner hofften, dass der Anleger irgendwo aufgehalten wurde und nicht schon auf der Ostsee dümpelt. Auf dem Neujahrsempfang der Freiwilligen Feuerwehr wurde schließlich beschlossen, danach zu suchen.

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So sah es im Sommer aus. Quelle: hfr

Nach wenigen Tagen konnte der Ausreißer gefunden werden. Die Baustelle an der Possehlbrücke in Lübeck war für die Klein Wesenberger ein Glücksfall, denn genau dort blieb der schwimmende Holzsteg hängen. „Immerhin ist er über zehn Kilometer auf der Trave und dem Travekanal unterwegs gewesen“, stellte Pastor Graf fest. Im Bootsclub gegenüber wurde der Anleger angebunden und wartete auf seine Rückkehr nach Klein Wesenberg.

Die war dann schwerer als gedacht, denn ein paar Rohre waren bei der wilden Hochwasserreise beschädigt worden, und es lief Wasser hinein. Doch die Kameraden der Feuerwehr schafften es trotzdem und brachten ihn jetzt am Donnerstag per Transporter auf dem Landweg wieder nach Klein Wesenberg.

Wenn die Schäden repariert sind, kann er im Frühjahr wieder seinen gewohnten Platz an der Trave einnehmen und für viele Kanufahrer wieder als Aus- und Einstiegstelle genutzt werden.

mc