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Stormarn Klein Wesenberg plant Siedlung für Senioren
Lokales Stormarn Klein Wesenberg plant Siedlung für Senioren
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14:00 21.07.2019
8100 Quadratmeter Fläche misst das Grundstück am Kirchberg 4 in Klein Wesenberg. Ein Wohnprojekt für das Alter mit zehn kleinen Häusern soll hier entstehen. Quelle: Britta Matzen
Klein Wesenberg

Vögel zwitschern, Blumen blühen, Bienen summen – es ist die reinste Idylle. Noch. Wenn die Baumaschinen anrollen, dürfte es damit vorerst vorbei sein. Klein Wesenberg plant ein neues Wohnprojekt für Senioren. Ein Bullerbü für die Alten sozusagen. Am Kirchberg 4 sollen zehn barrierefreie Häuser für Senioren entstehen. Das 8100 Quadratmeter große Wildnis-Grundstück, das zwischen dem Haus der Kirchengemeinde und dem Kindergarten liegt, hat die Gemeinde jetzt der Kirche abgekauft.

Großer Parkplatz für Veranstaltungen

1000 Quadratmeter davon sollen in einen Parkplatz umgewandelt werden. „Wir hatten immer Schwierigkeiten, Fahrzeuge unterzubringen, wenn bei der Kirche was Besonderes los ist. Auf den restlichen 7000 Quadratmetern wollen wir seniorengerechte Häuser bauen“, stellt Bürgermeister Herbert David die Pläne der Gemeinde Klein Wesenberg vor. Das Genehmigungsverfahren laufe bereits.

Wer wird schon gern ins Altersheim abgeschoben? Viele Senioren wollen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Klein Wesenberg möchte Gemeindemitgliedern genau das mit einem neuen Wohnprojekt ermöglichen.

Die Kirche hat das Grundstück verkauft

Zwei Jahre ist das Projekt schon in der Pipeline. Die Kirchenkreisverwaltung in Bad Segeberg musste dem Grundstücksverkauf zustimmen. „Segeberg hat zugestimmt. Aber nur unter der Maßgabe, dass die Gemeinde das Grundstück für seniorengerechtes Wohnen nutzt“, so David. Wie viel die Gemeinde für das Grundstück zahlen musste, möchte der Bürgermeister nicht verraten.

Das neue Wohnsiedlung hat für Herbert David eine besondere Bedeutung. „Das war mein Wunsch für die ältere Generation. Vor Jahren ist bei einer Befragung herausgekommen, dass viele Bürger auch gerne im Alter in Klein Wesenberg bleiben möchten. Wir hatten bislang nur keine Möglichkeit, irgendwo seniorengerechte Häuser zu errichten.“ Nun habe die Kirche der Gemeinde das Grundstück zur Verfügung gestellt.

Seniorensiedlung wie in Bosau

Eine Seniorensiedlung nach dem Vorbild des Uhlenbuschs in Bosau schwebt dem Klein Wesenberger Gemeinderat vor. Dort haben Caroline und Ulrich Reimann ihren Traum von einem Leben im Alter in der Gemeinschaft und mit Nutztieren zur Selbstversorgung umgesetzt. 33 Wohneinheiten als Alternative zum Altersheim.

Seniorendorf Uhlenbusch in Bosau

In Bosau am Plöner See haben sich Caroline und Ulrich Reimann einen Traum erfüllt. Sie haben ein Seniorendorf gebaut. Zu der kleinen Siedlung gehören 33 Wohneinheiten zwischen 70 und 90 Quadratmetern, ein Dorfhaus für alle mit einem Gemeinschaftsgarten und Weideflächen für Tiere. Die Bewohner können ihre Kreativität in einer Holz-, Metall oder Töpferwerkstatt verwirklichen. Ein Dorfladen ergänzt die Möglichkeiten.

„Der Uhlenbusch wird in erster Linie gebaut für Menschen, die ihre reguläre Lebensarbeitszeit abgeschlossen haben, die aber nicht den Rest ihres Lebens die Hände in den Schoß legen wollen, sondern noch aktiv ihr Leben gestalten _ und zwar so lange wie es nur möglich ist“, schreiben die Initiatoren auf ihrer Website. Voraussetzung sei, dass sich die Senioren grundsätzlich bereit erklärten, sich gegenseitig zu helfen.

Weitere Infos unter: www.uhlenbusch.org

Ebenerdig und barrierefrei

Wie in Bosau sollen in Klein Wesenberg frei stehende einzelne, Reihen- oder auch Doppelhäuser sein. „Jede Wohneinheit soll nur eine Fläche zwischen 60 und 70 Quadratmeter haben, nicht größer. Alles ebenerdig und barrierefrei, versteht sich“, sagt David. Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, mehr brauche man doch nicht im Alter. „Mindestens ein Parkplatz am Haus muss allerdings dabei sein. Denn einige wollen ja ihr Fahrzeug mitnehmen“, weiß der Bürgermeister.

Vor drei Wochen rollten Bagger an. Das Küsterhaus aus den 1960er Jahren, das auf dem Grundstück stand, wurde abgerissen. Es war marode, eine Sanierung wäre zu teuer geworden. Auch ein Knick wurde bereits angelegt – als Ausgleichsflächenmaßnahme. Doch bis die neuen Häuser stehen, kann noch etwas Zeit ins Land ziehen.

Genehmigungsverfahren zieht sich

Vor dem ersten Spatenstich muss noch das Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden. „Das läuft schon, das ist ja zum junge Hunde kriegen. Erst geht es von der Gemeinde zum Kreis, dann geht es vom Kreis zum Land.“ Dabei propagiere das Land, dass die Kommunen zusehen müssten, dass sie Wohnflächen und Wohnungen schafften. Nun sei die Gemeinde in dieser Sache tätig geworden und müsse dennoch so lange warten. „Aber da sind wir in Klein Wesenberg nicht die Einzigen.“

Dem Vernehmen nach soll Personalnot bei den Verwaltungen für das lange Prozedere verantwortlich sein. „Wenn das Genehmigungsverfahren durch ist, sucht die Gemeinde einen Erschließer“, so David. Eine Firma, die die Häuser baut, pachtet und an die Senioren weiter vermietet, könne man sich vorstellen. „Denn Eigentümer muss die Gemeinde bleiben.“ Das sei vertraglich mit der Kirche vereinbart.

„Hoffentlich erlebe ich das noch!“

Herbert David hat einen Herzenswunsch: Er möchte mit seiner Frau in die neue Seniorensiedlung im Dorf umziehen eines der kleinen Häuser beziehen. „Hoffentlich erlebe ich das noch!“, sagt der 85-Jährige. Denn zu Haus machen ihm die Treppen in den Keller und ins Obergeschoss mittlerweile doch ein wenig zu schaffen, auch wenn er für sein Alter noch topfit ist. Ebenerdig, seniorengerecht und trotzdem mitten im Geschehen der Gemeinde – das wäre ein Traum, nicht nur für den Bürgermeister.

Britta Matzen

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