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Stormarn Klimaschutz: Kreis Stormarn startet Bus-Offensive
Lokales Stormarn Klimaschutz: Kreis Stormarn startet Bus-Offensive
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20:00 10.09.2019
Der Zob von Bad Oldesloe, gleich daneben befindet sich der Bahnhof. Quelle: mc
Bad Oldesloe

Nach seiner ersten Ankündigung vor den Sommerferien lässt der Kreis nun Taten folgen und will den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) aufwerten. Dazu gehört zunächst die Übernahme der Kosten für Stormarns Nachtbuslinien sowie die Finanzierung der Stadtverkehre zu den Hauptzeiten in Bad Oldesloe, Bargteheide und Ahrensburg.

Bislang zahlen die Städte diese Linien zum Teil selbst. So nimmt Bad Oldesloe etwa nun 100 000 Euro in die Hand, damit die Linien des Stadtverkehrs alle halbe Stunde fahren. „Wir wollen jetzt aber den ÖPNV im Kreis weiter entwickeln“, sagte Gesa Dunkelgut (CDU), Vorsitzende des Verkehrsausschusses auf der jüngsten Sitzung. Daher auch die Übernahme der Kosten für die Nachtbusse.

Bislang zahlt der Kreis lediglich die Nachtbuslinie 619 zwischen Glinde und Oststeinbek, die täglich fährt und am stärksten genutzt wird. Die anderen Linien etwa in Bargteheide, Ahrensburg und Barsbüttel bis zu einer Schnellbahn-Anbindung in Hamburg finanzieren bislang die Gemeinden selbst.

„Das sind gemeindeübergreifende Linien. Da hat der Kreis eine Ausgleichsfunktion“, sagt Joachim Germer von den Grünen und war überrascht von der geringen Summe, die der Kreis in die Hand nehmen muss (rund 30 000 Euro jährlich ab 2020). Auch Reinhard Niegengerd (SPD) sprach von einem geringen Volumen. Am Ende gab es ein fast einstimmiges Votum für die Übernahme der Kosten durch den Kreis, lediglich die FDP enthielt sich.

Viel Geld für den Stadtverkehr

Eine lebhafte Debatte entwickelte sich um die Finanzierung des Halbstundentakts der Stadtverkehre vermutlich ab 2020. Landrat Henning Görtz (CDU) warnte: „Das wird dann fortan jedes Jahr richtig viel Geld kosten. Diesen Beschluss irgendwann wieder zurückzunehmen, wäre aber kontraproduktiv – vor allem vor dem Hintergrund der Klimaschutzdebatte.“

Julia Winkelmann von der FDP stieß ins gleiche Horn: „Wir haben eine Verpflichtung, mit dem Geld der Menschen vernünftig umzugehen. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung ist es gefährlich, die Kosten zu übernehmen.“ Den Kreis würde die Finanzierung etwa 412 000 Euro pro Jahr kosten. „Vor Jahren sind wir an den ÖPNV ran, um den Haushalt zu sanieren“, sagte Winkelmann weiter.

Dunkelgut: Autozeit neigt sich dem Ende

Gesa Dunkelgut (CDU) hielt dagegen: „Der ÖPNV hat heute eine andere Wertigkeit als früher. Die Autozeit neigt sich dem Ende, es gibt eine öffentliche Debatte um die Mobilität der Zukunft.“ Sie glaube fest daran, dass mehr Personen bei einem entsprechenden Angebot umsteigen.

Hamburg baut den Öffentlichen Nahverkehr extrem aus. Da müssen wir als Nachbarkreis mitgehen“, pflichtete ihr Joachim Germer (Grüne) bei. „Wir müssen attraktiv bleiben, damit die Bürger bei uns bleiben. Dafür benötigen wir einen starken ÖPNV und auch eine entsprechende Infrastruktur auf den Dörfern“, ergänzte Angela Batty (SPD). Es sei notwendig, den Busverkehr attraktiver zu machen, da der Individualverkehr an seine Grenzen stoße, sagte Martina Bornstein (Linke). „Wir sind der Kraftring Hamburgs und für Pendler eine gute Erreichbarkeit der Arbeitsplätze schaffen“, meinte Otto Kiehl (CDU).

Finanzausschuss entscheidet

Der Ausschuss stimmte mit deutlicher Mehrheit für die Finanzierung durch den Kreis, nur die FDP enthielt sich erneut. Das letzte Wort haben im nächsten Quartal die Finanzpolitiker im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2020.

Um Arbeitsplätze geht es auch beim dritten Punkt auf der Agenda, dem ÖPNV-Anschluss an neue Gewerbegebiete. Für die boomenden Flächen in Ahrensburg-Beimoor wurde dieser nun gleich verabschiedet, fast zeitgleich wurde vor Ort auch der neue Kreisel freigegeben. Damit soll zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember dieses Jahres sichergestellt werden, das Pendler aus der weiteren Umgebung mit Bahn und Bus ihre Arbeitsplätze erreichen. Die dort ansässigen Gewerbebetriebe und der dort entstehende Famila-Markt erhalten somit eine direkte ÖPNV-Anbindung.

Die neue Linie 169 wird zukünftig zu 100 Prozent vom Kreis finanziert. Sie fährt stündlich, zu den Hauptzeiten halbstündlich. Es gibt Anschlüsse am Bahnhof Gartenholz Richtung Bad Oldesloe und am U-Bahnhof West. Die heute von der Stadt Ahrensburg finanzierte Linie 469 geht infolge des neuen Konzeptes in die Finanzierung des Kreises über.

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Von Markus Carstens

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