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Stormarn Vom verspielten Dekor zum schlichten Bauhausstil
Lokales Stormarn Vom verspielten Dekor zum schlichten Bauhausstil
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16:32 28.05.2019
Florale Motive wie dieses zarte Blumenbild haben es Ines Henrich angetan. Auch sie stellt bei „Kontraste 11“ in Bad Oldesloe aus. Quelle: Privat/hfr
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Bad Oldesloe

Solides, aber auch künstlerisch ausgefallenes Handwerk findet stets einen Raum bei Almut Lembke. Die Oldesloerin öffnet über das um Himmelfahrt verlängerte Wochenende eine neue Werkschau mit Arbeiten zweier befreundeter Kunsthandwerkerinnen und Werken aus eigener Herstellung. Die nunmehr elfte Auflage von „Kontraste“ verbindet grafische mit textilen Kreationen. Geöffnet ist die Ausstellung von 30. Mai bis 2. Juni.

Florale Ranken in zartem Gespinst

Wie zarte Gespinste wirken die Handwebereien der Warnemünderin Ines Heinrich. Mit welligen Fadenläufen schafft sie Strukturen, lässt fantastische Miniaturlandschaften entstehen, in die Laubbäume eingebettet sind oder florale Ranken emporzuklettern scheinen. Insbesondere für ihre Gardinenbilder und filigran ausgestalteten Vorhänge ist die Handweberin weit über ihre Heimatstadt bekannt. Seit einigen Jahren experimentiert sie zudem verschiedenen Stoffarten, die sie kunstvoll in Collagen einwebt. 1960 in Grevesmühlen geboren, absolvierte Ines Heinrich eine Ausbildung zur Handweberin in der Kunsthandwerklichen Webwerkstätte von Katja Witt. Mit einem Meistertitel in der Tasche eröffnete sie 1986 ihr erstes eigenes Atelier. Heute firmiert sie am Georginenplatz in Warnemünde.

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Von der Bankkauffrau zur Künstlerin

Ina Fenske stellt ihre Grafiken auf der „Kontraste 11“ in Bad Oldesloe aus. Quelle: Privat/hfr

Mit einer Auswahl von Druckgrafiken nimmt Ina Fenske an „Kontraste 11“ teil. Eine kleine Odyssee, so scheint es, hatte sie hinter sich, bevor sie ihre eigentliche Bestimmung fand. Die aus Rehna in Mecklenburg-Vorpommern stammende Grafikerin begeisterte sich schon als Kind fürs Malen und Zeichnen. Doch das schlug sich nicht in ihrer beruflichen Laufbahn nieder. Bankkauffrau war nicht das, was sie glücklich machte. Der eigentlichen Passion ging sie in der Freizeit nach, besuchte Zeichenzirkel der VHS. Ihrem Ideal rückte sie für kurze Zeit näher, als sie eine Anstellung als Gestalterin in einem Schweriner Verpackungsmittelwerk fand. Nach der Grenzöffnung erfüllte sie sich den Traum und siedelte nach Lübeck über, dessen Kirchturmspitzen sie bei guter Sicht schon von Rhena aus im Blick hatte. Nach einigen Jahren in der Lohnbuchhaltung bei Draeger bei gleichzeitiger Ausbildung in diversen Kunstschulen, gab sich Ina Fenske letztlich einen Ruck. 2004 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und fungiert seitdem als Dozentin an der örtlichen Musik- und Kunstschule. Sieben Jahre später bezog sie ihr aktuelles Atelier in der Lübecker Glockengießerstraße. Einen Überblick über Vita und Werk sind unter www.inafenske.de/home.html zu finden.

Handweberin setzt Bauhaustradition fort

Auch die Initiatorin der Ausstellung ist mit ihren hochwertigen Webarbeiten bei der kleinen Werkschau präsent. Almut Lembke zeigt Decken, Kissen, Vorhänge und Möbelstoffe aus selbst gefärbten Garnen. Die 1945 in Ratzeburg geborene Handweberin absolvierte ihre Ausbildung in der Werkstatt von Rudolf Bartholl in Bad Oldesloe, der als Kunstmaler zur Webkunst kam und sich Zeit seines Lebens der schlichten Eleganz des Bauhausstils verpflichtet fühlte. Diese Tradition führt Almut Lembke fort. Sie ist Mitglied im Berufsverband Angewandte Kunst Schleswig-Holstein und beteiligte sich überwiegend an Ausstellungen im norddeutschen Raum wie etwa der Triennale des Kunsthandwerks auf Schloss Gottdorf.

Geöffnet ist die Ausstellung „Kontraste 11“ von Donnerstag, 30 Mai bis Sonntag, 2. Juni, jeweils von 11 bis 18 Uhr in der Lübecker Straße 61 in Bad Oldesloe. Parkmöglichkeiten gibt es hinter dem Polizeigebäude.

Dorothea von Dahlen

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