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Stormarn Familie Ewald und der Kampf gegen den Krebs: Hoffnung auf ein Wunder
Lokales Stormarn

Krebskranke Neele: Familie Ewald aus Hamberge hofft auf ein Wunder

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09:34 28.11.2020
Neele Ewald (7) geht es zum Ende der Bestrahlung ihres Hirntumors gut. Ihre Zeit zu Hause verbringt sie mit Basteln. Ihre selbst gemachten Seifen, Kerzen, Karten, Anhänger und vieles mehr verkauft sie am Sonnabend von 14 bis 16 Uhr vor dem Lübecker Rathaus. Der Erlös ist für ihre eigene Behandlung bestimmt.
Neele Ewald (7) geht es zum Ende der Bestrahlung ihres Hirntumors gut. Ihre Zeit zu Hause verbringt sie mit Basteln. Ihre selbst gemachten Seifen, Kerzen, Karten, Anhänger und vieles mehr verkauft sie am Sonnabend von 14 bis 16 Uhr vor dem Lübecker Rathaus. Der Erlös ist für ihre eigene Behandlung bestimmt. Quelle: Petra Dreu
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Hamberge

Das Schicksal der Hamberger Familie Ewald bewegt die Menschen in ganz Deutschland und darüber hinaus. Nachdem Vater Sebastian und der zehnjährige Jonas bereits dem Krebs erlegen sind und auch Mutter Stefanie an Krebs erkrankte, kämpft nun die siebenjährige Neele gegen einen unheilbaren Hirntumor. Dankbar ist die Familie für die große Anteilnahme und Unterstützung. Nach 25 Bestrahlungen geht es dem Kind momentan gut. Neele bastelt viel. Ihre Arbeiten verkauft sie am Sonnabend selbst vor dem Lübecker Rathaus. Der Erlös ist für ihre eigene Behandlung bestimmt.

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„Es gibt so viele Herzmenschen, die uns gar nicht kennen, die aber so viel tun, um uns und vor allem Neele zu unterstützen“, sagt Stefanie Ewald dankbar. Sie hat innerhalb von drei Monaten zuerst ihren Sohn und dann ihren Ehemann verloren. Einen Monat später erkrankte sie selbst an Brustkrebs. Momentan ist sie krebsfrei, dafür aber erkrankte Neele ein zweites Mal an Krebs. Dieses Mal ist es ein DIPG-Glioblastom am Hirnstamm. Unheilbar. Die Ärzte geben ihr noch zwei bis drei Monate. Durch die Teilnahme an einer Studie sind es vielleicht zwei bis drei Jahre.

Stefanie Ewald (r.), die selbst gerade eine Brustkrebsbehandlung hinter sich gebracht hat, wird derzeit von ihrer Schwester Melanie unterstützt, die mit ihren beiden Kindern vom US-Bundesstaat Oregon nach Hamberge gereist ist. Quelle: Petra Dreu

Hilfe aus den USA

„Wir klammern uns an jeden Strohhalm“, sagt Stefanie Ewald, die von ihrer Schwester Melanie unterstützt wird, die mit ihren beiden Kindern aus dem US-Bundesstaat Oregon nach Hamberge gereist ist. Sie hat in den USA bereits Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um Hilfe für ihre Nichte zu bekommen. „Es gibt verschiedene Studien, die sich mit genau dem Tumor beschäftigen, den Neele hat. Wir hoffen so sehr, dass sie an einer dieser Studien teilnehmen kann“, sagt Stefanie Ewalds Schwester.

Ob Neele überhaupt in Frage kommt, wird sich erst vier Wochen nach der letzten Bestrahlung zeigen, die nächste Woche sein wird. Dann werden neue Aufnahmen von Neeles Kopf gemacht, die zeigen werden, ob und wie der Tumor reagiert hat. Ungewiss aber bleibt, ob die Familie wegen der Covid-19-Pandemie überhaupt in die USA einreisen dürfte und ob die dortigen Krankenhäuser ein deutsches Mädchen behandeln, wenn so viele Amerikaner die Krankenhausbetten brauchen.

Hilfe für „Wunderneele“

Neele Ewald geht es momentan nach 25 Bestrahlungen gut. Sie bastelt zu Hause viel, stellt Seifen, Kerzen, Weihnachtskarten, Anhänger, Weihnachtsbäume und kleine Geschenkkartons her. Ihre Arbeiten verkauft die Siebenjährige am Sonnabend von circa 12 bis 14 Uhr an einem kleinen Stand vor dem Lübecker Rathaus. Der Erlös ist für ihre eigene Krebsbehandlung bestimmt.

Weitere Aktionen zur Unterstützung von Familie Ewald, insbesondere für die Finanzierung einer möglichen Studienteilnahme von Neele in Amerika oder in der Schweiz:

bei Facebook:„Wunderneeles Adventskalender“: Viele Firmen haben dafür teils sehr hochwertige Produkte gespendet. Jeden Tag wird um 9 Uhr ein Paket für das jeweilige Türchen auf Facebook hochgeladen. Für 5 Euro können Interessierte ein Los kaufen. Die Verlosung findet jeden Abend um 22 Uhr durch eine App statt.

Ebenfalls bei Facebook: „Team Ewald Hilfe für Neele“ Dort stellen zum Teil auch fremde Menschen selbst gemachte, hochwertige Sachen wie Kleidung oder Kunsthandwerk ein, die für Neele nach einem Bieterverfahren versteigert werden. Wegen der Facebook-Bestimmungen ist die Gruppe geschlossen. Für eine Teilnahme muss eine Freundschaftsanfrage gestellt werden.

Spendenplattform „Gofundme“ unter „Familie Ewald braucht Euch!“

Die große Hoffnung auf ein Wunder

„Wir hoffen auf ein Wunder“, sagt Stefanie Ewald, die ihre Tochter als „Mutmacher“ inzwischen „Wunderneele“ nennt. Den Namen hat die Siebenjährige ihrem Lieblingslied „Wunderfinder“ von Alexa Feser zu verdanken, die sogar über Facetime Kontakt zu Neele aufgenommen hat. „Darüber haben wir uns sehr gefreut. Aber auch für die große Anteilnahme und Aktionen, in die für uns fremde Personen viel Zeit investieren, sind wir unheimlich dankbar“, erzählt Stefanie Ewald.

Eine dieser Aktionen ist „Wunderneeles Adventskalender“, die Helena Zuckerzauber aus Edertal in Nordhessen auf Facebook ins Leben gerufen hat. Jeden Tag wird um neun Uhr ein Türchen eines virtuellen Adventskalenders geöffnet, das den Blick auf ein Paket aus hochwertigen Produkten freigibt, die die engagierte Mutter von vier Kindern von Firmen und Geschäftsleuten für die Aktion erhalten hat. Jeder, der dieses Paket haben möchte, muss bis 22 Uhr ein Los für fünf Euro kaufen. Eine App ermittelt dann den Gewinner. Über die geschlossene Facebook-Gruppe „Team Ewald Hilfe für Neele“ findet zudem ein Flohmarkt statt, auf dem Kunsthandwerk und Selbstgenähtes versteigert wird. Mitsteigern kann man nur nach einer Freundschaftsanfrage.

Selbstgemachtes von Neele vor dem Lübecker Rathaus

Auch „Wunderneele“ bastelt derzeit wie wild. Anfragen, ob ihre selbst gemachten Seifen, Kerzen, Anhänger, Tannenbäume und beklebten Geschenkschachteln verschickt werden, musste die Familie leider ablehnen. Wer etwas von Neele kaufen möchte, hat dazu lediglich am Sonnabend zwischen 12 und 14 Uhr vor dem Lübecker Rathaus Gelegenheit.

Von Petra Dreu