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Stormarn Wofür gab der Kreis einst am meisten Geld aus?
Lokales Stormarn Wofür gab der Kreis einst am meisten Geld aus?
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18:00 09.08.2019
Stefan Watzlawzik und Sarah Walter präsentieren einen Band, der zur Digitalisierung geschickt wird. Quelle: hfr
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Bad Oldesloe

Über Geld spricht man nicht. Eine Redewendung, die seit Jahrhunderten in aller Munde ist. „Dabei ist es doch gerade das, was interessant ist“, meint das Kreisarchiv Stormarn startet mit einem neuen Projekt, das zum Ziel hat, die vielfältigen Investitionen in der Region aus den vergangenen zwei Jahrhunderten einsehbar zu machen. Für welche Vorhaben gaben der Kreis sowie die Städte, Ämter und Gemeinden Geld aus? Und wie haben sich die Gemeinden infolgedessen entwickelt?

Diese Fragen werden durch das von der Sparkasse an das Kreisarchiv übergebene Vorstandsarchiv bald genauer beantwortet werden können. So wurden durch Bevölkerungsanstieg und Verstädterung beispielsweise der Ausbau von Straßen und Kanalisation sowie die Elektrisierung notwendig. „Allesamt Investitionen, die Stormarn nachhaltig formten“, sagt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. Heute gibt der Kreis mit Abstand am meisten Geld im Jugend- und Sozialbereich aus. Der Etat für 2019 liegt bei rund 315 Millionen Euro.

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Aber nicht nur die Kontostände des Kreises und seiner Kommunen lassen sich durch die alten Dokumente nachverfolgen. „Die Unterlagen geben auch Auskunft über die Kontobewegungen der kleinen Leute“, so Watzlawzik weiter. So sind in circa 150 Bänden die Einkünfte und Ausgaben von beispielsweise Dienstmädchen oder Schustergesellen von vor über 100 Jahren notiert: in tabellarischer Form und in feinsäuberlicher Handschrift.

Wirtschaftliches Handeln transparent machen

Unterstützt wird das Projekt mit 72 000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Damit werden die Dokumente aus dem Zeitraum von 1824 bis in die 1950er-Jahre gescannt und bald für alle Forschenden einsehbar. „So leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, den wirtschaftlichen Erfolg Stormarns transparent zu machen“, sagt Watzlawzik.

Schon mehrere Universitäten haben nach Angaben des Kreisarchivars ihr Interesse an den digitalisierten Unterlagen des Kreisarchivs angemeldet, darunter neben der Universität Hamburg auch die Unis in Aachen, Mannheim und Hohenheim. Die Dokumente zu analysieren und zu beforschen, sei insbesondere für Wirtschaftshistoriker von Interesse.

Insgesamt 25 Regalmeter – die Maßeinheit in Archiven – umfasst der Sparkassen-Bestand, darunter auch Fotografien von ehemaligen Filialen. Lediglich die Archive in Kiel und Mölln haben auch Unterlagen von Sparkassen, allerdings kleinere Bestände. Digital sind, zum Beispiel auf dem Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek, noch keine Dokumente von Sparkassen zu finden. Das wird sich nun ändern.

Die Geschichte der Kreissparkasse

Bereits 1824 gab es die ältesten Vorgänger der Sparkasse Holstein in Stormarn. Sie wurden mit dem Ziel gegründet, Wohltätigkeit und Gemeinnützigkeit zu bewirken. 1913 wurde die Sparkasse des Kreises Stormarn in Wandsbek gegründet. Insgesamt gingen etwa 15 einzelne Sparkassen in der Kreissparkasse auf, wie etwa die Sparkasse in Reinfeld (1842 gegründet) oder die Rethwischer Sparcasse (1854 gegründet).

Aufgrund der Gebietsabtretung durch das Groß-Hamburg-Gesetz 1937 mussten die verbliebenen Stormarner Sparkassen-Filialen in Hamburg schließen. In Folge dessen zog die Kreissparkasse 1942 von Wandsbek nach Ahrensburg und nur zwei Jahre später weiter nach Bad Oldesloe.

Stormarn-Lexikon wächst weiter

Nach der Autorenschulung für das digitale Stormarn-Lexikon im Januar sind die ersten Ergebnisse jetzt online einsehbar: 31 neue Artikel sind entstanden.

Inhaltlich wurde eine große Vielfalt erarbeitet: Bekannte Gebäude wie die Burg Arnesvelde, die Bismarcksäule in Reinbek, das Rathaus (Ortszentrum) Ammersbek, die Mühlen in Trittau, Braak und Grande oder das Sachsenwald-Hochhaus in Reinbek wurden beschrieben. Über die Flüsse Glinder Au und Corbek, die Illies’sche Rinne, das Eric-Kandel-Gymnasium und mehrere mittelalterliche Siedlungen in Stormarn kann man sich jetzt informieren.

Die Biografien von sechs Landräten, zwei Politikern, dem Künstler Peter F. Piening sowie Eduard Söring sind zu finden sowie eine Beschreibung des Kreissportverbands Stormarn. Neben den Texten sind Bilder, Akten, Pläne und vieles mehr aus dem Kreisarchiv eingebunden.

Wer Interesse an der Mitarbeit im Lexikon hat, kann sich für die nächste Autorenschulung am Sonnabend, 7. September, beim Kreisarchiv Stormarn per E-Mail an kreisarchiv@kreis-stormarn.de oder unter Telefon 045 31/160 15 14 anmelden.

Um 10 Uhr geht es im Kreistagssitzungssaal in Bad Oldesloe los. Es gibt eine umfassende Einführung in das Schreiben eines Lexikonartikels und einen spannenden Austausch mit Fachkollegen.

2006 schlossen sich die Sparkasse Ostholstein und die Sparkasse Stormarn unter dem Namen Sparkasse Holstein zusammen. Die Sparkasse engagiert sich von Beginn an für das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben in der Region. Aktuell gibt es 19 Stiftungen der Sparkasse Holstein wie die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn, die gemeinsam mit dem Kreisarchiv unter anderem das Stormarn-Lexikon aufbaut.

Hier finden sich die ersten zehn digitalisierten Bände

Von mc