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Stormarn Oldesloer Autor begeisterte mit „Elbtraum“ auf Leipziger Buchmesse
Lokales Stormarn Oldesloer Autor begeisterte mit „Elbtraum“ auf Leipziger Buchmesse
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08:43 28.03.2019
Der Oldesloer Krimiautor Klaus Spieldenner signiert seinen neuen Roman Elbtraum. Daraus las er auch auf der Leipziger Buchmesse vor.
Der Oldesloer Krimiautor Klaus Spieldenner signiert seinen neuen Roman Elbtraum. Daraus las er auch auf der Leipziger Buchmesse vor. Quelle: Dorothea von Dahlen
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Bad Oldesloe

Um viele positive Erlebnisse reicher ist der Oldesloer Krimiautor Klaus Spieldenner von der Leipziger Buchmesse zurückgekehrt. Sein neuer Roman mit dem pfiffig gewählten Titel „Elbtraum“, auf dessen Cover das Hamburger Chilehaus vor Gewitter schwangerem Himmel zu sehen ist, weckte offenbar das Interesse vieler Besucher.

Für den 64-jährigen Autor und Musiker, der erst spät angefangen zu schreiben, war es der fünfte Auftritt auf einer Buchmesse. „In Frankfurt war ich nur einmal und dann nicht mehr. Denn da dürfen nur die ganz großen Autoren lesen. Die Messe in Leipzig ist dagegen richtig kuschlig. Es gibt überall Lesecafés und Foren. Man trifft junge Leute, kommt mit vielen ins Gespräch“, erzählt Spieldenner. Zu seiner Überraschung tauchte an einem der vielen kleinen Lesetische ein bekanntes Gesicht auf. Es handelte sich um eine Fantasy-Autorin, die er im vergangenen Jahr während der BookOldesloe im Foyer des KuBs kennengelernt hatte. Wie er stellte auch die 21-Jährige Rostockerin ihre literarischen Ergüsse in Leipzig vor.

Kriminelle Grüße aus Bad Oldesloe

Anders als die ganz auf sich gestellte, junge Hobbyautorin genoss Spieldenner die Unterstützung des Verlags, bei dem inzwischen nun schon der siebte Fall seiner Protagonistin, Kommissarin Sandra Holz, erschienen ist. Abwechselnd mit anderen, unter Vertrag stehenden Autoren bot er dem Publikum einige Appetithäppchen aus dem aktuellen Hamburg-Roman. „Kriminelle Grüße“ hat er mit roter Farbe auf den Schnitt des Leseexemplars gestempelt. Aus den Seiten ragen immer noch die Reiter hervor, mit denen er die spannendsten Passagen markiert hat. „Ja, ich bin inzwischen professionalisiert, was die Lesungen anbelangt“, sagt Spieldenner lachend. Je nachdem, wie viel Zeit ihm zur Verfügung steht, wählt er 17 Minuten oder nur drei Minuten dauernde Textstellen aus. Mimik, Gestik und der passende Tonfall peppen das Ganze auf, sorgen für ein packendes Hörerlebnis. Schließlich klingt der brutal brüllende Gangster völlig anders als die Worte einer zarten Frau. „Ich steigere mich da richtig rein. Aber das macht schon sehr viel Spaß“, verrät der Autor. Und so ergeht es nicht nur ihm. Inzwischen wird Spieldenner deutschlandweit gebucht.

Regionalkrimis mit Lokalkolorit

Nach den Lesungen löchert ihn das Publikum gewöhnlich mit Fragen. Wie lange er für ein Buch braucht, ob er gleich als Autor auf die Welt gekommen ist oder wo er Ideen für seine Romane her nimmt, etwa. Was die Schauplätze seiner Krimis anbelangt, so ist Spieldenner durch und durch Naturalist. Die Szenerie und Atmosphäre seiner Bücher entlehnt er aus persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen. „Hamburg ist voller inspirierender Orte. Ich streife über alte Schrottplätze, verwahrloste, verlassene Plätze und manchmal denke ich bei mir: ’Um Gottes Willen, wenn da einer liegt. Gut, dass Du da wieder heil rausgekommen bist.’“, erzählt er Augen rollend. Auch was die Zeitumstände anbelangt, in die er seine Geschichten um Kommissarin Sandra Holz einbettet, legt der Autor großen Wert auf eine authentische Darstellung. Spieldenner: „Wenn vom G-20-Gipfel die Rede ist, müssen die Fakten schon stimmen. Ich sage dem Publikum immer: ’Den Pflasterstein, über den die Kommissarin im Buch stolpert, finden Sie in Wirklichkeit an der selben Stelle.“ Denn das sei im Gegensatz zum rein erdachten Plot ein wichtiges Merkmal eines Regionalkrimis, bei dem es um Lokalkolorit, um das Wiedererkennen von Bekanntem und Nachvollziehbarem gehe.

Mit diesem Genre hat Spieldenner offenbar den Nerv vieler Leser mit Schwäche für spannende Lektüre getroffen. Der 2017 erschienene Band der Reihe bricht aber alle Rekorde. „Elbtod“, auf dessen Titel prominent die Hamburger Elbphilharmonie prangt, ist bereits in siebter Auflage erschienen und auch der Band „Schuppen 10“, der Ende Februar 2018 auf den Markt kam, „läuft wie geschnitten Brot“, sagt der Autor.

Oldesloer Stadtschüler singen Hamburglied

Kaum ist sein neuestes Werk erschienen, lässt Spieldenner schon das nächste Projekt vom Stapel – den passenden Song zum Krimi. „Ich wollte immer schon ein Hamburglied schreiben. Als mir die Idee kam, wusste ich sofort, da müssen Kinder mitsingen“, erzählt der passionierte Gitarrist. Als er mit einem Freund aus Bad Oldesloe darüber sprach, waren die jungen Sänger schnell ausgemacht. Ähnlich wie beim bekannten Pink-Floyd-Song „Another Brick in the Wall“ ist nun auch auf Spieldenners Soundtrack ein Schulchor zu hören. Unisono schmettern über 30 Mädchen und Jungen aus der Oldesloer Stadtschule den Refrain: „Zuckerwatte auf dem Dom.“ Am 23. Mai werden sie sogar live mit diesem Song im Oldesloer KuB zu hören sein. Quasi als Vorband zu Spieldenners Lesung geben sie das Titellied zum Besten.

Dorothea von Dahlen

27.03.2019
27.03.2019