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Stormarn DRK-Institut in Lütjensee
Lokales Stormarn DRK-Institut in Lütjensee
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12:06 28.09.2019
Mehrfach umgebaut präsentiert sich das ehemalige Hotel heute recht modern. Hier ist seit 1960 der Blutspendedienst des Roten Kreuzes zuhause. Quelle: Norbert Dreessen
Lütjensee

Der offizielle Name lautet „Institut für Transfusionsmedizin“, doch in Lütjensee und weit darüber hinaus ist das große Haus an der Hamburger Straße seit Jahrzehnten eher als Blutspendezentrale bekannt. Das Rote Kreuz sorgt von hier aus dafür, dass 43 Krankenhäuser und weitere 70 Arztpraxen und sonstige medizinische Versorgungseinrichtungen in Norddeutschland zuverlässig mit Blutkonserven versorgt werden.

Dabei hat dieses Gebäude eine höchst wechselvolle Geschichte hinter sich. 1905 wurde es erbaut, erster Besitzer war Gustav Peemüller. Er schuf hier das elegante „Hotel am See“, das seinem Namen alle Ehre machte. Der Lütjensee ist in der Tat nur einen Steinwurf entfernt, und von den Gästezimmern aus und erst recht von der idyllischen Kaffeeterrasse aus blickte man auf das 33 Hektar große Gewässer.

1939 „ Landesführerschule

Schon 1910 gab es ein Großfeuer, bei dem das Hotel weitgehend ausbrannte, doch es wurde rasch wieder aufgebaut. Neuer Inhaber wurde Ernst Popp. In den folgenden Jahren fanden etliche Besitzerwechsel statt, bis der NS-Staat aktiv wurde und hier 1939 eine „Landesführerschule“ einrichtete. Diese Ausbildungsstätte diente unter anderem der SS und der Hitlerjugend.

Mediziner Karl Landsteiner

Den Blutspendienst des Roten Kreuzeswürde es ohne den Mediziner Karl Landsteiner überhaupt nicht geben. Der aus Österreich stammende und später in den USA arbeitende Forscher erkannte im Jahr 1901, dass die drei unterschiedlichen Blutgruppen A, B und 0 existieren und hat mit seinen Erkenntnissen dafür gesorgt, dass Bluttransfusionen möglich wurden.

Landsteiner entdeckte, dass die Blutübertragung zwischen Personen der gleichen Gruppe nicht zur Zerstörung der Blutzellen führte, wohl aber zwischen Personen verschiedener Blutgruppen. 1907 konnte die erste erfolgreiche, auf seinen Arbeiten basierende Bluttransfusion in einem Krankenhaus in New York durchgeführt werden. 1930 wurde Landsteiner, der sich auch in der Bekämpfung der Kinderlähmung international einen Namen machte, mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet. Näheres zur Blutspendezentrale findet sich im Internet unter www.blutspende-nordost.de

Ab 1944 wurde und wird das ehemalige Hotel nun unter verschiedenen Vorzeichen für medizinische Zwecke genutzt, zunächst als Lazarett für deutsche Soldaten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in den Zimmern dann britische Soldaten versorgt und betreut. 1947 richtete der Kreis Stormarn hier ein Krankenhaus ein, 1952 wurde es zu einem Kurheim für Tuberkulose-Patienten umgebaut und verfügte über immerhin 75 Betten.

Seit 1960 Blutspende

Drei Jahre später übernahm der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes das Haus am See, 1960 begann schließlich der DRK-Blutspendedienst mit seiner Arbeit. Bis 2011 gab es nur das Hauptgebäude, in dem Büros ebenso untergebracht waren wie die Labore, der Vertrieb und als Herzstück natürlich die Produktion der Blutkonserven. Dann kam ein Neubau hinzu, der Altbau wurde komplett renoviert und modernisiert.

Immer auf dem neuesten Stand zu sein, ist für die DRK-Experten in Lütjensee enorm wichtig, wie Susanne von Rabenau, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, erklärt: „Die Ansprüche an die Qualitätssicherung bei der Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen sind sehr hoch. Die Technik, die wir hier vorhalten, entspricht höchsten Anforderungen und ist an einigen Stellen einmalig in Europa.“

500 Blutspenden pro Tag

Damit die Versorgung gesichert ist, braucht das Institut in Lütjensee etwa 500 Blutspenden pro Tag. Sie werden in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg von insgesamt neun Teams abgenommen und dann in der kleinen Gemeinde in Stormarn verarbeitet. „Die Spendenbereitschaft ist in ländlichen Regionen weit höher als in großen Städten“, berichtet Susanne von Rabenau. 2100 Spendetermine an 650 Orten werden alljährlich angeboten, nur ist die Resonanz nicht immer so, wie sich das die rund 200 Mitarbeiter der Blutspendezentrale wünschen.

„Die Blutpräparate aus Lütjensee sind für viele Patienten überlebenswichtig. Wir können die Kliniken an 365 Tagen im Jahr zu jeder Tages- und Nachtzeit beliefern – aber natürlich nur, wenn wir zuvor genügend Spender gefunden haben“, so die Referentin. Sie hofft, dass künftig mehr Menschen darüber nachdenken, wie leicht man helfen kann, Leben zu retten, zumal jeder von uns jederzeit auch einmal eine Bluttransfusion benötigen kann.

Von Norbert Dreessen

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