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Stormarn Lärmbelästigung durch Fußballplatz
Lokales Stormarn Lärmbelästigung durch Fußballplatz
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15:46 07.09.2018
Monika Bade lebt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Preußen-Sportplatz. Sie ist genervt vom permanenten Lärm der Sportler. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

 Des einen Freud, des anderen Leid. Wenn die Kicker des SV Preußen fröhlich dem Ball hinterherjagen, sind Nachbarn schwer genervt. „Direkt vor meiner Tür sind laute, schreiende Fußballer. Es ist wirklich unerträglich“, sagt Monika Bade. Seit 1989 wohnt die Architektin in der Jahnstraße direkt hinter dem Fußballplatz des SV Preußen. „Anfangs, als wir hierher gezogen sind, war alles gut. Da war hier und da mal Sport, das fand ich überhaupt nicht schlimm.“ Aber mit den Jahren habe der Spiel- und Trainingsbetrieb stetig zugenommen. „Inzwischen haben wir den Lärm permanent. Wir können weder abends noch an Sonn- und Feiertagen entspannt auf unserer Terrasse oder im Garten sitzen.“ Den Lärm hörten sie selbst durch geschlossene Türen und Fenster.

Ein ständiges Grölen und Schreien

„Der Schulsport tagsüber stört uns gar nicht, die Kinder nimmt man gar nicht wahr. Aber die laut brüllenden Männer, die lösten Stress und Herzrasen aus und weckten regelrecht Fluchtreflexe.“ Es sei ein ständiges Grölen, Pfeifen, aggressives Schreien, „und dann die Wortwahl“, schildert Bade. „A....“ sei noch harmlos. „Irgendwann kann man auch nicht mehr weghören, weil man so vergrätzt ist“, so die Anwohnerin. Als besonders schlimm empfindet die Reinfelderin die Ungleichmäßigkeit des auftretenden Lärms. Lärm, zehn Sekunden Pause. Lärm, fünf Sekunden Pause. Lärm, 30 Sekunden Pause. „Das stresst einfach enorm.“ Doch es sei nicht allein die Ruhestörung, die von den Spielern ausgehe. „Wir leiden auch unter den geselligen Runden nach Spielende im Umfeld der Sportgaststätte, die von Brüllen, Schlachtgesängen und bassbetonter Musik begleitet sind. Mit fortschreitende Uhrzeit und Alkoholgenus nimmt der Krach noch zu“, so Bade. Schon des Öfteren sei die Polizei deswegen eingeschaltet worden.

Gleich hinter den Gärten der Jahnstraßen-Bewohner ist der Fußballplatz, der auch abends und am Wochenende bespielt wird.  Quelle: Matzen

„Wir haben den Lärm permanent“

„Für den SV Preußen ist es sicherlich toll, dass sie hier ihren Sportplatz haben. Aber wir wohnen hier. Wir kommen nicht nur ab und zu vorbei, machen Sport, schreien ein bisschen rum und fahren dann wieder nach Hause auf unsere ruhige Wiese. Wir haben hier den Lärm permanent.“ Vor knapp zwei Jahren wandten sich Anwohner aus der Jahnstraße mit einem Schreiben und einer Unterschriftenliste hilfesuchend an Politik und Verwaltung. „Ich habe den Brief und die Unterschriftenliste Bürgermeister Heiko Gerstmann überreicht und allen Parteivorsitzenden gemailt. „Aber irgendwie haben wir das Gefühl, wir wurden gar nicht gehört und nicht ernst genommen. Wir wollen uns ja nicht streiten mit dem SV Preußen. Aber wir wollen, dass die Interessen der Anwohner und der Sportler abgewogen werden.“ Zwar wurde damals auf Anregung der CDU ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben, aber erst auf Nachfrage erfuhr Monika Bade, dass ein Ergebnis vorliege. Demnach soll eine vier Meter hoher Lärmschutzwand errichtet werden, da der Schallimmissionsrichtwert des angrenzenden Spielfeldes über der erlaubten Grenze liege.

Nun stellt sich die Architektin die Frage, ob sich die ganzen Investitionen in die Sportplatzanlage überhaupt rechnen. „Ich finde, es muss jetzt mal eine ordentliche Kostenschätzung her. Wie teuer wird es, die gesamte Sportanlage komplett zu sanieren - inklusive Lärmschutzwand? Und wie teuer würde es, den Sportplatz zu verlegen? Und was passiert, wenn der SV Preußen Reinfeld aufsteigt und wir noch mehr Zuschauer haben? Kann die Sportanlage überhaupt erweitert werden? Strategien für die Zukunft seien gefragt. Auch im Interesse der Sportler sei das dringend nötig. Monika Bade: „Ich frage mich, ob die hier alles sorgfältig zu Ende gedacht haben.“ Schließlich gehe es um Steuergelder, die einfach verpufften, wenn falsche Entscheidungen getroffen würden.

380 bis 540 neue Wohnungen werden benötigt

„Bis 2030 muss Reinfeld 380 bis 540 neue Wohnungen bauen, hat der Bürgermeister im LN-nterview gesagt. Den Sportplatz zu verlegen und hier in 1-A-Lage mit Bahnhofs- und Innenstadtnähe Wohnungen zu bauen, bietet sich doch geradezu an“, so die Architektin. Nicht alle Anwohner seien davon begeistert, weiß Bade. „Manche befürchten, es könnte noch lauter werden. Andere haben Angst, dass die schöne Aussicht verbaut wird. Aber ganz ehrlich: Jetzt haben wir den Lärm und den Stress. Selbst, wenn dort eine vierstöckige Bebauung hinkommt, werden die Leute sicherlich nicht den ganzen Feierabend und am Wochenende permanent schreien. Und was die Aussicht betrifft: Was nützt sie mir, wenn ich sie nicht genießen kann.“

Britta Matzen

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