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Stormarn Lärmschutzwall an Reinfelds Sportplatz?
Lokales Stormarn Lärmschutzwall an Reinfelds Sportplatz?
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11:36 16.11.2018
Sportplatz Reinfeld: Vorne ist der Platz zu sehen, auf den der Spielbetrieb nach Sanierung verlagert werden soll. Quelle: Manfred Giese
Reinfeld

Adé Vuvuzela, Aus für die Trillerpfeife des Schiris, und nur noch leiser Torjubel: Der derzeitige Sportbetrieb auf dem Sportplatz zwischen Bischofsteicher Weg und Jahnstraße in Reinfeld ist zu laut. Zu diesem Ergebnis kommt ein Schallgutachten, das Bürgermeister Heiko Gerstmann am Donnerstag im Rahmen einer Anliegerversammlung vorstellte. Es schreibt außerdem eine drei Meter hohe Schallschutzwand zur Jahnstraße vor. Die Verwaltung hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem es Beschwerden wegen des Lärms am Sportplatz gegeben hatte. Rund 70 Anlieger waren der Einladung der Stadt gefolgt, um sich zu informieren und über geeignete Maßnahmen ins Gespräch zu kommen. Ein Lichtimmissionsgutachten fordert außerdem Abblendmaßnahmen beim Flutlicht.

„Das Schallgutachten hat ergeben, dass die Werte auf den Sportplätzen deutlich überschritten werden“, erklärte Heiko Gerstmann. „Deshalb sind organisatorische, bauliche oder technische Maßnahmen nötig, um den Schallschutz einzuhalten.“ Organisatorische Maßnahmen könnten sein, auf Trillerpfeife, Vuvuzela, Ratschen, Trommeln und Durchsagen zu verzichten. Trillerpfeifen seien am lautesten, sie müssten ganz und gar aus dem Trainingsbetrieb verschwinden. Außerdem verlange der Schallschutz, an Sonntagen zwischen 13 und 15 Uhr die Ruhezeit einzuhalten. Baulich fordere der Gutachter den Bau einer 190 Meter langen und drei Meter hohen Lärmschutzwand zur Jahnstraße. Die könne die Form eines begrünten Erdwalls haben und müsse drei Meter Abstand zu den Grundstücken einhalten.

Standort nicht in Frage gestellt

Bei der Lärmschutzwand seien auch noch andere Formen denkbar. „Die Verwaltung ist bei einem begrünten Erdwall zur Pflege der Bepflanzung verpflichtet“, gab Gerstmann zu bedenken, eine Glaswand sei aber nicht so effektiv und wesentlich kostspieliger. Beim Bau einer Lärmschutzwand erhalte das Sportgelände einen Bonus von 5 dB(A), da der Platz vor 1991 gebaut worden sei. Die Sportanlagen wurden 1920 eingerichtet und seitdem mehrmals saniert und erweitert. Der Bonus ermöglicht, dass der Platz weiter bestehen kann.

Dass der an seinem jetzigen Ort bleiben soll, hatten die Stadtverordneten im Dezember 2016 einstimmig beschlossen. Die Fraktionen bekräftigten ihre Entscheidung. „Wenn wir den hinteren Platz sanieren und hauptsächlich den nutzen, kann die Wand verhindert werden“, erklärte Jens Löper (WIR). Geert Harick (Grüne) hoffte, dass man sich ohne Gericht einigen könne, da das den Spielbetrieb lahm legen würde. Rolf-Jürgen Hanf (SPD) sprach sich dafür aus, mit den organisatorischen Maßnahmen auszukommen, und Lorenz Hartwig (CDU) betonte, dass man die Unterschriftenliste der Anwohner wegen des Lärms Ernst nehmen müsse.

Adelbert Fritz, Vorsitzender des SV Preußen-Reinfeld, unterstrich, dass mit 2100 Mitgliedern ein Viertel aller Reinfelder im Sportverein sei, davon über 500 als Fußballer. „Wir wollen organisatorisch gegensteuern“, versprach er, „wir wollen den Kunstrasenplatz bauen und damit den bisherigen Platz entlasten.“ Der jetzige Erdplatz sei nicht zu benutzen. Hier appellierte Fritz an die Stadt, einen Förderantrag zu stellen. „Der Hauptausschuss hat die Planung des Kunstrasenplatzes in Auftrag gegeben und will für 2019 einen Förderantrag stellen“, so der Bürgermeister. Allerdings sei wegen der Haushaltslage der Stadt nicht sicher, ob der Kreis eine Kreditaufnahme bewilligen würde.

Auch die Anlieger kamen zu Wort. „Den Lärm bei Spiel und Training nehme ich hin“, sagte Bernd Bremer, „der war schon da, als ich hinzog.“ Problem seien die Gruppen, die nach den Spielen laut bis Mitternacht feierten. Eine andere Nachbarin klagte, dass man wegen des Lärms nicht die Terrasse nutzen könne. „Man soll den hinteren Platz ertüchtigen und dafür auf die Lärmschutzwand verzichten.“ Auch die Überlastung des Parkraums bei Spielen wurde beklagt. „Wir wollen auf die Anwohner zugehen, das Feiern muss sofort aufhören“, gab Fußballspartenleiter Thorsten Rapp zu, „der Sport muss auf den hinteren Platz verlegt werden.“ Dort hat ein alter Bebauungsplan bereits Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen. Nach einer Verlegung müsse das Schallgutachten unter veränderten Bedingungen neu gemacht werden.

Die Präsentation der Gutachtenist unter www.stadt-reinfeld.de im Internet einzusehen.

Bettina Albrod

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