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Stormarn Leiche von Ivonne Runge gefunden
Lokales Stormarn Leiche von Ivonne Runge gefunden
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19:17 02.05.2019
Nach dem Fund einer Leiche hat eine Hundertschaft der Polizei bereits am vergangenen Freitag die Feldmark und ein Waldstück neben der viel befahrenen Hauptstraße in Hammoor durchsucht Quelle: rtn
Hammoor/Schlamersdorf

Aus der quälenden Befürchtung ist nun Gewissheit geworden: Bei der Leiche, die ein Landwirt am Donnerstag vergangener Woche in der Feldmark in Hammoor gefunden hat, handelt es sich eindeutig um die seit eineinhalb Jahren vermisste Ivonne Runge. Das haben die ermittelnden Behörden jetzt bestätigt.

Die Schlamersdorferin ist mutmaßlich Opfer eines Gewaltdelikts geworden. Gegen den dringend tatverdächtigen einstigen Lebensgefährten aus Rümpel, von dem sie sich aufgrund einer neuen Beziehung getrennt hatte, ist inzwischen Haftbefehl ergangen. Er befindet sich in der Justitzvollzugsanstalt Lübeck.

„Eine schreckliche Nachricht“

„Es ist eine schreckliche Nachricht. Andererseits sind wir erleichtert, dass jetzt Klarheit über das Schicksal von Ivonne Runge herrscht. Die Leute im Ort und auch in der Amtsverwaltung haben großen Anteil an dem Fall genommen. Ich kannte sie vom Sehen, aber nicht persönlich“, sagt Reinhold Pareike, Bürgermeister der Gemeinde Travenbrück. Die Arbeitskollegen hätten sich damals nach dem Verschwinden von Ivonne Runge große Sorgen gemacht und in der Gemeinde, aber auch in Bad Oldesloe und anderen Orten Steckbriefe aufgehängt, um nach ihr zu suchen. „Dass sie sich etwas angetan haben könnte, erschien nie plausibel. Es hieß immer, dass sie mit beiden Beinen im Leben stand und wusste, was sie wollte“, fügt Pareike hinzu.

War sei Ende Oktober 2017 vermisst: Ivonne Runge. Quelle: Polizei

Groß ist die Anteilnahme auch in den sozialen Medien. Viele Freunde und Bekannte geben ihrer Trauer über den nun offiziell bestätigten Tod von Ivonne Runge Ausdruck und wünschen ihrer Familie in dieser Situation viel Kraft. „Sie war liebenswert, freundlich und immer hilfsbereit“, schreibt eine ihrer Freundinnen auf Facebook fassungslos. Für die nahen Anverwandten sei es eine Erleichterung, dass sie endlich Abschied nehmen könnten, heißt es in einem anderen Post.

Handydaten erhärten den Verdacht

Gegen den Inhaftierten, mit dem Ivonne Runge eine Tankstelle betrieb, wurde bereits seit November 2017 ermittelt. Wie sich anhand eines WhatsApp-Chats rekonstruieren ließ, hatte er die 39-Jährige in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober um ein Treffen gebeten, da er angeblich mit ihr über Geschäftliches reden wollte. Runges neuer Freund, der davon wusste, hatte besorgt die Polizei eingeschaltet, nachdem sie nicht mehr erreichbar war. Gegenüber den Ermittlungsbeamten hatte der Tatverdächtige angegeben, er habe seine Ex-Freundin mit ihrem Auto zurück nach Schlamersdorf gefahren und sie an der Bushaltestelle aussteigen lassen. Am nächsten Tag habe er sie abholen und zur Arbeit bringen wollen, gab der Mann damals zu Protokoll. Da sich der Verdacht auf ein Tötungsdelikt seinerzeit nicht erhärten ließ, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein Fall für „XY . . . ungelöst“

Aktenzeichen XY. . . ungelöst“hatte den Fall von Ivonne Runge ein Jahr nach ihrem Verschwinden aufgegriffen, mit dem Ziel, eine größere Öffentlichkeit herzustellen und so weitere Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Dabei wurde nicht nur der genaue Ablauf in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2017 szenisch nachgestellt, thematisiert wurde auch das auf mysteriöse Weise, drei Monate nach dem Verschwinden aufgetauchte Handy von Ivonne Runge. Es lag an der Bushaltestelle in Schlamersdorf, also in einem Bereich, den die Polizei bereits gründlich mit Diensthunden abgesucht hatte.

Für Hinweise im Fall der Vermissten hatte die Lübecker Staatsanwaltschaft 5000 Euro ausgelobt.

Nach dem Fund der Leiche nun hat der Anfangsverdacht gegen den Ex-Freund jedoch neue Nahrung bekommen. Denn die Standortdaten seines Handys, welche die Polizei schon 2017 ermittelt hatte, zeigten deutlich, dass er sich in besagter Oktobernacht in Hammoor aufgehalten habe, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft Lübeck. „Wir haben damals im Rahmen einer Suchaktion auch in größerem Radius um diesen Bereich gesucht, auch mit Hubschraubern und Wärmebildkamera. Das hatte aber kein Ergebnis gebracht“, berichtet die ermittelnde Staatsanwältin Dr. Ulla Hingst. „Wir waren sogar bis auf 200 Meter an die Fundstelle herangekommen. Es war aber wie die Suche im Heuhaufen. In einem ländlichen, so groß bemessenen Bereich hat man schlechte Karten.“ Damals hatten umfangreiche Suchmaßnahmen trotz des Einsatzes von Leichenspürhunden nicht zum Auffinden der Frau geführt.

Obduktion bringt keine Anhaltspunkte

Auf die Frage, weshalb sich die Staatsanwaltschaft schon zu Beginn der Ermittlungen ziemlich sicher war, dass ein Tötungsdelikt vorlag, mochte Dr. Hingst aus ermittlungstaktischen Gründen nicht eingehen. „Wir befinden uns ja immer noch in einem laufenden Verfahren, und das könnte vereitelt werden“, sagte sie. Ihr zufolge macht der Beschuldigte von seinem Schweigerecht Gebrauch und hat sich nicht mehr zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäußert. Sollte er schuldig sein, ließe er sich also nur mittels Indizien überführen.

Und so bleiben noch etliche Fragen in diesem Fall ungeklärt. Was etwa hat die spurentechnische Untersuchung des Fahrzeugs ergeben, mit dem B. in der Nacht unterwegs war und – was mysteriöser erscheint – auf welche Weise kam Ivonne Runge überhaupt zu Tode. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft hat die Obduktion der Leiche keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben.

Und wie geht es jetzt weiter? „Wenn wir unsere Ermittlungen abgeschlossen haben, entscheidet das Landgericht Lübeck über die Anklage. Ich gehe davon aus, dass dies innerhalb der nächsten drei Monate geschieht“, sagt Staatsanwältin Dr. Hingst.

Ab wann gilt ein Mensch als vermisst? Kann jeder jeden als vermisst melden? Wie genau geht die Polizei bei der Vermisstensuche vor? Wenn eine Person verschwindet, sind die Menschen in ihrem Umfeld häufig ratlos. Die Lübecker Nachrichten haben mit den Beamten gesprochen und die wichtigsten Fragen geklärt.

Dorothea von Dahlen

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