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Stormarn Lkw-Kontrollen: Viel Arbeit für die Polizei
Lokales Stormarn Lkw-Kontrollen: Viel Arbeit für die Polizei
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09:01 15.04.2014
Wasser für die Fische: Die Feuerwehrleute sorgten für eine kurze Erfrischung.
Wasser für die Fische: Die Feuerwehrleute sorgten für eine kurze Erfrischung. Quelle: Polizei
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Bad Oldesloe

Insgesamt 24 Polizeibeamte und mehrere Zöllner haben am Sonntag auf den Autobahnen 1, 20, 21 und 24 sowie einigen Bundesstraßen den Güterverkehr systematisch kontrolliert. Vorrangig ging es dabei um Verstöße gegen das Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht ab 7,5 Tonnen. In Deutschland gilt das Fahrverbot seit dem 1. Mai 1956 an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 0 bis 22 Uhr. Die Regelungen für dieses Verbot sind in der Straßenverkehrsordnung zu finden.

Die Beamten überprüften zwischen 14 und 22 Uhr insgesamt 78 Lastzüge. 60 Prozent davon wurden beanstandet. Dabei zählte die Polizei 28 Verstöße gegen das Sonntagsfahrverbot. In 20 Fällen mussten die Trucker ihre Fahrzeuge stehenlassen, da ihnen die Weiterfahrt bis 22 Uhr untersagt wurde. In einigen Fällen waren es sogar „alte Bekannte“, die gerade erst vor kurzer Zeit wegen des gleichen Verstoßes aufgefallen waren. Den Fahrern droht ein Bußgeld von 70 Euro zuzüglich einer Verwaltungsgebühr von etwa 30 Euro. Die Spedition allerdings muss erheblich tiefer in die Tasche greifen. Im Rahmen der Gewinnabschöpfung müssen die Firmen ein Bußgeld in Höhe des Frachtlohnes zahlen.

Und so ganz nebenbei gab es noch 21 Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Fahrpersonalrecht (Überschreitung der Lenkzeiten), eine Anzeige wegen mangelnder Ladungssicherung und zwei Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Tachoprüfung.

Bereits zwei Tage zuvor war den Beamten des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Bad Oldesloe ein Fischtransporter ins Netz gegangen. Im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle hielten sie den 48-jährigen Fahrer mit seinem Ford Transit auf dem Autobahnrastplatz Buddikate an.

Dabei entdeckten die Polizisten das auslaufende Wasser von der Ladefläche des Transporters, obwohl die Seitentür fest verschlossen war. Der Fahrer transportierte lebende Fische, die zur Schlachtung bestimmt waren. Er musste nun den Laderaum öffnen. Darin standen zwei Wassertanks mit Fischen, unter anderem Rotaugen und Forellen. Zusätzlich lagen in neun so genannten Stiegen übereinandergeworfen noch lebende Fische. Diese zappelten und schnappten nach Luft. Diverse Fische wiesen erhebliche Verletzungen auf. Der 48-Jährige musste seinen Lieferschein vorlegen. Demnach lagen in diesen Stiegen insgesamt 50 Kilogramm Rotaugen und 485 Kilo Karpfen. Das waren 200 Fische, alle jeweils etwa 18 bis 21 Zentimeter groß und 1,5 bis 2,5 Kilo schwer. Der Fahrer hatte die Ladung bei einer Fischzucht im Kreis Steinburg abgeholt und sollte sie nach Winsen zur Schlachtung und Weiterverarbeitung bringen.

Zwei Freiwillige Feuerwehren rückten an, um die Fische mit Wasser zu begießen. In Absprache mit dem Veterinäramt des Kreises Stormarn durfte der 48-Jährige die Fische bis zu ihrem Bestimmungsort weiter transportieren. Dort erfolgte eine weitere Kontrolle des Veterinäramts in Winsen. „Hier wurden die Fische betäubt und geschlachtet und zur Weiterverarbeitung freigegeben“, berichtete gestern ein Sprecher auf LN-Anfrage. „Sie wurden also nicht gesperrt, weil für Fische nicht so strenge Bestimmungen gelten wie zum Beispiel für Rind- oder Schweinefleisch.“ Der 48-Jährige muss sich nun wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten.

Am Sonnabend war dann in Höhe Ahrensburg der 64-jährige Fahrer eines polnischen Sattelzuges aus dem Verkehr gezogen worden, der seine Fracht von Barcelona nach Rostock bringen wollte. Die Kunststofffässer enthielten zwar keine gefährliche Substanz, waren aber unzureichend gesichert. Einige kullerten sogar auf der Ladefläche hin und her. Ein anderer Sattelzug musste kommen, um die Fässer weiter zu befördern.

„Allein 28 Fahrer verstießen gegen das Sonntagsfahrverbot.“
Sonja Kurz, Polizeisprecherin

jeb , mc