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Stormarn Löschen und Bergen auf WM-Niveau
Lokales Stormarn Löschen und Bergen auf WM-Niveau
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18:23 13.06.2014
Das Technische Hilfswerk aus Bad Oldesloe rückte an, um den Gebäudegiebel mit einem Gerüst zu stützen.
Wulmenau

Als Westeraus Bürgermeisterin Petra Jürß die Sirenen heulen hörte, dachte sie im Stillen: „Ach, das Öko-Institut, wieder ein Fehlalarm.“ Als Minuten später die Feuerwehrleute aus sieben Wehren eintrafen, um den „Großbrand im Versuchsbetrieb Wulmenau“ zu löschen, da stießen sie in der Tat nicht auf lodernde Flammen. Nur Qualm entkroch einem Fenster im Wirtschaftsgebäude. Schnell war allen klar: Es handelt sich um eine Übung.

Doch das tat dem Engagement der Brandschützer keinen Abbruch. Nach der Lagebesprechung machten sich die Atemschutzgeräteträger bereit, um nach Menschen im Gebäude zu suchen. Das Szenario der Übung gab vor, dass unter dem Dach ein Feuer schwelte, das schon im Begriff war, auf die Stallungen überzugehen. Einige Mitarbeiter würden vermisst und seien möglicherweise verletzt, informierte die Einsatzleitung.

Eike Klempau, Gerätewart der Feuerwehr Westerau, wachte mit Stoppuhr darüber, dass niemand zu lange mit Atemschutzmaske unterwegs war. Denn das Luftholen unter Druckverhältnissen von 310 bar ist sehr anstrengend und lässt sich höchstens 20, bei Anstrengung nur zehn Minuten aushalten.

Nach und nach „retteten“ die Brandschützer vier ihrer Kameraden, die als Statisten fungiert hatten. Da sie sich Verbrennungen sowie Rauchvergiftungen zugezogen haben sollten, wurden sie auf Tragen gelagert. Diese Aufgabe fiel Daniel Dählk zu. Er war der Feuerwehr Trenthorst erst vor einem Jahr beigetreten, nachdem diese intensiv für sich geworben hatte. Der Alarm zur Großübung des Amtes Nordstormarn hat auch ihn völlig überrascht. „Ich konnte gerade die Einkaufstüte auf den Tisch stellen, da musste ich auch schon los“, erzählte der 36-Jährige.

Unterdessen legten weitere Trupps Druckleitungen vom Feuerlöschteich auf dem Gelände zum Gebäude, um den vermeintlichen Brand zu bekämpfen, der sich im Dachstuhl ausbreitete. Und nicht nur das. Das Feuer sollte auch allmählich zum unteren Stockwerk vordringen, so dass sich — laut Drehbuch — bereits Panik unter den Schweinen auszubreiten drohte. Um die Übung möglichst realistisch zu gestalten, aber die Tiere nicht wirklich zu stressen, hatte der technische Betriebsleiter Torsten Cordts die meisten im Freiland gelassen, so dass nur eine kleine Schar auf einen Hänger getrieben werden musste.

Um noch eins drauf zu setzen, hatte die Regie noch eine weitere Komplikation eingebaut: Der Giebel des stattlichen Backsteingebäudes drohte einzustürzen. Aus diesem Grunde war auch das THW aus Bad Oldesloe hinzugezogen worden. Binnen einer halben Stunde stellten die Helfer eine Gerüstwand auf, die die Mauer abzustützen sollte.

„Wenn unsere Fußballer so gut spielen, müssten wir die WM gewinnen“, äußerte sich Amtswehrführer Albert Iken lobend über das technisch saubere und rasche Eingreifen der beteiligten Feuerwehren und THW-Leute. Auch Institutsleiter Dr. Gerold Rahman bedankte sich bei den ehrenamtlichen Helfern. Er entschuldigte sich überdies für die Fehlalarme, die es in jüngster Zeit gab. „Fruchtfliegen waren Schuld daran. Sie sind nur 0,2 Millimeter groß und dringen in die Brandmelder ein“, erzählte er. Engmaschiger dürften die Gitter der Geräte aber nicht sein. Sonst erfassten sie nicht alle Rauchpartikel.

• Weitere Fotos im Internet in der Galerie unter www.ln-online.de/Fotos.

90 Feuerwehrleute
An der Großübung der Feuerwehren des Amts Nordstormarn nahmen insgesamt 90 Einsatzkräfte teil.


Angerückt waren die Wehren Trenthorst, Wulmenau, Ahrensfelde, Klein Wesenberg, Barnitz und Benstaben sowie das THW Bad Oldesloe. Die Technische Einsatzleitung des Katastrophenschutzes koordinierte alles.


Neben Amtswehrführer Albert Iken verfolgte auch Kreisbrandmeister Gerd Riemann die Übung.

Dorothea von Dahlen

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