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Stormarn Löwen-Apotheke in Bad Oldesloe schließt nach 301 Jahren
Lokales Stormarn Löwen-Apotheke in Bad Oldesloe schließt nach 301 Jahren
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22:49 28.08.2019
Die Oldesloer Löwen-Apotheke schließt zum 30. September. Quelle: Susanna Fofana
Bad Oldesloe

Majestätisch thront der goldene Löwe über dem Eingang der gleichnamigen Oldesloer Apotheke in der Hindenburgstraße. Das Aus für die altehrwürdige Apotheke kommt nach genau 301 Jahren. Apothekerin Annette Steglich schließt Ende September wegen „interner, organisatorischer Probleme.“

Die Oldesloer Löwen-Apotheke schließt Ende September und die Provence-Chefin plant in einem Jahr den Ruhestand.

Erst vor drei Jahren hatte sie die Nachfolge ihres Vaters Frank Sonder angetreten. Als fünfte in der Apotheker-Familientradition Sonder. In dem denkmalgeschützten Gebäude, in das sie als fünfjähriges Mädchen eingezogen war und das sie zeitweise mit ihrer Familie bewohnt hatte. In dem sie selbst mitsamt Selbstständigkeit 20 Jahre lang gearbeitet hatte. Steglich: „Es ist superbitter. Ich schließe definitiv zum 30. September. Bis zum Ende des Jahres muss ich ganz raus sein und alles abgewickelt haben.“

Apothekerin Annette Steglich: „Es ist einfach superschade“

„Es ist einfach superschade und absolut nicht das, was ich mir gewünscht habe“, beteuert die Apothekerin. Mit viel Einsatz hatte sie die Apotheke gerade erst wieder zur Blüte gebracht. „Ich habe ganz liebe und treue Kunden in den drei Jahren gewonnen.“ Das Team sei gut aufgestellt, sie habe sogar einen Apotheker eingestellt.

Als Grund für die Aufgabe nennt Annette Steglich die hohe Mietbelastung. Nachverhandlungen seien gescheitert, es habe keine Einigung über die Miete gegeben. Eine Mitarbeiterin sei bereits in einen anderen Job gewechselt. Sie hofft, dass weitere der unter zehn Mitarbeiter in Bad Oldesloe unterkommen. Alles sei im Werden. Und sie selbst? „Ich hänge komplett in der Luft“, erzählt Steglich. Auf die Schnelle lasse sich in Bad Oldesloe nichts auf die Beine stellen.

Erstes Privileg vom König 1718

1718 erhielt die Oldesloer Löwen-Apotheke ihr erstes königliches Privileg. Eine solche landesherrliche Berechtigung benötigten Apotheken bis zum Jahr 1867. In preußischer Zeit reichten dann Konzessionen aus. Eine Niederlassungsfreiheit für Apotheken wurde erst um 1970 herum eingeführt.

Für die Löwen-Apothekebekam Johann Georg Löffler am 5.11.1718 als erster das Privileg zur Apothekenführung vom dänischen König Frederik IV. Robert Bartscherer übernahm 1776. Es folgten der Oldesloer Badearzt Friedrich August Lorentzen, der in Kopenhagen Pharmazie, Medizin und Chirurgie studiert hatte, und 1832 sein Sohn Julius Theodor Lorentzen.

Gustav Adolph Paulsenbekam sein Privileg 1841 von König Christian VIII. Im Mai 1874 übernahm Johann Daniel Sonder (1828-1906) die Löwen-Apotheke. Es folgten 1890 Dr. Christoph Adalbert Karl August Sonder (1862-1941) und 1934 Wolfgang David Karl August Sonder (1893-1955). Nach einer kurzen Verpachtung folgte Frank Sonder mit seiner Ehefrau und vor drei Jahren Tochter Annette Steglich, geb. Sonder.

Martina Krämer (Provence) geht in einem Jahr in den Ruhestand

Gewollt und geplant verabschiedet sich dagegen eine andere Kauffrau aus der Innenstadt. „Hundertprozent gehe ich am 1. September 2020 in den Ruhestand“, sagt Martina Krämer (62), Chefin der Crêperie „Provence“ am Kirchberg. Dann sei sie 63 Jahre alt. Krämer: „Das zehnjährige Jubiläum im kommenden Jahr nehme ich noch mit.“

Der Gastronomin und gelernten Bankkauffrau merkt man an, dass sie die Menschen und das Leben liebt. Ihre besonderen Frühstückskreationen oder Tarten haben ihr dann auch zwei Buch-Veröffentlichungen eingebracht. Zudem sendete der NDR live nachmittags aus dem kleinen, gemütlichen Café, in dem auch schon andere Filmaufnahmen stattfanden. Es gebe viele schöne Geschichten zu erzählen, sagt Krämer. Hochzeiten, Einschulungen oder Trauungen wurden im Provence gefeiert. Aber auch ein „Blind Date“ aus dem eine Beziehung wurde.

„Da freue ich mich schon drauf“, sagt sie zum geplanten Ruhestand und der vielen freien Zeit, für die sie schon zahlreiche Pläne hat. Die Aussicht auf einen Nachfolger macht ihr den Abschied nicht so schwer, als wenn sie abschließen müsste. Sie habe drei Bewerber, die mit verschieden Konzepten kommen wollen.

Partner-Filiale der Post in der Fußgängerzone

Seinen Paketshop hat Serhat Baran nach drei Jahren im Trave-Shop in der Hindenburgstraße gerade vor Kurzem erst erweitert. Jetzt gibt es in der Partner-Filiale der Post fast alles, was die Post selbst auch macht. Von Briefmarken über Einschieben, den Express-Versand bis zum postident-Verfahren. Und wer weiß, dass er nicht zu Hause ist, kann sich auch seine Pakete dorthin schicken lassen. Damit gibt es direkt in der Fußgängerzone wieder eine kleine Post-Stelle – nicht weit entfernt von dem historischen Gebäude am Markt, in dem die Oldesloer Post früher einmal rund 100 Jahre ihr Domizil hatte.

Ganz neu grüßt Klaus, der Butler, die Passanten in der Hindenburgstraße. Der Blickfang steht seit Montag vor dem An- und Verkaufsladen „Askim“. Inhaberin Nicole Wank hatte den Deko-Butler am Wochenende auf einem Flohmarkt in Stubben ergattert.

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