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Stormarn Rethwischfelder machen mobil gegen neue Siedlung
Lokales Stormarn Rethwischfelder machen mobil gegen neue Siedlung
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10:45 05.04.2019
Sönke Gerundt, Anwohner des geplanten Wohngebiets in Rethwischfeld zeigt, dass die enge Kurve der Straße, über die die neue Siedlung erschlossen werden soll. Quelle: Foto: Dorothea von Dahlen
Rethwischfeld

Die Anwohner des geplanten Neubaugebiets B-114 in Rethwischfeld sind auf der Zinne. Annähernd 400 Unterschriften haben sie gesammelt, um ein Zeichen gegen die neue Siedlung zu setzen, durch die das Dorf um 40 bis 60 Wohneinheiten wachsen soll. Vor Kurzem erst waren zwei mögliche Formen der Bebauung im Wirtschafts- und Planungsausschuss vorgestellt worden und seit Donnerstag liegen die Pläne öffentlich im Oldesloer Rathaus aus mit dem Ziel, die Bürger frühzeitig am Verfahren zu beteiligen.

„So schnell und ausgerechnet während der Ferien. Die Einspruchsfrist endet doch schon in vier Wochen. Danach gibt’s einen Blankoscheck für das Wohngebiet“, machte der Rethwischfelder Sönke Gerundt seinem Ärger bei einem Vorort-Termin Luft. Als Anlieger der Straße, die im B-Plan zur Erschließung der neuen Siedlung vorgesehen ist, hatte er im Vorfeld die Dorfbevölkerung mobilisiert.

Viele Rethwischer waren seinem Ruf gefolgt, um den Lokalpolitikern aus Bad Oldesloe die Nachteile deutlich zu machen. Demnach monieren er und seine Mitstreiter, dass vor drei Jahren noch 22 Häuser auf der derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Fläche hinter der Alten Ratzeburger Landstraße entstehen sollten, die Rede jetzt aber von bis zu 60 Wohneinheiten sei. Dem Dorf auf einen Schlag 50 Prozent mehr Häuser zuzumuten, sei ein Schlag ins Kontor, sagen die Rethwischfelder.

Ihr wohl schwerwiegendstes Gegenargument dürfte die Erschließung des Gebiets sein. Diese soll laut Plan über die Straßen Zum Amt und Am Hausteich erfolgen. „Das ist eine Farce. Die Straßen sind viel zu eng und können nicht verbreitert werden. Auch die Kurven sind zu verwinkelt. An einer Stelle ist die Straße nur 6,40 Meter breit, 2,50 Meter misst schon der Gehweg. Wer da abbiegt, muss über den Bürgersteig fahren“, kritisiert Gerundt.

Wird das Dorf zur Rennpiste für den Durchgangsverkehr?

Für gefährlich hält auch Sigrid Palowski die geplante Anbindung. „Ich habe ja jetzt schon Angst, dass ich vom Auto erfasst werde, wenn ich hier mit dem Rad lang fahre. Auch für die Kinder ist der Weg zum Schulbus zu gefährlich. Wie soll das erst sein, wenn der Verkehr weiter zunimmt?“, fragt sie sich. Und Maike Alberico befürchtet, dass Rethwischfeld mit der Erschließung des neuen Wohngebiets noch mehr zur Rennpiste für den Durchgangsverkehr werden könnte. „Viele Leute kürzen die Strecke von der B 208 über den Schwarzendamm zur A 21 über unser Dorf ab“, klagt sie.

Und Gerundt ergänzt, dass sich der Verkehr in der Straße Am Hausteich von 60 auf 480 Kraftfahrzeuge im Tag erhöhen werde, was eine um zehn Dezibel stärkere Lärmbelastung zur Folge habe. Das auch viel landwirtschaftlicher Verkehr durchs Dorf fahre, sei gar nicht berücksichtigt worden bei der Planung. Dirk Sommer betrachtet das Ganze aus Sicht des Naturschutzes. „Ich dokumentiere seit Langem mit der Kamera, welche seltenen Tiere hier vorkommen“, sagt er. Darunter seien etliche von der roten Liste gefährdeter Arten, wie etwa Neuntöter, Grünspecht, Rüttelfalke, Rotmilan oder Mehlschwalbe. Durch die neue Siedlung werde ihnen noch mehr Lebensraum entzogen.

B-Plan 114 liegt noch bis zum 3. Mai aus

„Wir stehen noch ganz am Anfang des Verfahrens“, versuchte Matthias Rohde (FBO), Vorsitzender des Wirtschafts- und Bauausschusses, die aufgebrachten Rethwischer zu beschwichtigen. Ausgelegt worden sei der Plan, damit die Anlieger die Gelegenheit hätten, sich damit eingehend zu beschäftigen. Wichtig sei jetzt, dass sich möglichst viele Bürger am Verfahren beteiligen. Auch Björn Wahnfried (SPD) riet den Rethwischfeldern, ihre Einwände einzureichen. „Keiner will das Gebiet durchpauken. Im Ausschuss kommen noch einmal alle Fakten auf den Tisch“, sagte er. Die Pläne können noch bis zum 3. Mai im Foyer der Oldesloer Stadtverwaltung eingesehen werden und zwar montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17 Uhr.

Dorothea von Dahlen

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