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Stormarn Nach heftiger Kritik: Stadt trennt sich von Caterer
Lokales Stormarn Nach heftiger Kritik: Stadt trennt sich von Caterer
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17:00 05.04.2019
Gesundes Essen ist unabdingbar für die Entwicklung von Kindern. Die Qualität von Schulessen wird deshalb von Eltern neuerdings sorgfältiger geprüft. Quelle: Franziska Kaufmann
Bad Oldesloe

Die Stadt Bad Oldesloe trennt sich höchstwahrscheinlich vom Caterer Dussmann, der die drei Grundschulen bis dato mit Mittagessen beliefert. Zuvor hatte es Kritik aus dem Elternbeirat und der Mensa-AG der Stadtschule gehagelt. Die Vorwürfe wiegen schwer, soll doch das Essen oft ungenießbar sein und die Qualität der Zutaten nicht den vereinbarten Standards entsprechen. Deshalb haben sich die Mitglieder des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses (BSKA) auf ihrer jüngsten Sitzung dazu durchgerungen, die Reißleine zu ziehen. Sie sprachen sich mehrheitlich für die schnellstmögliche Kündigung des Vertrages aus. Letzten Endes müssen aber noch die Stadtverordneten auf einer Sondersitzung darüber entscheiden, ob die Essensversorgung neu ausgeschrieben werden soll.

In einer Berichtsvorlage hatte Fachbereichsleiter Thomas Sobczak die Ereignisse seit Übernahme der Mensaverpflegung durch Dussmann rekapituliert. Demnach sollen Mitglieder der Mensa-AG erstmals im Juni 2018 nachgeforscht haben, ob der Caterer den vereinbarten Anteil Bio-Produkte für das Schulessen verwendet. Sobczak zufolge habe die Verwaltung damals den Speiseplan ausgewertet und festgestellt, dass 36 Prozent Lebensmittel verwendet wurden und der Vertrag somit eingehalten worden sei. Zudem habe Dussmann den Eltern Listen überreicht, aus denen der Einsatz von Biolebensmitteln eindeutig hervorgehe.

Elternbeirat kritisierte Unregelmäßigkeiten des Caterers

„Das stimmt so nicht. Hier wird einiges beschönigt. Uns sind Preislisten von Bio-Produkten zugeschickt worden, die jeder so im Internet finden kann“, konterte die Vorsitzende des Elternbeirats Marion Cornehl, die als sachkundige Einwohnerin Rederecht erhalten hatte. Damit lasse sich aber nicht beweisen, dass diese Lebensmittel tatsächlich geordert und verarbeitet worden seien. Zudem halte sich der Caterer nicht einmal an die sonst üblichen Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die ein ausgewogenes Verhältnis der Zutaten fordere. Für Unmut im gesamten Gremium sorgte auch, dass Dussmann offenbar lange Zeit ein Biosiegel auf seinem Speiseplan führte, obgleich die Mensa nicht bei der Kontrollstelle registriert war und somit es somit auch keine Kontrollen an dieser Betriebsstätte geben konnte. Laut Sobczaks Bericht wurde die Zertifizierung inzwischen nachgeholt.

Datenpanne brachte Fass zum Überlaufen

Auch Tom Winter von der Familien-Partei hatte kritisiert, dass der Verwaltungsbericht nicht alle Aspekte berücksichtigt habe, die zur Eskalation der Probleme geführt hätten. Eines davon dürfte die empfindliche Datenpanne im Zusammenhang mit einem Schreiben an den Schulverein gewesen sein. Wie am Rande der Ausschuss-Sitzung berichtet wurde, hatte der Caterer darin moniert, dass einige Familien das Essensgeld nicht gezahlt hätten. Im Anhang befand sich eine Auflistung der Namen mit den ausstehenden Beträgen. Auch das hatte das Fass zum Überlaufen gebracht.

Kontakt zu neuen Anbietern besteht schon

Während die CDU dafür plädierte, das weitere Vorgehen in punkto Mensa der Verwaltung zu überlassen, sprachen sich die anderen Fraktionen dafür aus, selbst Konsequenzen zu ziehen. „Das Vertrauensverhältnis ist eindeutig gestört. Jetzt ist es an der Zeit, den Vertrag zu kündigen“, sagte etwa Torben Klöhn (SPD). Tom Winter widersprach der Darstellung im Verwaltungsbericht, dass es schwierig werde, einen neuen Caterer zu finden und das Verfahren zu lange dauere, um pünktlich zum Schulbeginn wieder eine Essensversorgung zu haben. „Es muss doch nicht der komplette Ausschreibungstext verändert werden, sondern nur unspezifische Formulierungen“, sagte er. Im Übrigen hätten die Mitglieder der Mensa AG schon Kontakt zu möglichen Interessenten aufgenommen.

Stimmen die Stadtverordneten ebenso dafür, ist die Stadt Bad Oldesloe angehalten, dem Caterer zum 30. April zu kündigen. Das Vertragsverhältnis endet dann am 31. Juli. Nach den Ferien müsste ein Nachfolger die Essensversorgung übernehmen.

Keine Container für Klaus-Groth-Schule

Korrigiert wurde im Oldesloer BSKA eine den Verein Erle betreffende Abstimmungspanne. Dagmar Danke-Bayer (Grüne) hatte jetzt auf den Fehler aufmerksam gemacht. Sie erinnerte daran, dass in einer der ersten Sitzungen nach der Kommunalwahl sehr hitzig darüber diskutiert wurde, ob die Stadt dem Verein eine Grundfinanzierung bieten solle. Dabei sei völlig untergegangen, dass der Verein Anspruch auf den Ausgleich eines Kalkulationsfehlers in Höhe von 9000 Euro hatte. Die Ausschussmitglieder holten das Versäumte nach und bewilligten einstimmig diese Summe.

Unklarist derzeit, ob der Anbau der Klaus-Groth-Schule rechtzeitig fertig wird, um Platz für den Offenen Ganztag bieten zu können. Ersatzweise für ein halbes Jahr Container aufzustellen, stehe in keinem Verhältnis zur Nutzung, sagte Bürgermeister Jörg Lembke im BSKA. Beim der Auswertung der Pläne sei festgestellt worden, dass einige Räume noch ungenutzt seien. Auch Bürgerworthalterin Hildegard Pontow riet von Containern ab. Dafür müsse eigens ein Fundament gegossen und ein Wasseranschluss gelegt werden, sagte sie.

Dorothea von Dahlen

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