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Stormarn Mietstreit beendet: Neue Verwaltung investiert in Oldesloer Hochhäuser
Lokales Stormarn Mietstreit beendet: Neue Verwaltung investiert in Oldesloer Hochhäuser
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10:00 25.11.2019
Patrick Ordowski von der Adler Wohnen GmbH zeigt auf den neuen Receiver. Anna Bauer hat nun endlich Kabelfernsehen. Quelle: mc
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Bad Oldesloe

Eine Wohnung im Erdgeschoss ist gerade versiegelt. Der Mieter ist nach einem medizinischen Zwischenfall jetzt in psychiatrischer Behandlung. Das Wohnzimmer ist zugemüllt.

Im vierten Stock hat Anna Bauer Kuchen gebacken für ihre Gäste. Die 45-Quadratmeter-Wohnung ist nicht nur sauber und aufgeräumt, sondern auch schmuckvoll eingerichtet.

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Dazwischen begegnet man freundlichen Mietern, die vom Einkauf kommen. Im Fahrstuhl liegt zerrissenes Papier, „aber der Hausmeister ist wirklich sehr fleißig“, heißt es. Auf dem Gang stehen zwei ausrangierte Kühlschranke.

Eine Million investiert

Alles sind Szenen aus dem gleichen Hochhaus im Hölk 2 und vom gleichen Tag. „Wir haben mit sehr unterschiedlichen Mietern zu tun“, sagt Patrick Ordowski von der Adler Wohnen GmbH. Das Unternehmen hat vor zwei Jahren die Hausverwaltung von der WVB Centuria übernommen und nach eigenen Angaben mittlerweile insgesamt rund eine Million Euro in die Sanierung und Instandsetzung der beiden Hochhäuser im Hölk und nebenan im Poggenbreeden investiert.

Bei Anna Bauer sind heute nicht nur zwei Nachbarinnen zu Gast, sondern auch der Oldesloer Miet- und Sozialberater Gerd-Günter Finck sowie gleich vier Vertreter der Adler Wohnen. Finck hatte die gebürtige Kasachin darin unterstützt, auf den Missstand beim Kabelfernsehen hinzuweisen. Die Mieterin sollte – wie viele andere auch – zahlen, obwohl über ihr TV-Gerät monatelang nur Schneegriesel flimmerte.

Fernseher läuft

Inzwischen hat Patrick Ordowski persönlich den Receiver angeschlossen. Alles läuft einwandfrei. „Nur Vox empfange ich gerade nicht“, sagt Anna Bauer. Für die Monate ohne Kabel-TV muss sie nun keine Gebühr zahlen. Die 69-Jährige lebt von rund 800 Euro Rente im Monat, gut die Hälfte geht für die Miete drauf. Das Kabelfernsehen kostet 107 Euro im Jahr.

Laut Adler sind mittlerweile 144 von 229 Wohnungen in den beiden Häusern angeschlossen. Das Problem liege beim Anbieter, der für die Kabelverlegung in die Wohnungen müsse. Ordowski: „Nicht jeder Mieter macht dafür aber die Tür auf, einige weigern sich. Und schon bekommen alle Wohnungen aus technischen Gründen darüber auch keinen Anschluss, obwohl die Mieter gerne wollen.“ Daher habe man sich jetzt mit Vodafone darauf geeinigt, die Kabel durch die Flure zu verlegen. Dann gibt es bald in jeder Wohnung Kabelfernsehen.

„Oma, du musst hier raus!“

Die Enkelin sage zwar immer „Oma, du musst raus aus diesem schrecklichen Haus“, doch im Grunde lebt Anna Bauer ganz gerne im Hölk-Hochhaus. Gerade erst hat Adler nach eigenem Bekunden die Heizungsanlagen in beiden Blöcken erneuert – für rund 250 000 Euro. Bei Anna Bauer ist es heute auch muckelig warm.

Versprechen bessere Wohnbedingungen: v.l. Anya Böhlig, Rolf-Dieter Grass und Riccardo Zinfollino von der Hausverwaltung.  Quelle: mc

„Allerdings gab es vor kurzem schon wieder einen Wasserrohrbruch“, beklagt die 69-Jährige, „insgesamt schon zum fünften Mal in den letzten 13 Jahren.“ In alten Gebäuden – die Häuser wurden 1972 gebaut – gehe auch leichter mal etwas kaputt, sagt Riccardo Zinfollino von der Adler-Regionalleitung Nord. In ganz Deutschland hat das Unternehmen mittlerweile mehr als 60 000 Wohnungen im Portfolio. „Der jüngste Rohrbruch kann auch mit der neuen Heizung zusammenhängen.“ Man werde sich selbstverständlich kümmern.

Verzogene Türen, kaputte Klingeln

Für verzogene Türen sei bereits eine Tischlerfirma bestellt, und auch die kaputten Klingeln sollen bald wieder funktionieren. Der Wohnungskonzern bietet an diesem Tag kaum eine Angriffsfläche. Im Gegenteil, Zinfollino beklagt Außenstände in Höhe von einer Million Euro. „Das sind 13 Monatsmieten für alle Mieter in beiden Häusern. Das Geld müssen wir wohl jetzt abschreiben.“

Gerd-Günter Finck hat da nur wenig Mitleid. „Nicht zahlende Mieter sind doch in der Kalkulation drin. Dafür wurden die Mieten in den vergangenen Jahren um fast 20 Prozent erhöht.“ Am Ende werde sicher noch eine gute Rendite für Adler herausspringen. Zum Jahresende sollen auch alle Wohnungen im Hölk und in Poggenbreeden vermietet sein. Neue Mieter müssten dann mehr zahlen als die jetzigen, erklärt Unternehmenssprecher Rolf-Dieter Grass auf Nachfrage. Allen anderen drohe keine Erhöhung ihrer Mieten.

Finck: Abriss keine Alternative

Zum Thema Abriss der Häuser sagt Zinfollino: „Der Bürgermeister hat uns gefragt, ob wir uns das vorstellen können. Das wird nun geprüft. Bei einer Entscheidung stehen aber die Interessen der Mieter im Vordergrund.“ Gerd-Günter Finck ist skeptisch: „Wo sollen die Menschen dann alle hin?“ Die Häuser seien an vielen Stellen sanierungsbedürftig, aber ein Abriss mit anschließendem Neubau, wie von Bürgermeister Jörg Lembke vorgeschlagen, sei keine Alternative.

Auch Maria Herrmann ist diesbezüglich skeptisch. Sie ist für die Stiftung Alsterdorf als Quartiersmanagerin vor Ort, um eine „einigermaßen lebenswerte Umgebung“ zu schaffen. Die Oldesloerin berichtet von viel Stress mit der Adler Wohnen GmbH in den vergangenen Monaten. Da ging es um Betriebskostenabrechnungen, Schimmel in den Wohnungen, mangelnde Kommunikation und das Hochhaus Poggenbreeden, welches seit Ende August nicht gereinigt worden sei. „Umso erfreulicher ist es, dass Adler jetzt endlich tätig wird“, sagt Maria Herrmann.

Von Markus Carstens

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