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Stormarn Oldesloer Tüftler gewinnen Forscherpreis
Lokales Stormarn Oldesloer Tüftler gewinnen Forscherpreis
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12:40 05.04.2019
Strahlend präsentieren sich die Mindbreakers mit ihrem Moosmodul. Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

Jedes Jahr nehmen die Oldesloer Mindbreakers am Wettbewerb der First Lego League teil und sind dabei oftmals vorne dabei. In diesem Jahr gelang ihnen beim Semifinale Nordost in Eberswalde mit ihrem Moosmodul in der Kategorie „Forschung“ der Sprung aufs oberste Treppchen.

Mit ihrem Moos-Modul waren die Mindbreakers beim Semifinale Nordost in Eberswalde bei Berlin erfolgreich.

Wer sich dieses Modul ansieht, kann zunächst nicht erkennen, was davon auch nur im Entferntesten mit Legobausteinen zu tun hat. „Das stimmt schon“, bestätigt Ole, der zum aktuellen Mindbreakers-Team gehört. Tatsächlich besteht der Wettbewerb jedoch aus vier Kategorien. „Zum einen muss ein Roboter aus Legoteilen gebaut werden. Dieser tritt im Robotgame gegen andere Roboter an und muss vorbestimmte Aufgaben erledigen. Das wird genauso bewertet, wie das Design und die Teamarbeit bei Konstruktion und Bau. Dazu kommt dann noch der Bildungs- und Forschungswettbewerb. Da bekommt man ein Thema und ist dann im Bau sehr frei“, erzählt der 16-Jährige.

Sauerstoffversorgung im All verbessern

„Into Orbit“ lautete das Thema diesmal. Es galt, sich mit Problemen im Weltraum zu befassen. Das Oldesloer Team, das aus neun Kindern und Jugendlichen im Alter von neun bis 16 Jahren sowie vier Trainern besteht, entschied sich für die Verbesserung der Sauerstoffversorgung im All. Die Gruppe besuchte dazu die Raumfahrt-Show beim Tag des Wissens an der Technischen Universität Hamburg sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bremen. „Wir haben uns dann entschieden, mit Pflanzen zu arbeiten, um den natürlichen Kreislauf der Photosynthese zu nutzen, hatten dabei zunächst auf Algen gesetzt“, berichtet Jonas. Der Zwölfjährige gehört seit zwei Jahren zum Team, konstruierte zunächst Roboter und unterstützte nun das Forschungsteam.

Moos statt Algen

Gemeinsam mit seiner Gruppe stellte er jedoch fest, dass Algen zu viel Wasser benötigen und das beim Transport in den Weltraum zu hohe Kosten verursachen würde. „Wir entschieden uns dann für Moos“, sagt Jonas. Das sei kälteresistent, leicht, habe keine Wurzeln und zudem eine besonders große Oberfläche. Mithilfe der Trainer Per Warter, Marvin Lindenberg, Marten Jäger und Julia Fix sowie Peter Huck, Leiter des Oldesloer Jugendzentrums (Juze), bauten die kleinen Forscher einen Holzkasten und pflanzten dort ihr Moos an.

Lego-Bauer tüfteln seit 2002

Bereits seit 2002 treffen sich begeisterte Lego-Fans, um gemeinsam Roboter zu bauen und zu programmieren und sich in Wettbewerben zu messen. Die Mitglieder lernen, im Team unter Zeitdruck und mit begrenzten Ressourcen komplexe Aufgaben zu lösen, sich neue Wissensgebiete zu erarbeiten und ihre Ergebnisse mit Begeisterung zu präsentieren.

Auf Wettbewerben wurden in den ganzen Jahren schon viele Erfolge erzielt. Ehemalige Mindbreakers haben Berufe in der Softwareentwicklung und im Flugzeugbau ergriffen, einige befinden sich noch im Ingenieursstudium. Das Tüfteln bei den „Lego-Bauern“ hat dafür die Grundlage geschaffen.

Die Mindbreakers wurden 2014 schließlich zum eingetragenen Verein, 1. Vorsitzender ist Per Warter. Einmal wöchentlich treffen sich die inzwischen knapp 20 Mitglieder im Keller des Gemeindehauses in Tralau.

Info
www.mindbreakers.org

 

Für Beleuchtung, Belüftung und Bewässerung und zur Messung von Luft- und Bodenfeuchte wurde zudem ein Mikroprozessor (Arduino) installiert und programmiert. „Wir haben uns dafür zusätzlich zu unseren samstäglichen Treffen in Tralau noch einmal pro Woche in der Juze getroffen, gezimmert und gebaut“, berichtet Per Warter. Im Januar war es dann soweit: Beim Semifinale in Eberswalde bei Berlin präsentierten die Mindbreakers in einer lebendigen Vorführung ihr Forschungsergebnis. Das kam bei der Jury gut an: Sie belohnte das Team und ihr Moosmodul mit dem ersten Preis.

Da war der Jubel groß. „Zumal wir vorab diesmal beim Roboterlauf nicht so gut abgeschnitten hatten, bei 18 teilnehmenden Teams nur auf Rang elf gelandet sind“, erzählt Jonas. In der Kategorie „Teamwork“ indes waren die Mindbreakers wieder vorne, so dass es am Ende für den vierten Rang in der Gesamtwertung reichte. Ein großer Erfolg. „Nur schade, dass wir um zwei Punkte den Einzug ins zentraleuropäische Finale verpasst haben“, bedauern die Oldesloer Forscher.

Nächster WRO-Wettkampf im Mai

Der nächste Wettkampf für die Mindbreakers findet am 26. Mai in Wahlstedt statt. In der Open Category der World Robot Olympiad (WRO) zum Thema „Smart Cities“ erstellen Jonas, Benjamin und Anton derzeit einen Roboter, der Stadtführungen durchführt.

Auch die Oldesloer Stadtschule nimmt in diversen Kategorien an der WRO teil, ist insgesamt mit acht Teams vertreten.

Sandra Freundt

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