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Stormarn Rekord: So viele Storchenpaare in Stormarn wie nie zuvor
Lokales Stormarn Rekord: So viele Storchenpaare in Stormarn wie nie zuvor
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12:03 23.05.2019
Die Mitglieder des Golfplatzes von Großensee stellten erstmals ein Nest auf und gleich wurde es von einem Storchenpaar besiedelt. Quelle: Golfclub Großensee/hfr
Steinburg/Bad Oldesloe

 Stormarn zieht mittlerweile nicht nur viele zweibeinige Touristen an. Auch für Zugvögel ist der Kreis offenbar ein Dorado. Sage und schreibe 32 Storchenpaare und ein einzelner Vogel haben sich hier ihrer der Rückkehr aus dem Winterquartier häuslich niedergelassen. Laut Schutzgebietsbetreuer Andreas Hack ist das ein absoluter Rekord. So viele Störche hatte es seit Beginn der statistischen Aufzeichnung der Population im Jahr 1973 noch nie gegeben.

Der Storch von Klein Wesenberg hat schon Junge ausgebrütet. Quelle: Pastor Erhard Graf

Drillinge an Bord in Klein Wesenberg

Storchenpaare haben sich niedergelassen in Bargfeld-Stegen (5), Delingsdorf, Fischbek, Grönwohld, Groß Barnitz, Großensee, Hammoor, Heilshoop, Jersbek, Klein Wesenberg, Langelohe, Lasbek, Meddewadde, Mollhagen, Neritz, Papendorf, Rethwischfeld, Rümpel, Seefeld, Sprenge, Stellau, Stemwarde, Sühlen, Tangstedt, Todendorf, Tremsbüttel, Westerau und Wiemerskamp. Ein Single hat den Horst in Klein Schenkenberg bezogen.

Guter Start nach zwei „Stör“-Jahren

„Die Saison beginnt wirklich vielversprechend“, sagt Hack erfreut. Ihm zufolge waren die Stormarner Horststandorte schon seit den vergangenen fünf Jahren zu Beginn recht gut besetzt. Von 2014 an lag die Zahl der zurückgekehrten Adebare bei einem Wert zwischen 28 und 31 Paaren. Doch das war nicht immer ein Garant für eine gute Entwicklung der Population. „Die beiden vergangenen Jahre waren ’Stör-Jahre’ mit ganz gegensätzlichen Phänomenen“, erklärt der Experte. Nachdem es 2017 sehr starke Niederschläge gegeben habe und die Störche zudem unter arger Kälte gelitten hätten, sei das Jahr 2018 ins andere Extrem ausgeschlagen. Aufgrund anhaltender Hitze und Trockenheit hätten die Vögel letztlich kaum noch Nahrung gefunden. „Die Reproduktionsrate war entsprechend. Es gab leider nur sehr wenig Nachwuchs“, berichtet Hack.

Bargfeld-Stegen erneut Storchenhochburg

Nach seinen Beobachtungen kreisen sogar immer noch Single-Tiere über Stormarn. Doch selbst, wenn sie jetzt Nester okkupieren und sogar noch einen Partner finden sollten, stärkt das die Population im Kreis nicht unbedingt. Denn inzwischen ist es schon fast zu spät, um noch Junge aufzuziehen. Schließlich starten ausgewachsene Jungvögel bereits im August wieder gen Süden. In Bargfeld-Stegen, das sich über die Jahre zum Storchendorf gemausert hat, ist es dagegen schon wahrscheinlicher, dass sich auf fünf Horsten Nachwuchs einstellt. Auch in 24 anderen Stormarner Dörfern haben sich rechtzeitig Paare niedergelassen.

Golfclub Großensee baut Nest für Adebare

In kaum einem anderen Dorf dürfte der Jubel über den Einzug zweier Adebare größer gewesen sein als in Großensee. Mitglieder des örtlichen Golfclubs hatten ein „Wohnungsbauprogramm“ aufgelegt und ein neues Nest auf ihrem Gelände aufgestellt. „Wir waren total überrascht, dass in kürzester Zeit zwei Störche darauf landeten“, erzählt Vorstandsmitglied Reinhard Diatscheschen. Die Anregung, einen Horst zu installieren, griffen die Spieler auf, als sie während einer ihrer so genannten Herrentouren auf, als sie Adebare bei einem fremden Golfplatz nahe Potsdam hocken sahen.

Alle waren gleich von der Idee angetan und spendeten Geld für das Nestbau-Projekt. „Tanne ab, Äste weg – so leicht war es dann aber doch nicht“, erinnert sich Diatscheschen. Zunächst habe der Club einen Bauantrag einreichen müssen, untersetzt mit statischen Berechnungen. „Auch das Aufstellen nachher war eine Riesenaktion. Ein drei Kubikmeter mächtiger Betonsockel mit Stahlgeflecht musste gegossen werden, damit die Standfestigkeit des Mastes gewährt ist“, berichtet der Golfer. Wie er erfuhr, stocken Störche ihre Nester nämlich jedes Jahr auf. So kann ein Horst gut und gerne über eine Tonne schwer werden. Doch für all ihre Mühen sind die Clubmitglieder letztlich entschädigt worden. Immerhin lässt sich das Treiben der Störche in ihrem neuen Heim ganz bequem vom Clubhaus aus beobachten.

Die Herrengruppe des Golfclubs Großensee – hier auf einem Ausflug – hat dafür gesorgt, dass ein Storchennest auf dem Clubgelände aufgestellt wird. Quelle: Privat/hfr

Die Herrengruppe bereitete den Störchen ein Nest

Golfanlagen stehen oft im schlechten Ruf, weil dort zu viel Chemie zum Einsatz komme. Nicht so der Golf Club Großensee. Die Mitglieder haben sich für eine umweltgerechte Bewirtschaftung entschieden. Ihre Anlage wurde im August 2018 mit dem Siegel „Golf & Natur Gold“ zertifiziert. Um nachzuweisen, dass die Vergabe des Titels berechtigt ist, hatte der Club diverse Gutachten in Auftrag gegeben, um die Biotope sowie Flora und Fauna auf dem Gelände erfassen zu lassen.

Im Jahre 2014 etwa dokumentierte ein Planungsbüro, dass die künstlich angelegten Wasserflächen auf dem Gelände sogar gefährdete Arten wie Kammmolch und Moorfrosch eine Heimat gefunden haben. Zwei Jahre später folgte eine Dokumentation der Brutvogelvorkommen. Sie ergab, dass in Schleswig-Holstein so seltene Arten wie Kiebitz, Koloniebrüter, Graureiher, Rohrweihe und Kranich auf der Anlage heimisch sind. Um das Gütesiegel zu erfüllen, musste der Club aber noch weitere Auflagen erfüllen.

Hoffnung auf reichlich Regenwürmer

Die Zeichen stehen in Stormarn also auf Zuwachs. Das Wetter spielt nach Hacks Einschätzung zurzeit noch gut mit. Zurzeit verfütterten die Alttiere hauptsächlich Regenwürmer. Da es in Abständen immer wieder Niederschläge gebe, herrsche kein Mangel daran. „Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Brutsaison positiv verläuft und nicht wieder in einem Drama endet wie in den vorangegangenen Jahren“, sagt der Storchenbetreuer.

Störche üben eine besondere Faszination auf den Menschen aus. Vielleicht, weil sie sich von Zeit zu Zeit rar machen und ihre Anwesenheit nicht selbstverständlich ist?

Dorothea von Dahlen

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