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Stormarn Mit Meeno Schrader raus in die Natur
Lokales Stormarn Mit Meeno Schrader raus in die Natur
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20:10 26.04.2018
Meeno Schrader (M.) in Grabau: „Und soo sieht eine Schnecke von unten aus."
Meeno Schrader (M.) in Grabau: „Und soo sieht eine Schnecke von unten aus." Quelle: Foto: Bettina Albrod
Grabau

Den Startschuss gab am Donnerstag im „Naturerlebnis Grabau“ (Kreis Stormarn) Wetterexperte und Schirmherr Meeno Schrader. Die Natur ruft, und zum 13. Mal hat sie das Bündnis für den „Aktionsmonat Naturerlebnis“ erhört. Dafür haben sich das Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume, die Stiftung Naturschutz, der Volkshochschul-Landesverband und der Sparkassenverband zusammengetan, um durch ein konzentriertes Angebot an Naturerlebnissen pädagogisch zum Naturschutz beizutragen.

„Der Aktionsmonat Naturerlebnis ist ein herausragendes Format, um ohne erhobenen Zeigefinger der Wissenskorrosion vorzubeugen“, erklärte Anne Benett-Sturies, Leiterin des Landesbildungszentrums. „Von 700 Angeboten sind 300 speziell für Kindertagesstätten und Schulen konzipiert.“ Sie werden kostenlos angeboten.

Schnecke von unten

 Raus in die Natur, heißt es also im Wonnemonat Mai für Kleine und Große, die nicht nur durchs Grüne wandeln, sondern Flora und Fauna durch fachliche Beratung mit ganz anderen Augen sehen sollen. Eine Kita-Gruppe war bei der Eröffnung schon an Ort und Stelle und sah sich gebannt an, wie eine Weinbergschnecke von unten aussieht. Die kroch auf einer Glasscheibe, die NDR-Wetterfrosch Meeno Schrader hielt, und bot so den Panorama-Blick. Aus „Iiih“ wurde „Aaah“, als Waldpädagoge Jens Lübbers erklärte, dass Schnecken zweigeschlechtlich sind, damit sie sich jederzeit fortpflanzen können – für die Jagd nach dem passenden Partner sind sie viel zu langsam. „Lernerlebnisse helfen, die Natur zu deuten, damit bekommt sie für den Einzelnen auch Bedeutung“, ist Anne Benett-Sturies überzeugt. „Vom Wesen der Bäume“, „Alles im Fluss“ oder „Wildkräuter zum Essen“ lauten Angebote, die die Menschen zurück in die Natur bringen. Das Programmheft ist nach Kreisen aufgeteilt und zeigt übersichtlich, was die Organisatoren im Angebot haben. Von Flensburg und Sylt bis zum Herzogtum Lauenburg im Süden sind alle Kreise und Städte mit Aktionen vertreten. „Spannend ist schon, was in einem Kubikmeter Erde alles drin ist“, sagte Hans Brüller vom Landesverband der Volkshochschulen in Schleswig-Holstein. Neben Käfern und Würmern sind das auch Plastikreste, die so in die Nahrungskette gelangen. „Es werden Themen aus eigenem Erleben vertieft“, betonte Brüller. Um das zu vermitteln, müsse man schon im Kindesalter anfangen. Das Angebot umfasse viele verschiedene Bausteine für das Erleben von Natur, ergänzte Walter Hemmerling von der Stiftung Naturschutz. „Wir betreuen 35000 Hektar Land in Schleswig-Holstein als grüne Infrastruktur für bedrohten Lebensraum.“

Natur braucht Mittler

Schirmherr Meeno Schrader lobte das Engagement aller Beteiligten. „Die Natur braucht Mittler, die als Übersetzer auftreten“, sagte er. Viele Ehrenamtliche seien beteiligt, um die Aktion zu unterstützen. Der Monat Mai sei besonders für die Projekte geeignet, weil so das Anbrechen des Frühlings bewusst erlebt werden könne.

Spielen und Lernen seien durch die Aktion miteinander verbunden, ergänzte Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein. „Im Naturerlebnis Grabau stehen rund 10 000 Hektar Natur für die Naturpädagogik zur Verfügung, pro Jahr kommen 8000 bis 10 000 Kinder hierher, um zu spielen und dabei zu lernen.“ Das sei genau das, was die Stiftungen unter dem Dach der Sparkasse unterstützen wollten.

Auch die Erwachsenen können die Natur neu kennen lernen: Natur- und Landschaftsführerin Elke Hilbert zeigte, wie man aus Erlenzapfen und rostigen Nägeln schreibfähige Tinte macht.

Das ganze Programm steht

im Internet unter

www.aktion-naturerlebnis.de

Wetteraussichten

Von Bauernregeln hält Wetterexperte Dr. Meeno Schrader wenig. „Bei allem Respekt vor den Landwirten, die aus Erfahrung die Wetterentwicklung oft besser kennen als Meteorologen, sind die Bauernregeln meist in Süddeutschland entstanden und haben deshalb keinen Wert für das Wetter im Norden. Bei vielen Bauernregeln ist es so, dass der Reim im Vordergrund steht, nicht die tatsächliche Vorhersage.“

Ein Beispiel für eine Bauernregel ist: „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder bleibt wie es ist.“

 Bettina Albrod