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Stormarn Mit dem Oldtimer ins Oldesloer Autokino
Lokales Stormarn Mit dem Oldtimer ins Oldesloer Autokino
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18:10 28.04.2018
„Autokino – das ist Old School pur !“, sagt Arni (54, l.) – und sagte sofort ihren Freunden Claus (45) und Anja (40) Bescheid. „Na klar haben wir direkt gesagt, dass wir dabei sind“, betonen die beiden.
„Autokino – das ist Old School pur !“, sagt Arni (54, l.) – und sagte sofort ihren Freunden Claus (45) und Anja (40) Bescheid. „Na klar haben wir direkt gesagt, dass wir dabei sind“, betonen die beiden. Quelle: Fotos: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

„Das schwerste war, sich vorzustellen, wie es wohl sein wird“, erklärte Inken Kautter vom KuB, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Tabea Braun und dem Mobilen Kino Schleswig-Holstein dieses Event organisiert hatte. Denn nicht nur das Autokino auf dem Exer an sich hatte Premiere, auch die Familie Frank vom Mobilen Kino hatte solches noch nie organisiert. „Wir machen ja sonst Kino im Saal oder Open-Air-Kino mit Sitzplätzen. Dies aber war jetzt neu und fordert tatsächlich viel, viel mehr Arbeit und noch mehr Aufregung“, sagte Siegfried Frank.

Zum ersten Mal Autokino in Bad Oldesloe – und alle fuhren auf den Exer: Der erste Film „Blues Brothers“ war mit 84 Fahrzeugen komplett ausverkauft, und auch die anderen beiden („Fast & Furious 7“ um Mitternacht und „Pretty Woman“ am zweiten Abend) waren gut besucht.

So kamen die Airscreen-Leinwand aus Köln und die UKW-Sender aus Frankfurt erst einen Tag vorher an. „Da war ich schon enorm angespannt.“ Ein wichtiger Faktor ist Franks Meinung nach das Wetter.

Dieses zeigte sich einen Tag vor der Veranstaltung von seiner windigen Seite, wehte die aufgestellten Abgrenzungen wieder um, sodass diese erst mal mit Steinen beschwert werden mussten. Am Premierentag, einem milden Frühsommertag, klappte dann aber alles, und der Oldtimer-Liebhaber betonte entspannt: „Großes Lob an Inken Kautter und Tabea Braun – die haben sich wirklich ins Zeug gelegt .“

Auf dem Exer reihte sich dann ein Golf neben einem Ford Mustang ein, ein BMW parkte neben einem Mercedes-Bus. Viele Besucher dieses ersten Autokinos in Bad Oldesloe waren mit ihren Oldtimern vorgefahren. So auch Dennis Kleinschmidt (32) und seine Frau Annkatrin aus Stockelsdorf. Der Oldtimerfan hatte seinen Chevrolet Master Deluxe von 1941 auf dem Exer eingeparkt. Ursprünglich hatte er zu „Herbie – Ein toller Käfer“ mit einem 1965er Käfer vorfahren wollen. Als dann die Filmauswahl noch einmal geändert wurde, entschied er sich für den Chevrolet. „Der passt besser zu ,Blues Brothers’

und ist mit seiner durchgehenden Rückbank auch gut zum Kuscheln“, sagte er schmunzelnd. Getränke, eine Kuscheldecke und sogar eine Wärmflasche – falls es dann doch ganz kalt werden sollte – hatte das Ehepaar, das zum ersten Mal ein Autokino besuchte, auch eingepackt.

Ebenfalls Premiere bei solch einem Event für Ute Jepsen: „Aber wenn Oldesloe so etwas Tolles veranstaltet, sollte man auch hingehen“, sagte die 54-jährige, die passend zum Film mit Hut, schwarzer Sonnenbrille und Anzug angezogen war. „Das gehört doch irgendwie dazu.“ Sowohl vom Autokino als auch vom Film war die Reinfelderin begeistert: „Autokino – das ist doch wie Picknick im Auto. Ein absolutes Highlight. Und Autokino und ,Blues Brothers’ – das passt.“

Nur einmal als Kind ist Claus aus Lüchow im Autokino gewesen: „Das war mit meinen Eltern in Billbrook, wir haben ,Elliott – das Schmunzelmonster’ gesehen“, erinnert sich der 45-Jährige. Freundin Anja dagegen war in ihrer Jugend regelmäßige Besucherin eines Autokinos. „Ich komme aus der Nähe von Stuttgart, da hatten wir ein festes Autokino.“ Von der Veranstaltung in Bad Oldesloe hatten die beiden von Freundin Arni (53) erfahren und sofort zugesagt: „Klar, dass wir dabei sind – und natürlich auch in Oldtimern vorfahren.“

Bewusst einen „Fußgänger-Platz“ direkt vor der Leinwand hatten sich die Freundinnen Mercedes (16) und Vanessa (15) aus Grabau ausgesucht. „Wir wollten gern auf den Liegestühlen sitzen, und Decken liegen hier ja auch mit aus.“ Die Kälte fürchteten sie nicht, einen Plan B gab’s trotzdem: „Wenn uns zu kalt wird, können wir zu meiner Schwester, die mit ihrem Auto weiter hinten steht“, sagte Vanessa.

Das erste Mal

LN-Reporterin Sandra Freundt (47) war mit ihrem Mann Uwe (48) und Sohn Marvin (10) das erste Mal im Autokino: „Ich hatte keine Lust auf den Film, Uwe nicht auf Autokino. Doch das Open-Air-Flair packte uns schon beim Rauffahren auf den Exer. Es gab neben Popcorn auch Zuckerwatte, Hot Dogs, Currywurst – lecker! Dann begann der Film, und wir ließen uns von der fetzigen Musik mitreißen. Ich sang sogar ein paar Zeilen mit, störte in den eigenen vier Autowänden ja keinen. Auch Uwe war begeistert: ,Das ist ja richtig gemütlich im Auto – und jeder kann die Lautstärke einstellen wie er will. Das können wir ruhig öfter machen!’ Nur Marvin verschlief den halben Film – im Autokino jedoch kein Problem: Man kann sich ja einfach langlegen.“

 Sandra Freundt