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Stormarn Mit dem Todendorfer Sonnenbrot Asylbewerbern helfen
Lokales Stormarn Mit dem Todendorfer Sonnenbrot Asylbewerbern helfen
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20:10 08.09.2015
Ein Euro pro verkauftem Flüchtlingsbrot wird gespendet: Der Todendorfer Bäckermeister Jens Muchow, Ehefrau Jeannine und Sohn Maurice wollen so den Menschen helfen, die aus Kriegsgebieten geflohen sind. Quelle: K. Kuhlmann-Schultz
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Todendorf

Die Muchows wollen nicht untätig sein, sie wollen den Flüchtlingen in Todendorf helfen. Dafür hat Bäckermeister Jens Muchow jetzt ein Brot kreiert, das Flüchtlingsbrot.

Sein Sauerteigbrot, das zu 60 Prozent aus Roggen und zu 40 Prozent aus Weizen besteht, sieht aus wie eine Sonne. Und das ist Absicht. „Wir haben lange überlegt, was wir machen können. Ein Brot anzubieten, lag da einfach auf der Hand.“

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Pro verkauftem Flüchtlingsbrot geht jeweils ein Euro in die Spendenkasse für die Flüchtlingsfamilien, die in Todendorf leben. „100 bis 120 Brote könnte ich pro Tag backen“, erklärt Muchow. Anfangen will er aber bescheidener und erst einmal abwarten, wie das Brot über die Ladentheke geht. In zwei Größen wechselt das Brot den Besitzer: „Wir bieten das Brot mit 500 Gramm an für unsere älteren Kunden und mit 750 Gramm“, erklärt Jeannine Muchow — für zwei Euro oder 2,50. Zum einen natürlich im eigenen Geschäft in Todendorf, jeweils montags bis sonnabends von 6 bis 11 Uhr, und dann aber auch auf den Wochenmärkten, die mit den Verkaufswagen angefahren werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Muchows engagieren. Für die Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose (TAS) in Norderstedt hat der Bäcker eine Sandtorte gebacken, die 2,32 Meter lang war.

Mindestens zwei Euro mussten die Kunden pro Stück bezahlen. Die Sandtorte, die zur Feier des 30-jährigen Bestehen des Marktes vor dem Norderstedter Rathaus verkauft wurde, war die längste der Welt, „inoffiziell“, wie Jens Muchow erklärt und lacht.

Drei Monate lang will Muchow das Flüchtlingsbrot backen, will seine Frau das Brot verkaufen. „Es soll ja ordentlich was zusammenkommen für die Flüchtlinge“, findet das Ehepaar.

K. Kuhlmann-Schultz

08.09.2015
08.09.2015