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Stormarn Neue Mobilität: Mitfahrbänke für Senioren
Lokales Stormarn Neue Mobilität: Mitfahrbänke für Senioren
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15:51 27.05.2019
In Barsbüttel hat eine interfraktionelle Frauengruppe das Projekt auf den Weg gebracht: v.l. stehend Karin Eickenrodt, BfB; Angela Tsagkalidis, Grüne; Anja Fritsch, BfB; Birgit Wienzek, Grüne; v.l. sitzend Sabrina Borchers, CDU; Heike Brost, SPD; Marion Meyer, SPD. Quelle: Stella Tsagkalidis/hfr
Bad Oldesloe

Die Gemeinde Barsbüttel bekommt als eine der ersten im Kreis Stormarn Mitfahrbänke. Das organisierte Trampen ist vor allem für Senioren gedacht, die kein Auto haben. Sie können sich dann auf eine der Banken setzen und werden dann – hoffentlich ohne lange Wartezeit – von einem Autofahrer zu ihrem Zielort gebracht. „In Barsbüttel werden wir acht Mitfahrbänke anschaffen, um auch die Ortsteile Stemwarde, Stellau und Willinghusen zu verbinden“, sagt Marion Meyer von der SPD. Die Finanzierung ist noch nicht klar, die Bänke werden jeweils rund 1000 Euro kosten.

Marion Meyer weist zudem auf eine weitere Besonderheit hin: Der Antrag auf Anschaffung der Bänke, kommt von der vor kurzem gegründeten interfraktionellen Frauengruppe Barsbüttel (Infraba). Parteiübergreifend arbeiten dort Frauen aller Fraktionen der Gemeindevertretung zusammen. Diese stimmte nun dem Antrag einstimmig zu.

„Dass der erste interfraktionelle Antrag gleich so positiv aufgenommen wurde, spricht für die Mitfahrbänke. Der Erfolg wird sich zeigen, wenn die Bänke von den Bürgern angenommen werden“, sagt Marion Meyer. „Aber da haben wir keine Sorge, wir haben auch schon weitere Anfragen für Bänke aus Oststeinbek.“ Jetzt könne begonnen werden, die Mobilität im Ort zu erweitern”, ergänzt Angela Tsagkalidis von den Grünen. Autofahrer, die sich an der Aktion beteiligen möchten, sollen einen Erkennungsbutton für das Armaturenbrett bekommen.

In Trittau gehören die Bänke zum Klimakonzept

Zwei andere Stormarner Gemeinden hatten schon vor zwei Jahren die Idee dazu. In Trittau gehören Mitfahrbänke zum Klimaschutzkonzept und sollen demnächst aufgebaut werden. Das Projekt wird von der Aktivregion Alsterland gefördert. Die beiden Bänke sollen am Vorburgplatz und am Ortsausgang stehen.

Im Amt Bargteheide-Land war die Gemeinde Bargfeld-Stegen die treibende Kraft. Es wird dort an einem Gemeinschaftsprojekt mit Bargteheide, Jersbek, Elmenhorst und Sülfeld im Kreis Segeberg gearbeitet. Derzeit werden die Standorte für die Bänke ermittelt.

Apropos Segeberg: Dort wurde bereits vor einem Jahr das Mitfahrnetz Segeberg gegründet, bisher allerdings mit mäßigem Erfolg. Die Mitfahrbänke sind dort nicht so stark frequentiert wie erhofft – im Internet-Portal mitfahrnetz.segeberg.de sind lediglich knapp 300 Nutzer registriert. Kurios: Es werden mehr Fahrten angeboten als gesucht. Nicht ausgeschlossen, dass das Projekt nach der Testphase wieder eingestampft wird.

Dörpsmobile in Nordstormarn?

Im Amt Nordstormarn sucht man daher auch nach anderen Möglichkeiten. Auch hier wird das Thema Mobilität der Älteren schon länger diskutiert. „Sie müssen zum Arzt oder zum Einkaufen. Einige ziehen dann weg aus ihrem Dorf, weil in der Stadt alles besser erreichbar ist“, erklärt Amtsdirektor Stefan Wulf. Um die Senioren zu halten, gibt es verschiedene Ansätze in den Gemeinden. Das Modell Mitfahrbank sei in dem Bereich zwischen Lübeck und Bad Oldesloe jedoch schlecht umsetzbar. Wulf: „Die Anbindung ist nicht ideal. An vielen Stellen kommen einfach zu wenige Autos vorbei.“

Ein anderer Ansatz, der in Nordstormarn erfolgversprechender scheint, ist das sogenannte Dörpsmobil. Das heißt, eine Gemeinde oder ein Verein schafft ein Auto an, das Dorfbewohner transportieren kann. „Allerdings müssen sich dafür eben auch Fahrer finden, die regelmäßig Zeit haben“, sagt Wulf. Erste Überlegungen dahingehend gibt es bereits in der Gemeinde Hamberge, die über einen eigenen Schulbus verfügt. Den könne man nutzen, so Wulf, allerdings gehöre dazu auch ein gewisser organisatorischer Aufwand. Der Amtsdirektor rechnet jedoch damit, dass mittelfristig solche Dörpsmobile durch Nordstormarn fahren werden.

In anderen ländlichen Bereichen sind Mitfahrbänke auch schon mal thematisiert worden, konkrete Pläne gibt es dazu allerdings nicht. „Unsere Gemeinden sind über den ÖPNV angebunden, einige besser, andere schlechter“, sagt Steffen Mielczarek, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Bad-Oldesloe-Land.

Kein Thema in Reinfeld und Bad Oldesloe

Auch in der Stadt Reinfeld sind Mitfahrbänke kein Thema. „Wir haben das Anruf-Sammeltaxi, das relativ günstig ist“, sagt dazu Bürgermeister Heiko Gerstmann.

Bad Oldesloes Stadtsprecherin Agnes Heesch findet die Idee grundsätzlich charmant, erachtet sie aber auch nur für den ländlichen Raum ohne entsprechende ÖPNV-Anbindung als sinnvoll. Die Stadt Bad Oldesloe will dagegen weiter in den Busverkehr investieren. Nach der vierten Linie für den Stadtverkehr strebt die Kreisstadt nun den Halbstundentakt für diese Linien an. Unklar ist nur, ob Bad Oldesloe selbst die Finanzierung übernimmt oder der Kreis Stormarn. Der Verkehrsausschuss des Kreises hatte den Antrag der Stadt jedoch abgelehnt.

Markus Carstens

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