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Stormarn Erste Jugendberufsagentur im Kreis eröffnet
Lokales Stormarn Erste Jugendberufsagentur im Kreis eröffnet
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18:03 12.09.2019
Kerstin Ehlers, Leiterin der Arbeitsmarktabteilung im Kieler Arbeitsministerium (v. l.), Landrat Dr. Christoph Mager und Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Redionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit in Kiel, eröffneten am 12. September offiziell die erste Jugendberufsagentur des Kreises in Mölln. Quelle: Joachim Strunk
Mölln

Es ist die erste Jugendberufsagentur im Kreis, ja sogar im ganzen Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, die für das Herzogtum Lauenburg und Stormarn zuständig ist, und die neunte JBA im Land. „Die nächste wird im November in Lübeck eröffnet“, verriet Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, die eigens zur Eröffnung aus Kiel angereist war.

Keine neue Behörde

„Es ist keine neue Behörde“, betonte sie auf der Pressekonferenz, „sondern eine neue Anlaufstelle für die Zielgruppe – junge Leute bis 25 Jahre, die sich auf dem Übergang von der Schule in den Beruf befinden“. Bei der JBA, zu deren Netzwerkpartnern die Arbeitsagentur Bad Oldesloe, das Jobcenter und der Kreis Herzogtum Lauenburg, das Schulamt und das Berufsbildungszentrum Mölln gehören, sind insgesamt zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Vor etlichen geladenen Gästen erklärte Margit Haupt-Koopmann das Anliegen der Jugendberufsagentur: "Kein Jugendlicher soll künftig beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt verloren gehen". Quelle: Joachim Strunk

Sie bündeln ihre Kompetenzen, um gemeinsam junge Menschen aus dem Nordkreis des Herzogtums effektiv und erfolgreich beim Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen. Bislang hätten Jugendliche verschiedene Ansprechpartner meist auch an unterschiedlichen Anlaufstellen gehabt.

Niemand soll verloren gehen

„Oft sind uns beispielsweise Kunden auf dem Fußweg hier vom Jobcenter, wo sie eine Beratung hatten, bis zur Arbeitsvermittlung am Jochim-Polleyn-Platz schlicht abhandengekommen“, erklärt Berufsberater Matthias Parbs. Dies wolle man mit dem gebündelten Standort künftig vermeiden, damit, wie es Haupt-Koopmann symbolisch formulierte, „kein Jugendlicher beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt verloren geht“.

"Keine langen Wege, vor allem aber: keine Umwege" erhofft sich die Chefin der Regionaldirektion Nord für junge Leute bis 25 Jahre von der Konzentration und Bündelung der Kräfte vor Ort. Quelle: Joachim Strunk

Wie wichtig es ist, machte sie anhand jüngster Arbeitsmarktzahlen deutlich. „Von 8600 Arbeitslosen unter 25 im Land haben 6200 oder 71,3 Prozent keinen Berufsabschluss. Im Kreis Herzogtum Lauenburg liegt deren Anteil gegenwärtig bei 72 Prozent: 443 von insgesamt 615. Speziell für diese jungen Menschen mit ,Startschwierigkeiten’ sind die vielfältigen und aufeinander abgestimmten Beratungs- und Unterstützungsangebote der JBA unentbehrlich“, so Haupt-Koopmann.

Gegen den Fachkräftemangel

Kerstin Ehlers, Leiterin der Arbeitsmarktabteilung im Wirtschafts- und Arbeitsministerium des Landes Schleswig-Holstein, wies zudem auf die Notwendigkeit hin, dem Fachkräftemangel vorzubeugen: „Die Fachhochschule Kiel hat in einer Studie den Fachkräftebedarf für das Jahr 2035 errechnet. In Schleswig-Holstein fehlen uns dann aus demografischen Gründen 180 000 Facharbeiter. Diese Lücke kann sich durch weitere Faktoren schnell auf 300 000 vergrößern.“

Info

Die JBAJugendberufsagenturHerzogtum Lauenburg ist auf dem Gelände des Jobcenters in Mölln, in der Alt-Möllner-Straße 2, angesiedelt.

Geöffnet ist die JBA montags und dienstags sowie donnerstags und freitags jeweils von 8 bis 12 Uhr, am Donnerstag für Berufstätige zusätzlich von 15 bis 18 Uhr.

Beratungen nach vorheriger Terminvereinbarung finden am Mittwoch statt.

Vor allem Fachkräfte im mittleren Qualifikationsniveau seien gefragt – im Tourismus, in der Pflege oder in anderen Dienstleistungen. Um die Arbeit und Bekanntheit der JBA Mölln schneller bekannt zu machen, fördert das Land die Gründung mit 20 000 Euro.

Die Möllner Jugendberufsagentur ist in den Gebäuden des Jobcenters in Mölln, Alt-Möllner-Straße 2, angesiedelt. Quelle: Joachim Strunk

Seit 2016 gibt es neun JBA in Schleswig-Holstein. Bislang habe man gefühlt gute Erfahrungen gemacht. Derzeit, so Ehlers, laufe auch eine Evaluierung, also eine konkrete Bewertung. Die Ergebnisse sollen im November veröffentlicht werden.

Möglicher Standort in Geesthacht

2018, so Landrat Dr. Christoph Mager, habe sich der lauenburgische Kreistag zur Einrichtung einer JBA entschlossen und dafür eine zusätzliche Stelle bei der Jugendhilfe geschaffen. Der Standort Mölln habe sich durch die Nähe zum Berufsbildungszentrum ergeben. Ein möglicher zweiter Standort im Südkreis wäre Geesthacht. Eine entsprechende Entscheidung sei erst nach den Erfahrungen mit Mölln zu erwarten.

Der Kreis Stormarn hat sich bislang noch nicht für eine JBA entscheiden können. Stefan Schröder, Sprecher der Agentur in Bad Oldesloe, kann sich allerdings mittelfristig eine solche in der Kreisstadt vorstellen, da hier die Berufsschulen angesiedelt sind.

Von Joachim Strunk

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