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Stormarn Multical in Ahrensburg: Die Kunst der Integration
Lokales Stormarn Multical in Ahrensburg: Die Kunst der Integration
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14:57 23.05.2019
45 Jugendliche sind an dem Projekt beteiligt. Quelle: Bettina Albrod
Ahrensburg

Fremdsein hat viele Gesichter: Zugewandert, andere sexuelle Orientierung, Pubertät oder von der Gruppe gemobbt sind einige Beispiele dafür. In Ahrensburg erarbeiten derzeit 45 Jugendliche im Alter von zwölf bis 21 Jahren im Rahmen des Projekts „Fremd sein – ein Multical“ ihre individuellen Aspekte zu dem Thema. Dabei entsteht eine Collage aus unterschiedlichen Ausdrucksformen, die durch verschiedene Projektpartner getragen wird. Am 23. August wird das Ergebnis auf der Bühne des Kulturzentrums Marstall gezeigt. Gefördert wird das Projekt mit 19000 Euro durch das Bundesprogramm „Kultur macht stark – Bündnis für Bildung“.

Kirsten Preuischoft (v.l.), Caroline Dibbern, Christina Schlie und Angela Kross. Quelle: Bettina Albrod

Fremdheit überwinden

„Ziel des Projekts ist es, Fremdheit zu überwinden“, erklärt Armin Diedrichsen, Programm-Manager beim Marstall Ahrensburg. „Alle Inhalte werden gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt“, erläutern die erfahrenen Theatermacher Christina Schlie, Caroline Dibbern und Angela Kross aus Bargteheide, die die künstlerische Leitung des Projekts übernommen haben. Sie haben einen roten Faden entworfen, der fünf Bilder zum Thema „Fremd sein“ miteinander verbindet.Im Mittelpunkt stehe der einjährige Prozess, das Projekt zu erarbeiten, nicht die Aufführung selbst. Schon dadurch entstehe eine enge Vernetzung der Gruppen untereinander. Das Projekt leiste damit einen Beitrag zur Integration.

Auch Break Dance gehört zu den Elementen des Multicals. Quelle: ba

Die Ausdrucksformen sind vielfältig, „alle künstlerischen Stilrichtungen sind erlaubt.“ Ob Poetry Slam, Break Dance, Theater, Beat-Boxen, Gesang, Videokunst oder Tanz – die Gefühle der Beteiligten werden auf ganz unterschiedliche kreative Weise umgesetzt. In der Arbeit am Multical arbeiten die jungen Leute zunächst in den Gruppen der einzelnen Projektpartner an ihrer Kunst. So ist das Bruno-Bröker-Haus vertreten, eine Jugendfreizeitstätte der Stadt Ahrensburg, die eine eigene Breakdance-Gruppe hat. Hauke Wendt und seine Frau Jacqui führen eine Musical-Schule in Ahrensburg, die professionelles Singen und Tanzen lehrt. Von der Schule am Heimgarten ist Lehrerin Kirsten Preuschoft mit einer Gruppe beteiligt. „Alle zwei Wochen treffen wir uns im Marstall, um die einzelnen Elemente gemeinsam zu proben und den anderen zu zeigen“, erklärt Caroline Dibbern.

Fluchterfahrung umgesetzt

Auf der Bühne bewegt sich ein blaues Tuch in Wellen, darauf sitzen gebeugt ein paar Menschen in Bootform – fertig ist der beklemmende Eindruck der Fluchtsituation. Die Jugendlichen sind dabei als Darsteller aktiv und gleichzeitig die Zuschauer der anderen. Zudem tragen alle dazu bei, die Einzelelemente zusammen zu fügen. Sie zeigen die Fluchterfahrung eines jungen Mädchens, das per Boot aus Syrien geflohen ist, als Bild. „Die Musik dazu hat eine andere Gruppe komponiert, die die Szene gesehen hat“, sagt Angela Kross. Es gebe spontane Zusammenarbeit, gegenseitige Anregung und viele gute Ideen, die von den Jugendlichen selber kommen. Bei einer halsbrecherischen Breakdance-Szene ist die Bewunderung für die Tänzer spürbar, und eine Solosängerin schafft es, den ganzen Saal zu begeistern.

Jugendliche setzen das Thema "Fremd sein" aus eigenen Erfahrungen um. Quelle: ba

„Für die Darstellung braucht es Mut“, hat Christina Schlie beobachtet, „die Jugendlichen geben auf der Bühne sehr viel von ihren Gefühlen und Gedanken preis.“ Aus der Arbeit ist eine Kiste voller wertvoller Aussagen entstanden. „Das führt zum Verarbeiten beim Erzählen der eigenen Gefühle“, hält Diedrichsen fest. „Die Jugendlichen gehen danach mit einer anderen Erfahrung ins Leben.“ Wenn die Förderung weiter bewilligt werde, soll das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Das Ergebnis kann man kostenfrei am 23. August um 19.30 Uhr im Marstall in Ahrensburg sehen.

Bettina Albrod

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