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Stormarn Museumschefin wird zur Zockerin
Lokales Stormarn Museumschefin wird zur Zockerin
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20:10 17.11.2017
Ein alter Daddelautomat als Leihgabe: Anja Rademacher versucht ihr Glück im Spiel. Quelle: Fotos: M. Thormählen
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Reinfeld

Museumsleiterin Anja Rademacher hat das Spielgerät aus den sechziger Jahren schon selbst ausprobiert – eigentlich ist sie nach eigenem Bekunden nicht gerade eine Expertin, die sich an den Daddelautomaten gut auskennt. Doch sie hatte als Anfängerin offenbar des Glück auf ihrer Seite: Der Automat schluckte nicht nur Groschen, er spuckte auch einen ordentlichen Gewinn aus.

Die Geschichte der Reinfelder Kneipen und Gaststätten ist in den Fokus einer Sonderausstellung im Heimatmuseum gerückt worden. Und am Sonntag, 17. Dezember, haben Besucher die letzte Möglichkeit, um sich die Exponate anzusehen. Die sind um eine Attraktion bereichert worden – es geht um einen rund 50 Jahre alten Spielautomaten.

Darauf mögen sicherlich die vielen Zocker gehofft haben, die einst an dem Gerät spielten. „Es stand früher in der Gaststätte Altdeutscher Hof an der Bahnhofstraße“, erläuterte Anja Rademacher. Der Wirt war als Flossen-Fritz bekannt, Inhaberin seine Ehefrau Hertha Künken. Der Daddelautomat kam später in den Besitz eines Sammlers von Spielgeräten in Rümpel. „Und da hat mein Mann das Gerät gesehen“, erinnerte sich Sina Hänsch-Runde. Ehemann Henning hätte auch ein Kaufangebot gemacht – das wurde jedoch abgelehnt.

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Umso größer war die Überraschung, als Henning Runde vor zwei Jahren seien 50. Geburtstag feierte – und ein besonderes Geschenk bekam. Da stand nämlich das alte Spielgerät. „Das war ganz toll“, so Sina Hänsch-Runde.

Der Automat kann nur mit der früheren Währung gestartet werden. Damals kostete eine Partie zehn Pfennig – etwas mehr als fünf Cent. Und Museumsleiterin Anja Rademacher möchte auch die Besucher an einen Spiel teilhaben lassen – genauer gesagt an einem Quiz. „Schon vor mehr als 50 Jahren musste bei der Stadt ein Antrag gestellt werden, um diesen Spielautomaten aufstellen zu dürfen. Gastwirtin Hertha Künken vom Altdeutschen Hof hatte ihren Antrag am 1. Oktober 1965 im Rathaus eingereicht. Wie lange hat es dann gedauert, bis die Genehmigung der Verwaltung vorlag?“, fragt Anja Rademacher.

Die Teilnehmer können ihre Antworten notieren und die Zettel in eine Metallbox werfen, die neben dem Spielgerät steht. Für den Sieger gibt es einen lukrativen Preis: zwei Freikarten zum Besuch des Filmnachmittages mit Aufnahmen aus dem alten Reinfeld. Diese Veranstaltung ist für 18. Februar geplant.

Das Museum braucht außerdem Hilfe von Besuchern – und das in eigener Sache. „Wir haben ein altes Foto, datiert vom 16. Juni 1916. Es zeigt einen uns unbekannten Mann. Diese Aufnahme gehört zu einem ebenfalls sehr alten handgeschnitzten Holzrahmen“, so Anja Rademacher. Wer kann etwas zur Identität dieser Person oder zur Herkunft des Bildes sagen?

Am Sonntag, 17. Dezember, endet die aktuelle Saison. Am dritten Advent ist das Museum zum letzten Mal in diesem Jahr geöffnet. Dann werden auch die Exponate der Kneipen-Ausstellung wieder abgebaut – es sind meistens Leihgaben. Im nächsten Jahr soll es eine weitere Sonderschau geben, bei der es um das Thema „Schule“ geht.

 Das Reinfelder Heimatmuseum am Neuen Garten 9 ist sonntags zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet. Der Eintritts ist frei.

 mt

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