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Stormarn Nach der Sanierung: Reinfeld vor einer Umzugswelle
Lokales Stormarn Nach der Sanierung: Reinfeld vor einer Umzugswelle
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18:10 24.07.2018
Wird zum neuen Bürgerzentrum: Die Kästner-Schule steht ab Ende Oktober leer. Quelle: Fotos: M. Thormählen
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Reinfeld

David Schliep, Chef des gleichnamigen Malereibetriebes in Reinfeld, war gestern mit seinem Mitarbeiter Andreas Schramm vor Ort, um Fußleisten und Türen einen frischen Anstrich zu geben. „Wir wollen bis Ende dieser Woche fertig sein“, betonte der Malermeister. Neben den Klassenzimmern werden außerdem Flure und Nebenräume saniert. Zurzeit sind noch weitere Handwerker in der Kant- Schule aktiv, um neue Elektroleitungen zu verlegen, erläuterten Stephan Kruse und Maike Petersen von der Stadtverwaltung. Und diese Arbeiten unter dem Dach der Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe sollen, so der Zeitplan, bis Ende kommender Woche abgeschlossen sein. Wenn alles klappt, folgen dann die Restarbeiten, damit in der letzten Woche der Sommerferien der betroffene Bereich gereinigt werden kann.

Von wegen Ruhe: Während die Schüler ihre Ferien genießen, bestimmen Handwerker die Szenerie in der Reinfelder Immanuel-Kant-Schule. Neun Räume sollen vom Herbst an von Kindern der Erich-Kästner-Schule genutzt werden. Diese Umbauaktion soll im August abgeschlossen werden.

In das gesamte Projekt investiert die Stadt 150000 Euro, betonten Stephan Kruse und Maike Petersen. Die Jungen und Mädchen der Erich-Kästner-Schule, einem Förderzentrum für Schüler mit Handicaps, können dann insgesamt sechs Klassenzimmer im Obergeschoss nutzen. Hier gibt es dann außerdem ein Lehrerzimmer sowie einen Verwaltungsbereich. Ein weiteres Unterrichtszimmer wird im Erdgeschoss geschaffen.

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Der Umzug der 28 Schüler ist nach den Worten von Bürgermeister Heiko Gerstmann für die Herbstferien vorgesehen. Damit sei sichergestellt, dass das flache Gebäude der Kästner-Schule, das nur wenige Meter neben der Immanuel-Kant-Schule liegt, von Ende Oktober an leer stehen wird. Doch Reinfeld hat detaillierte Pläne, wie dieses kommunale Gebäude in Zukunft genutzt werden kann. „Wir wollen ein Bürgerzentrum eröffnen“, so der Bürgermeister.

Die letzte noch notwendige Entscheidung für dieses Projekt soll während einer Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 26. September getroffen werden. Der Verwaltungschef geht davon aus, dass es bei diesem Thema keine Probleme geben werde, weil in den Fachausschüssen bereits richtungsweisende Entscheidungen von den Kommunalpolitikern getroffen worden seien.

Vor allem junge Reinfelder werden dann mehr Platz haben, denn auf rund 250 Quadratmetern von bisher vier genutzten Klassenzimmern der Kästner-Schule wird ein neues Jugendzentrum eingerichtet. Damit wird es den zweiten Umzug geben: Der Jugendtreff, der bislang noch seinen Standort im Obergeschoss des Mehrzweckgebäudes auf dem Schulgelände hat, wird mit in das frühere Förderzentrum einziehen.

Auch für die städtische Jugendpflege soll ein neues Büro eingerichtet werden.

„Wir wollen dieses Gebäude multifunktional nutzen“, erklärte Heiko Gerstmann. Das heißt – neben den Bereichen für die jüngeren Bürger sollen auch der Volkshochschule sowie der Oldesloer Musikschule Räume zur Verfügung gestellt werden, um ihre Angebote oder Kurse in Reinfeld besser präsentieren zu können. Eventuell gebe es auch für die Arbeiterwohlfahrt die Möglichkeit, eine Beratungsstelle zu eröffnen.

In Reinfeld wird eine Arbeitsgruppe entscheiden, wie das Projekt Bürgerzentrum realisiert werden kann. „Das kann dann fließend gehen“, so der Bürgermeister. Größere Umbauten werde es voraussichtlich in dem ehemaligen Schulgebäude nicht geben, weil nicht tragende Wände problemlos entfernt werden könnten. Bisher seien keine Investitionen für die Einrichtung des neuen Bürgerzentrums vorgesehen.

Umzug Nummer drei steht im Mehrzweckgebäude am Bischofsteicher Weg an. Wenn der Jugendtreff sein neues Domizil bezogen hat, könnte dieser Bereich im Oberschoss für einen anderen Zweck zur Verfügung stehen. Möglich wäre, Räume für die Hausaufgabenhilfe der Schüler einzurichten oder die angrenzende Bücherei zu erweitern. „Darüber ist allerdings noch nicht entschieden worden“, sagte Heiko Gerstmann.

Zwei Schulen, ein Dach

Die Immanuel-Kant-Schule bietet als Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe Schülern differenzierten Unterricht mit individueller Förderung und Förderung alle Abschlüsse an. Knapp 80 Lehrer, Sozialpädagogen und Schulhelfer unterrichten, beraten und betreuen fast 1000 Schüler. Es gibt auch Angebote einer offenen Ganztagsschule.

Die Erich-Kästner-Schule bietet umfassende Förderung für Kinder mit Handicaps durch Sonderschullehrer in den Förderschwerpunkten Lernen und soziale Entwicklung an. Es gibt auch eine Erziehungshilfe.

Michael Thormählen

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