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Stormarn Nach einem Gebietstausch wird der Kirchberg ausgebaut
Lokales Stormarn Nach einem Gebietstausch wird der Kirchberg ausgebaut
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22:10 24.02.2017
Mit rot angestrichenen Holzpfählen wurde der Verkauf des rund 200 Jahre alten Weges markiert. Er war sehr kurvenreich, damit er auch von Ochsengespannen auf matschigem Untergrund bewältigt werden konnte. Die geteerte Straße Kirchberg (Foto rechts) verläuft dagegen fast gerade. Quelle: Fotos: M. Thormählen
Klein Wesenberg

Abschließende Beschlüsse zu einem neuen Baugebiet, der Ausbau eines alten Ochsenweges und eine deutliche Ablehnung für den Schützenverein, der auf einen Zuschuss von der Gemeinde gehofft hatte: Die Gemeindevertretung Klein Wesenberg traf während ihrer jüngsten Sitzung wichtige Entscheidungen.

Politische und kirchliche Gemeinden einigen sich in Klein Wesenberg.

Zwischen politischer und kirchlicher Gemeinde gibt es eine Abmachung in Sachen Grundstücke. „Wir machen eine Flurbereinigung am Kirchberg, die längst überfällig ist“, erläuterte Bürgermeister Herbert David. Pastor Erhard Graf hat sich mit der Historie beschäftigt. Vor rund 200 Jahren gab es keinen Weg und schon gar keine Straße am Kirchberg: „Da mussten die Bauern oft einen Umweg machen, um zu ihren Äckern zu kommen.“

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Kurzerhand wurde zwischen Kirche und Pastorat von den Bauern ein Weg selbst angelegt. „Der war aber wegen des Höhenunterschieds sehr kurvenreich, denn sonst hätten die Ochsengespanne diese Strecke ja nicht bewältigen können“, sagte Erhard Graf. Dabei blieb es – zunächst. Denn im Zuge der Motorisierung wurde am Kirchberg eine ziemlich gerade Straße ohne Serpentinen geschaffen.

Nachdem der Bereich neu vermessen wurde, stellte sich heraus, dass der ehemalige Weg durch den heutigen Vorgarten des Pastorates und die bewachsene Böschung an der Kirche führte. „Das wird jetzt mit dem Gebietstausch bereinigt. Damit kann die Straße weiter ausgebaut werden“, sagte Pastor Graf.

Neben den Fahrbahnen am Kirchberg sind auch Rad- und Fußwege sowie Parkplätze geplant, denn diese Strecke gilt als Zuwegung für das neue Baugebiet am Schulweg. „Wenn alles klappt, können wir im März mit dem Ausbau beginnen, um dann im Herbst fertig zu sein“, lautet die Vorstellung von Bürgermeister David. Parkplätze sind auf einem Areal geplant, das früher vom Friedhofsgärtner genutzt wurde.

Denn gerade bei größeren Veranstaltungen hat sich nach den Worten von Pastor Graf herausgestellt, dass das Parkplatzangebot nicht ausreiche.

Mit dem Bebauungsplan 9 setzt die Gemeinde weiter auf Wachstum. Insgesamt elf Grundstücke können in absehbarer Zeit am Schulweg bebaut werden. „Die Flächen sind zwischen 600 und 700 Quadratmeter groß. Viele Interessenten wollen ja kein größeres Grundstück“, erläuterte Bürgermeister Herbert David. Bisher hätten sich 16 Interessenten gemeldet. Aus diesem Grund müsse im Rahmen eines Losverfahrens über die von der Gemeinde angebotenen Bauflächen entschieden werden. Diese Aktion ist für den 8. März geplant. Anschließend könnte der Verkauf notariell beurkundet werden.

„Die Käufer können untereinander ihre Grundstücke tauschen“, meinte Herbert David. 130 Euro werden pro Quadratmeter für das erschlossene Bauland genommen. Bevor Bagger und Handwerker zum Bau der Einfamilienhäuser anrücken, muss das Areal allerdings noch vollständig erschlossen werden. Dabei geht es um den Bau der Anliegerstraße sowie um Versorgungsleitungen. Auch Erdgasanschlüsse sind vorgesehen. „Vermutlich werden wir damit im April beginnen“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde hatte die Flächen des Wohngebietes von der evangelischen Kirchengemeinde Klein Wesenberg gekauft.

 Michael Thormählen