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Stormarn Ein Leben für Gerechtigkeit und Ehrenamt
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16:11 21.12.2018
Wendelin Herbrand war 20 Jahre Bürgermeister in Heilshoop und hat 32 Jahre die Geschicke der Gemeinde mitbestimmt. Jetzt ist er mit 80 Jahren verstorben. Quelle: ST
Heilshoop

 Es war ihm nicht vergönnt, seinen politischen Ruhestand lange zu genießen. Wendelin Herbrand ist am 13. Dezember 2018 verstorben. Der Mann, der 32 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde Heilshoop mitgeprägt hat, hinterlässt eine große Lücke. „Uns bleibt ein letzter und herzlicher Dank, verbunden mit außerordentlicher Hochachtung für einen Mann, der über so lange Zeit Großes für die Gemeinde und ihre Bürger geleistet hat“, schreibt Bürgermeister Jan Steen (HKW) im Namen die Gemeinde Heilshoop in der Traueranzeige.

Dieses Foto von Wendelin Herbrand entstand im Juni 2018, als Jan Steen (l.) zum Bürgermeister gewählt wurde. Quelle: Britta Matzen

Von 1998 bis 2018 war Wendelin Herbrand Bürgermeister der Gemeinde Heilshoop. Bereits seit 1986 war er für die AKW (Allgemeine Kommunale Wählervereinigung) Gemeindevertreter und leitete jahrelang Ausschüsse.

Viele Ehrenämter

Wendelin Herbrand war nicht nur Bürgermeister, sondern eine Zeit lang auch stellvertretender Amtsvorsteher. Er gehörte dem Schulausschuss an, hatte einen Sitz im Schulverband Zarpen, war stellvertretender Vorsitzender des Reinfeld-Oldesloer Freundschaftskomitees mit den französischen Partnergemeinden St. Pryvé und Olivet und nicht zuletzt Spartenleiter bei den Badendorfer Sportschützen. Zehn Jahre lang war Herbrand zudem Verbandsvorsteher des Gewässerpflegeverbandes Heilsau. Für seine jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit wurde er Anfang des Jahres mit der Freiherr-vom-Stein-Verdienstmedaille ausgezeichnet.

Ein Pfälzer im Norden

Herbrand kam aus der Pfalz in den hohen Norden. Als Berufssoldat verschlug es ihn nach Jagel. Er war Marineflieger und Zeitsoldat über zwölf Jahre. Anschließend folgte das behördeninterne Studium zum Amtsanwalt. „Wendelin hat da oben auch seine Frau Elke kennengelernt und ist dann ans Lübecker Amtsgericht berufen worden. Er hatte dort einen herausragenden Posten, der viel mit Gerechtigkeit zu tun hatte“, sagt der Bürgermeister von Heilshoop. Das habe man seinem Wirken angemerkt. „Im Gemeinderat war er von seinem Wesen ein sehr angenehmer Partner. Mit Leuten, die eine andere Meinung hatten, ging er immer respektvoll um. Wenn am Ende das Ergebnis der Abstimmung auch mal gegen seine private Meinung war, hat er alles akzeptiert und umgesetzt“, sagt sein Nachfolger. Er sei ein sehr gradliniger, korrekter Mensch gewesen. „Ihm ist nie ein flapsiger Spruch entglitten. Er war ausgesprochen höflich.“ So habe Herbrand auch seine drei Töchter Susanne, Claudia und Barbara erzogen.

Für die Gemeinde ein großer Verlust

„Für die Gemeinde ist es ein ganz großer Verlust“, sagt Steen, der Wendelin Herbrand am 18. Juni 2018 als Bürgermeister abgelöst hatte. Herbrand war nicht mehr angetreten, er wollte Zeit mit seiner Familie und seinen sieben Enkeln verbringen. Wenige Wochen nach der Bürgermeisterwahl stürzte der 80-Jährige und verletzte sich schwer am Kopf. Davon erholte sich Herbrand nicht mehr. Er lag zunächst Wochen im Koma. Als er wieder aufwachte, war er auf dem Weg der Besserung. Bis Anfang Dezember war Wendelin Herbrand in Bad Segeberg im Reha-Zentrum und wurde anschließend nach Reinfeld ins Pflegezentrum verlegt, wo er am Donnerstag der vergangenen Woche verstarb. „Sechs Tage die Woche war seine Frau Elke während der schweren Zeit für ihn da und gönnte sich nur einen Tag Ruhe“, so Steen.

Herbrand sollte zum Ehrenbürgermeister ernannt werden

Tragisch: Die Gemeinde hatte einen Empfang für Wendelin Herbrand geplant. Es sollte eine Überraschung werden. „Wir hatten sämtliche Bürgermeisterkollegen, Mitarbeiter aus dem Amt, vom Gewässerpflegeverband und Bürger aus der Gemeinde eingeladen. Wir wollten Wendelin verkünden, dass er Ehrenbürgermeister wird“, sagt Steen. Doch einen Tag, nachdem die Einladungen verschickt waren, war Herbrand gestürzt. So konnte der Empfang nicht stattfinden. „Wir sind alle sehr unglücklich, dass wir ihm die Ehre nicht mehr zuteil kommen lassen konnten. Das hätte uns so am Herzen gelegen“, bedauert der Bürgermeister. Die Trauerfeier für Wendelin Herbrand war am vergangenen Donnerstag. Die Kirche in Zarpen war komplett besetzt. Herbrand war Katholik, ein katholischer Pfarrer hielt den Gottesdienst. Auf dem Zarpener Friedhof wurde der ehemalige Bürgermeister von Heilshoop beigesetzt. Jan Steen legte immer großen Wert auf den Rat Herbrands, auch wenn sie verschiedenen Wählergemeinschaften angehörten. „Ich bin jetzt ein halbes Jahr Bürgermeister und sehe, wie viel Papierkram mit dem Amt verbunden ist. Herbrand hat das nie nach außen getragen.“ Indem er die Formalien und die weniger relevanten Dinge allein erledigte, habe er die Gemeinde sehr entlastet. „Ich weiß das hoch zu schätzen, was er für uns getan hat – und auch seine Frau Elke, die ihm immer den Rücken freigehalten hat.“

Britta Matzen

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