Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Neritz stimmt für zentrales Trinkwassernetz
Lokales Stormarn Neritz stimmt für zentrales Trinkwassernetz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 26.11.2019
In Neritz wird das Trinkwasser künftig von den Oldesloer Stadtwerken geliefert. Quelle: imago
Neritz

Die Gemeinde Neritz wird an das Trinkwassernetz der Vereinigten Stadtwerke Bad Oldesloe angeschlossen. Das beschlossen die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montag. Zur Finanzierung des Trinkwassernetzes nimmt die Gemeinde einen Kredit von rund 509 000 Euro auf. Zusätzlich werden die 160 Haushalte mit einem Baukostenzuschuss von je knapp 6000 Euro belastet. Bisher bezieht der Ort sein Trinkwasser aus privaten Brunnen. Dabei ist es in letzter Zeit immer wieder mal zu Problemen gekommen.

Die Gemeindevertreter von Neritz stimmten für eine zentrale Trinkwasserversorgung im Ort. Quelle: Bettina Albrod

In der Gemeinde mit 320 Einwohnern wird das Thema Wasserversorgung schon seit einem Jahr diskutiert. Insbesondere die hohen Kosten für den Anschluss, an denen die Haushalte beteiligt werden, führten immer wieder zu Nachfragen und haben auch kurz vor der Entscheidung noch einmal für Diskussionen gesorgt. Der Anschluss sollte ursprünglich 9500 Euro pro Haushalt kosten und war dann auf 6500 Euro reduziert worden. Hier hatte Bürgermeister Dennis Hauke am Montag gute Nachrichten zu vermelden: „Weil wir die 15 Baulücken in Neritz als potenzielle Anschlüsse mitrechnen können, reduziert sich der Baukostenzuschuss pro Haushalt noch einmal auf 5978,25 Euro.“ 80 Prozent der Summe sind zu zahlen, ehe der Zähler montiert wird.

Fördermittel gibt es nicht

Fördermittel, auf die die Gemeinde aus Mitteln von Klimaschutzfonds gehofft hatte, weil durch das Stilllegen der Brunnen 21 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr eingespart werden, gibt es dagegen nicht. „Ich habe die Mittel bei der Investitionsbank beantragt und vom zuständigen Projektträger erst eine Zusage bekommen, die dann widerrufen wurde“, erläuterte Hauke. „Weil es sich in Neritz um die Neueinrichtung eines Netzes handelt, nicht um eine Sanierung, ist die Maßnahme nicht förderfähig.“

Der Bürgermeister erklärte weiter, dass der jetzige Anschlusspreis nicht unbegrenzt gelte. „Die Vereinigten Stadtwerke Bad Oldesloe können diesen Preis für 2019 garantieren.“ Würde die Gemeinde erst später die Entscheidung für den Anschluss treffen, müssten die Baukostenzuschüsse neu berechnet werden. Hauke betonte weiter, dass Haushalte, die durch die hohen Anschlusskosten in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen drohen, drei Jahre Frist haben, ehe sie zahlen müssten.

Arbeitsgruppe hat Alternativen geprüft

Vor der Abstimmung gab es viele Nachfragen. Eine Einwohnerin wollte wissen, ob man sich nicht an die Erschließung eines Neubaugebiets in Elmenhorst anhängen könne. „Das geht nicht“, sagte Hauke, „da ist Hamburg Wasser zuständig.“ Ein Anschluss dort würde für Neritz wesentlich teurer als mit der jetzigen Planung. Alle Alternativen seien sorgfältig geprüft worden. So hat eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe „Wasser“ Alternativen wie eine Wasserversorgung über die „Sülfelder Tannen“ oder Bargteheide geprüft, die sich jedoch schnell als ungeeignet erwiesen hätten, hieß es in der Gemeindevertretung. Auch der Bau eines eigenen Wasserwerks war in Betracht gezogen worden. Ein Anschluss der gesamten Gemeinde an die Wasserversorgung der Bad Oldesloer Stadtwerke sei unter dem Strich die günstigste Lösung.

Gutes Trinkwasser

Trinkwasser von einem öffentlichen Versorgerwird genau kontrolliert, ehe es an die Haushalte verteilt wird. Bis zur heimischen Wasseruhr garantieren die Wasserversorger die Qualität des Wassers, die der Trinkwasserverordnung entsprechen muss. Bei der Versorgung durch einen eigenen Trinkwasserbrunnen muss, vor allem wenn das Wasser an Dritte wie beispielsweise Mieter weitergegeben wird, die Trinkwasserqualität den geltenden Richtlinien und Gesetzen der Trinkwasserverordnung entsprechen. Das muss jeder Betreiber sicherstellen, beispielsweise mit Wasseraufbereitungsanlagen und jährlichen Kontrollen. Quelle: Ivario Trinkwasser-Blog

Hauke konnte auch diejenigen Bürger beruhigen, die ihre Brunnen gerne halten möchten. „Es besteht keine Pflicht dazu, die vorhandenen Brunnen zurückzubauen.“ Da die Gemeinde landwirtschaftlich geprägt sei, bestehe für die Betriebe die Möglichkeit, neben dem neuen Trinkwassernetz auch das Brunnenwasser weiter zu nutzen, wenn das im Rahmen der Trinkwasserverordnung geschehe. „Beide Wasserkreisläufe dürfen nicht miteinander in Berührung kommen“, betonte ein Vertreter der Vereinigten Stadtwerke. Das Brunnenwasser könne aber beispielsweise zum Wässern von Gärten oder zur Versorgung von Tieren weiter genutzt werden. Im Einzelfall seien auch Gespräche über individuelle Lösungen möglich – so haben einige Bürger ihre Brunnen erst vor wenigen Jahren erneuert.

Das Thema Trinkwasserversorgung stieß bei den Neritzern auf großes Interesse. Quelle: Bettina Albrod

Nach der Abstimmung zeigte Bürgermeister Hauke sich erleichtert. „Das ist die richtige Entscheidung für die Gemeinde“, erklärte er, „auch wenn es erst mal wehtut.“ Von den 1,781 Millionen Euro Gesamtkosten für die Maßnahme muss die Gemeinde Neritz 70 Prozent finanzieren. Dafür wird ein Kredit in Höhe von 509 000 Euro nötig, der den Gemeinde-Haushalt künftig mit rund 31 000 Euro Mehrkosten belasten wird.

Mit Baubeginn wird im Sommer 2020 gerechnet. Dann verwandelt sich der Ort in eine Baustelle, denn jeder Gehweg muss für die Verlegung der Rohre geöffnet werden, dazu kommen die Arbeiten auf den privaten Grundstücken. „Hinterher sollen die Gehwege aber wieder in den Zustand gebracht werden, den sie vor der Baumaßnahme hatten.“ Für Bürgermeister Hauke gab es großes Lob für die Art und Weise, wie er das Thema gehandhabt hat.

Von Bettina Albrod

Eine zwölf Meter hohe Nordmanntanne sorgt für weihnachtliche Stimmung an der Paul-von-Schoenaich-Straße

26.11.2019

Am Freitag, 29. November, gehen die Schüler in Bad Oldesloe, Bad Segeberg und Bargteheide wieder auf die Straße. Vor dem Hintergrund des UN-Klimagipfels beteiligen sie sich am globalen Klimastreik und rufen auch die Erwachsenen dazu auf, mitzumachen.

26.11.2019

Große Freude und tiefe Dankbarkeit beim Stormarner Kinderschutzbund und beim Büchener Förderverein für schwersterkrankte Kinder: Gemeinsam mit den Dommusiken erhielten sie je 3000 Euro an Spenden.

26.11.2019