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Stormarn Evangelische Kirchenjugend auf dem Vormarsch
Lokales Stormarn Evangelische Kirchenjugend auf dem Vormarsch
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06:00 10.06.2019
Vivian Rosenkranz, Niels Körner, Levi B. Boje, Finnja Sievers (vordere Reihe v. l.), Lukas Nagel, Sophie Tews, Tim Weidner und Mike Heinemann (hinten, v. l.) wurden als neue Jugendvertreter gewählt. Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

„Bis 2060 verliert die Nordkirche über eine Million ihrer Mitglieder – und folgt damit dem Bundestrend“, besagt eine Studie des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) der Universität Freiburg, welche im Auftrag von EKD und katholischer Bischofskonferenz erstellt worden ist. Bei der vor Kurzem durchgeführten Jugendversammlung der Evangelischen Jugend Bad Oldesloe im Haus der Begegnung war davon nichts zu spüren. „Mit knapp 30 Jugendlichen waren wir doppelt so viel wie im vergangenen Jahr“, erklärt Vivian Rosenkranz.

Die 25-jährige Kreisstädterin engagiert sich mit ihren Brüdern bereits seit mehr als zehn Jahren in der evangelischen Kirchenarbeit – und dass, obwohl die Geschwister aus keiner religiösen Familie kommen. „Meine Eltern wollten es uns überlassen, unseren Glaubensweg zu finden, haben uns deshalb auch nicht getauft“, erzählt die Verwaltungsfachangestellte.

Oldesloer Kirchenjugend

Der Bruder war ein Vorbild

Nachdem sich damals aber Bruder Lennard (26) konfirmieren ließ, folgte sie seinem Beispiel. „Der damalige Pastor hat mir im Konfirmandenunterricht den Freiraum gegeben, mir meinen eigenen Glauben zu bilden“, erinnert sich Vivian Rosenkranz, die daraufhin bei Pastor Karsten Baden-Rühlmann erst die Teamerausbildung absolvierte und dann dem Team treu blieb und seitdem selbst neue Teamer ausbildet.

Seit 2008 gehört sie dabei mit zur Leitung. „Tatsächlich kommt der Großteil meines Freundeskreises aus dem Kirchenbereich, die Kirchengemeinschaft ist wie eine zweite Familie für mich geworden“, betont sie. Und so war es auch zum Großteil diese Gruppe, die ihre kirchliche Trauung mit Ehemann Jannik – er engagiert sich in der Reinfelder Kirchenarbeit – vor zwei Wochen durch Pastor Baden-Rühlmann begleitete.

Kirchensteuer kommt auch der Jugend zugute

Dass sie als Mitglied der Kirche Kirchensteuer zahlen muss, stört Vivian Rosenkranz nicht: „Ein Teil des Geldes fließt ja in die Jugendarbeit zurück, sodass wir damit tolle Aktionen anbieten können.“ Wie die jährliche Sommerjugendfreizeit nach Kalmarehult – da sind übrigens noch Plätze frei, Infos unter www.kalmarehult.de/oldesloe –, eine Fahrt nach Hamburg, um dort „Mister X“ in der realen Welt zu spielen, „Night in Church“, den beliebten Konfi-Kicker-Cup oder das Planspiel zum Reformationstag durchzuführen. Insbesondere die letzten beiden Veranstaltungen mag Niels Körner gern.

50 bis 80 Prozent machen nach Konfirmation weiter

Der 15-Jährige hat gerade seine Teamerausbildung abgeschlossen und wird ab Herbst selbst zum Ausbildungsteam gehören. Tatsächlich absolvieren mehr als 50 Prozent allein aus der Konfi-Gruppe von Jugendpastor Baden-Rühlmann nach der Einsegnung die Teamerausbildung. „Ich meine, im letzten Jahr waren es sogar 80 Prozent“, wirft Niels ein. Seinen Glauben hat er durch seine Mutter mit auf den Weg bekommen, ebenso wie Vivian geht auch er jedoch nicht jeden Sonntag in die Kirche. „Das muss man auch nicht, glauben und beten kann man ja überall“, betonen die beiden.

Jugend hat mehr Stimmen

Mit sechs weiteren Jugendlichen sind Vivian und Niels jetzt zur neuen Jugendvertretung gewählt worden. Diese hat nach einer neuen Verordnung in der Oldesloer Evangelischen Jugend ab sofort mehr Rechte. „Wir gehören zum Jugendbeirat, der sich aus acht Jugendvertretern, vier Kirchengemeinderatsmitgliedern und einem hauptamtlichen Mitarbeiter zusammensetzt. Bisher hatten alle Jugendvertreter bei Abstimmungen nur eine gemeinsame Stimme. Nach der neuen Verordnung haben nun alle acht eine eigene“, erklärt Vivian Rosenkranz die neuen Regularien, die den jungen Leuten mehr Mitspracherecht ermöglicht.

Auch Pastor Karsten Baden-Rühlmann freut sich, dass sich für die neuen Jugendvertreter so viele Freiwillige gefunden haben und deshalb sogar Wahlzettel organisiert werden mussten. „Auch unsere Kirchengemeinde verliert ein Prozent an Mitgliedern pro Jahr“, sagt er. Aber dem Trend wirke der Nachwuchs entgegen.   

Sandra Freundt

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