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Stormarn Kein Weihnachtsmärchen im KuB
Lokales Stormarn Kein Weihnachtsmärchen im KuB
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15:02 22.02.2019
Hier gibt es Zoff: Henning Moss als Teedje (l.) möchte seiner Bühnengattin (Heike Gräpel) einen Fehler verheimlichen. Hinten Norbert Knoll und Jennifer Urbigkeit. Quelle: SUSANNA FOFANA
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Bad Oldesloe

Enttäuschung bei den Mitgliedern der Oldesloer Bühne: Für das diesjährige Weihnachtsmärchen haben sie trotz steigender Besucherzahlen keinen Aufführungsplatz im Saal des Kultur- und Bildungszentrums (KuB) bekommen. Stattdessen müssen nun sämtliche Märchen-Vorstellungen in die Theaterwerkstatt verlegt werden. Für die hatte der Verein vor rund zwei Wochen die Genehmigung als neue Oldesloer Spielstätte erhalten.

Der Antrag auf Nutzung als Spielstätte lief seit etwa einem Jahr und sollte zur Entzerrung von Terminen dienen, wenn der KuB-Saal stark frequentiert ist. Schließlich dauert allein der Bühnen-Aufbau mit Technik etwa fünf Stunden. Dies war bis zur Abendvorstellung nicht zu schaffen, wenn die Oldesloer Bühne als Nutzer erst um 15 Uhr die Schlüssel erhielt, weil es vormittags dort weitere Veranstaltungen gab.

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In „Blickschaden“ sind viele Überraschungen zu erwarten.

Dieses Jahr allerdings seien bereits fast alle Wochenenden vor Weihnachten an Musikschule, Klangstadt oder Auswärtige vergeben. Bühnen-Vorsitzende Heike Gräpel: „Die haben uns gekonnt außen vor gelassen. Es waren keine Termine für uns da.“ Sie fügt hinzu: „Stattdessen soll es im KuB dort zu Weihnachten Gegenveranstaltungen für Oldesloer Kinder von auswärtigen Bühnen geben. Und das finde ich auch nicht so glücklich.“

Ihnen sei gesagt worden, dass ihre Märchenaufführungen erst für Kinder ab sechs Jahren geeignet und zu lang seien. Dabei spielt die Oldesloer Bühne die Grimm’schen Klassiker bereits seit rund 40 Jahren für Kinder ab etwa vier Jahren. Die Eltern, die jetzt als Familie mit ihrem Nachwuchs zu den Aufführungen kommen, hätten die Stücke schon selbst als Kinder gesehen. Die Rückmeldungen der Besucher, auch aus anderen Orten, seien stets positiv gewesen, erzählt Gräpel.

Rückhalt beim Oldesloer Publikum

Großen Rückhalt in der Bevölkerung und viel positiven Zuspruch habe es gegeben, als das Weihnachtsmärchen vor zwei Jahren wegen des Todesfalls eines Hauptdarstellers ausfallen musste. Gräpel ist überzeugt: „Das Oldesloer Publikum wird uns erhalten bleiben. Auch wenn wir es im Moment nicht einfach haben.“

167 Mitglieder zählt der Verein, darunter knapp 60 Kinder und Jugendliche. Bühnenzwerge, Bühnenteens und Bühnenjugend bringen jeweils eigene Stücke auf die Bühne. Dem starken Nachwuchs ist es zu verdanken, dass in den Märchenstücken mittlerweile auch viele Kinder auf der Bühne stehen. Rund 3500 Zuschauer besuchten die Aufführungen von fünf Stücken der Oldesloer Bühne im vorigen Jahr. Selbst zum plattdeutschen Schwank kamen 100 Besucher mehr als sonst.

Neue Bühne muss angeschafft werden

„Einerseits freuen wir uns, dass jetzt der Riesenaufwand mit Auf- und Abbau entfällt, auf der anderen Seite haben wir jetzt jede Menge Arbeit“, drückt es Spielleiterin Marion Teller diplomatisch aus. So müssten eine Bühne angeschafft und die Werkstatt hergerichtet werden. „Wir sehen es ganz positiv. Ich denke, es wird gut angenommen werden“, glaubt Teller. Die Genehmigung durch den Brandschutz erlaube 150 Besucher. Laut Bestuhlungsplan würden jedoch nur 117 hineinpassen.

Statt der fünf Aufführungen, die sie früher in der größeren Festhalle mit rund 350 Sitzplätzen stemmten, und der elf Aufführungen, die es im kleineren KuB-Saal mit unter 200 Sitzen waren, werden sie in diesem Jahr wohl mindestens 14 Mal vor Weihnachten spielen müssen. 300 kleine und große Besucher mehr als davor seien im vorigen Jahr zu den Weihnachtsmärchen gekommen. Vermutlich durch die neuen Vormittagsaufführungen für die Schulen.

Die Termine

Premiere für „Blickschaden ist am Donnerstag, 7. März, 20 Uhr, im KuB-Saal. Weitere Aufführungen sind am 8. März (20 Uhr), 9. März (19 Uhr), 15. März (20 Uhr), 16. März (15 Uhr) und 17. März (18 Uhr) geplant.

Die Karten kosten im Vorverkauf 10,50 Euro, Reservierung und Abendkasse 13,50 Euro. Tickets gibt es in der Stadtinfo im KuB, bei Mirus-Augenoptik oder per E-Mail an karten@oldesloerbuehne.de.

Karten gibt es auch bereits für die Stücke des Bühnen-Nachwuchses. „Barry Butter und die doppelte Henriette“ der Bühnenteens ab 3. Mai, „Arsen und Spitzenhäubchen“ der Bühnenjugend ab 18. Mai und „Das Geheimnis des alten Hauses“ der Bühnenzwerge ab 20. Juni.

Zugunsten der Oldesloer Bühne und insbesondere der Kinder- und Jugendarbeit gibt es am Sonnabend, 30. März, 20 Uhr, ein gemeinsames Konzert mit den Oldesloer Bands Kornfield und Dog Hill Session. Für 12,50 Euro gibt es Karten bei den Musikern, der Bühne und bei Mirus.

Infos:
www.oldesloerbuehne.de

Probe für „Blickschaden“ läuft

Derzeit wird gerade für das nächste plattdeutsche Stück „Blickschaden“ geprobt. Zwei Wochen vor der Premiere läuft es auch hier nicht ganz rund. Eine Mitspielerin könnte durch Krankheit ausfallen. Eine schnelle Entscheidung muss bei der Probe her. Die Rolle ganz streichen oder aber Ersatz suchen. Die Entscheidung fällt für eine Ersatzspielerin, die nun flugs den Text lernen muss. Viel Zeit bleibt ihr dafür nicht.

„Mord und Totschlag und jede Menge Liebe“, enthält das neue Stück „Blickschaden“ laut Regisseurin Ingeburg Büll-Meynerts. Am Donnerstag, 7. März, 20 Uhr, ist die Premiere im KuB-Saal. Die Hauptrolle als Teedje spielt Henning Moss. Klar, dass er es mit allen Mitteln vor seiner Frau Hille, gespielt von Heike Gräpel, verheimlichen möchte, als er das neue Auto gegen einen Baum fährt.

Auch Ines Lachs gehört zu den acht Darstellern auf der Bühne. Als „Gesine“ und Schwester von „Hille“ spielt die Oldesloerin bereits zum vierten Mal in einem plattdeutschen Stück der Oldesloer Bühne mit. „Ein Stück, in dem ich alle Fazetten zeigen kann von zickig über traurig, himmelhoch jauchzend bis hin zu verliebt.“ Selbst ihren ehemaligen Verlobten Lüder Bloom, gespielt von Wolfgang Wriedt, trifft sie laut Story in dem Stück wieder.

Marion Teller ist seit fast einem Jahr die Spielleiterin bei der Oldesloer Bühne. Zwar ist sie bereits seit 1992 dort Mitglied und stand in den 90er Jahren auf der Bühne. Drei Kinder und Job waren dann jedoch zu viel für das Hobby und sie stieg erst 2007 wieder als Spielerin ein. Als sie 2016 zum ersten Mal Regie führte, hatte sie auch daran „sehr viel Spaß“. Bleibt zu hoffen, dass den Laiendarstellern trotz der momentanen Probleme die Freude an ihrem Kultur-Hobby erhalten bleibt.

Susanna Fofana

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