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Stormarn Neue Reinfelder Bahnbrücke könnte Lärm verursachen
Lokales Stormarn Neue Reinfelder Bahnbrücke könnte Lärm verursachen
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07:00 09.09.2019
Am Ende der Feldstraße/Ecke Holländerkoppel soll die Brücke gebaut werden. Sie soll in einem Bogen über die Wiese und die Bahnschienen zum Bahnhofsvorplatz führen. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Ein Mammutprojekt ist in Reinfeld geplant: Eine Brücke soll sich vom „Schlammloch“-Parkplatz am Bahnhof in einem Bogen über die Gleise hoch zur Feldstraße schwingen. 2020 sollen die Bauarbeiten starten. Geschätzte Kosten laut Eisenbahnkreuzungsvereinbarung von 2017: rund 7,3 Millionen Euro. Aktuellere Zahlen liegen derzeit noch nicht vor. Nur so viel: Bund, Bahn und Stadt sollen jeweils ein Drittel der Kosten tragen.

Gespräch im November

Am 25. November sind Vertreter der Bahn zum Stadtentwicklungsausschuss geladen. „Ich habe die Bahn eingeladen, um über die Fehmarnbeltquerung, die Reinfelder Bahnquerung und Lärmschutzmaßnahmen zur Bestandsinfrastruktur zu sprechen“, sagt Ausschussvorsitzender Dr. Stefan Weber (SPD). Drei Bahnvertreter hätten sich angekündigt, um die Themen im Ausschuss zu diskutieren. Ziel sei, die Fakten soweit möglich auf den Tisch zu legen, um für die Zukunft entsprechend eine optimierte Planung angehen zu können.

Der Ausschuss tagt am Montag, 25. November, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Neuen Rathauses.

Tatsächlich dürfte das Bauvorhaben um einiges teurer werden. Die Neugestaltung des Verkehrsknotenpunktes an der B 75/Feldstraße/BAB-Zubringer muss noch berücksichtigt werden, hinzu kommen die konjunkturelle Steigerung der Baukosten und Maßnahmen für den Lärmschutz. Reinfeld rechnet mit 16 000 Fahrzeugen, die täglich über die Brücke in die Stadt fahren. Vor allem Anwohner des Bischofsteicher Wegs dürften unter der Geräuschkulisse leiden.

Wir-Fraktion wollte Tunnel-Lösung

Die Bahnquerung: ein brisantes Thema in Reinfeld. Seit vier Jahrzehnten wird das Vorhaben heiß diskutiert. Im Zuge des geplanten Baus einer festen Fehmarnbelt-Querung gewann die Alternative zum beschrankten Bahnübergang am Zuschlag immer mehr an Relevanz. Bis zu 200 Züge sollen künftig täglich durch die Karpfenstadt rollen. „Die Bahnschranken gehen dann gar nicht mehr auf“, warnte schon vor Jahren Reinfelds ehemaliger Bürgervorsteher Hans-Peter Lippardt. 2012 stimmten CDU und SPD für eine Brücke. Die Wir-Fraktion plädierte für eine Tunnel-Lösung, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Die Straße Am Zuschlag soll nur noch für Anwohner befahrbar sein. Die Bahnschranken werden geschlossen, wenn die Brücke kommt. Quelle: Britta Matzen

Dann gab es noch die sogenannte „Bode-Lösung“. Der Reinfelder Spediteur dieses Namens hatte zusammen mit Fachleuten vorgeschlagen, einen Tunnel am kleinen Bahnübergang an der Straße Voßkaten zu bauen und die Straße anschließend am Amt Nordstormarn bis zur Bundesstraße entlang laufen und dort in einen Kreisverkehr münden zu lassen. „Ich hatte auch grundstücksmäßig alles abgeklärt. Es wäre kein Problem gewesen“, sagt Eckhard Bode. Dass sich die Politik dennoch für die Brückenlösung entschied, hält der Seniorchef der Spedition für keine gute Lösung. „Das schallt ohne Ende“, befürchtet Bode.

Rauschende Dauerbeschallung durch die Brücke

Auch der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Dr. Stefan Weber, sieht dieses Problem. „Die Hauptleidtragenden werden diejenigen sein, die auf der Bischofsteicher Seite gegenüber der Brücke wohnen. Wenn die eine rauschende Dauerbeschallung kriegen – das wäre schon ein Nachteil. Deshalb ist Lärmschutz natürlich wichtig.“ Die Politik sei gefragt, eine vernünftige Kosten-Nutzen-Abwägung hinzubekommen. „Damit die Wohn- und Lebensverhältnisse in Reinfeld möglichst auf einem hohen Niveau verbleiben und dieses Bauwerk nicht dazu führt, dass Teile der Bevölkerung zu sehr darunter leiden müssen.“

Eine Alternative zu der Brücken-Konstruktion sieht Weber nicht. „Tunnellösungen hatten sich offenbar nach Einschätzung aller Beteiligten aufgrund der topographischen Verhältnisse als zu kompliziert und zu kostspielig herausgestellt. Einfach, weil man das abschüssige Gelände hat.“

Besserer Lärmschutz ist möglich

Im Zuge der B-Plan-Aufstellung sei bereits ein Lärmschutzgutachten erstellt worden. „Aber das Gutachten ist noch nicht final. Die konkrete Durchführungsplanung für die Brücke steht noch aus“, so Weber. Diese soll Anfang 2020 von der Verwaltung vorgelegt werden. Anschließend werde sich der Bauausschuss mit der Umsetzung beschäftigen. Weber: „Es wird konkret festgeschrieben werden müssen, welche Lärmschutzmaßnahmen an dieser Brücke erfolgen. Einerseits gibt es die gesetzlichen Anforderungen. Andererseits gibt es die Möglichkeit, politisch unter Zusatzkosten einen besseren Lärmschutz zu gewährleisten.“

Man könne zum Beispiel über Flüsterasphalt nachdenken oder über spezielle Lärmschutzwände. „Die zentrale Zielsetzung: Man sollte es möglichst gut umzusetzen. Theoretisch ist maximaler Lärmschutz bei so einer Brücke möglich. Man muss nur schauen, dass es von der Finanzkraft Reinfelds tragbar ist. Ich denke, dass deshalb ein gewisser Kompromiss zustande kommt.“

Wann wird das Bauwerk wirklich fertig?

Die Wir-Fraktion war von Anfang an gegen eine Brückenlösung. Jens Löper erläutert die Gründe dafür: „Wenn man sich zum Beispiel Bad Oldesloe ansieht, in der Ratzeburger Straße ist ein Trog unter der Bahn. Das sieht doch jeder, dass das wartungsfreier ist als eine Brücke und von höherer Lebensdauer. Man denke nur an die Köhlbrandbrücke, die jetzt nach 45 Jahren marode ist.“ Zudem sei der Oldesloer Tunnel nach seinem Dafürhalten eine sehr elegante Lösung, die wenig auffalle. „Auch was Winterdienst anbelangt ist das unproblematischer als so eine Riesenbrücke. Aber die demokratischen Kräfte waren damals so, dass wir uns mit unserer Meinung nicht durchringen konnten. Die Mehrheit wollte die Brücke, sie ist jetzt auch geplant.“ Für Löper und die Wir-Fraktion sind deshalb vor allem diese Fragen entscheidend: „Wird der Terminplan eingehalten? Und wann wird das Bauwerk wirklich fertig?“

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Von Britta Matzen

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