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18:14 20.11.2018
Diese neue Skulptur steht jetzt im Oldesloer Kinderrechtepark auf dem Oldesloer Exer. Quelle: Dorothea von Dahlen
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Bad Oldesloe

 Früher einmal sägte er das Holz zurecht, um Fenster, Türen oder Tische anzufertigen. Den Beruf des Schreiners übt der Oldesloer Erich Will zwar schon lange nicht mehr aus. Seine handwerklichen Fertigkeiten stellt der Rentner aber gern in den Dienst einer guten Sache. Und so ließ er sich nicht lange bitten, als er gefragt wurde, ob er zwei neue Skulpturen für den Oldesloer Kinderrechtepark ehrenamtlich bauen könnte. Die Vorlage für das interaktive Kunstwerk lieferte übrigens die im Kinderhaus Blauer Elefant tätige Kunsttherapeutin Christina Reichard, mit bunten Motiven schmückten unter Anleitung des Oldesloer Sprayers Philip Beyer fünf junge Nachwuchstalente die beiden Fotowände. Das Ergebnis dieser fruchtbaren Zusammenarbeit kann jetzt auf dem Exer bewundert werden. Pünktlich zum internationalen Kinderrechtetag wurden alles gestern offiziell in Betrieb genommen. Dem kleinen Festakt wohnten auch Bürgerworthalterin Hildegard Pontow und Vertreterinnen aus der Oldesloer Stadtverwaltung bei.

Foto-Shooting durch Gucklöcher macht Spaß

Dass schneidender Wind herrschte, vermochte keines der Mädchen und Jungen vom Kinderhaus Blauer Elefant davon abzuhalten, die Köpfchen durch die Gucklöcher der Stellwände zu stecken oder auf der neuen Slackline zu balancieren. Begeistert probierten sie auch andere Spielgeräte aus, die im Elefanto-Mobil zum Fest gebracht wurden. Und wer wollte, konnte sich in einem quietschbunten Zelt aufwärmen, das zur Feier des Tages auf dem Platz aufgebaut worden war.

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Interaktives Kunstwerk erinnert an Rechte der Kinder

Auftraggeber des interaktiven Kunstwerks war übrigens der Kinderschutzbund. „Wir erweitern damit den Kinderrechtepark, den es jetzt schon seit 2011 in Bad Oldesloe gibt“, sagte die Vorsitzende der Organisation, Birgitt Zabel. Das Areal am Exer sei damals eigens eingerichtet worden, um daran zu erinnern, dass auch die Belange und Wünsche von Kindern respektiert und eingelöst werden sollten. „1989, also fast vor 30 Jahren, ist die UN-Kinderrechtskonvention beschlossen worden. Und in Deutschland sind Kinderrechte immer noch nicht Bestandteil des Grundgesetzes“, mahnte Zabel an, dass sich auch hierzulande die Politik des Themas annehmen sollte. Wie die anderen Skulpturen im Park spielten auch die beiden neu hinzugekommenen auf eine Lebenssituation an, die für Kinder besonders wichtig sei, ergänzte die Leiterin des Blauen Elefanten, Renate Günther. So werde damit auch in diesem Jahr ein ganz bestimmter Gedanke transportiert. „Das Kunstwerk greift das Recht von Kindern auf ihre Eltern auf und thematisiert die Trennung der Eltern und was dies für Kinder bedeuten kann. Es lädt so spielerisch dazu ein, sich mit dem Thema Recht auf elterliche Fürsorge auseinander zu setzen“, erläuterte Renate Günther.

 

Dorothea von Dahlen

20.11.2018
20.11.2018