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Stormarn Neuer Sparkassenchef setzt auf Geschäfte in der Fläche
Lokales Stormarn Neuer Sparkassenchef setzt auf Geschäfte in der Fläche
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22:55 24.05.2018
Stellten den neuen Chef vor: die Landräte Reinhard Sager (v. l.) und Henning Görtz mit Thomas Piehl.
Stellten den neuen Chef vor: die Landräte Reinhard Sager (v. l.) und Henning Görtz mit Thomas Piehl. Quelle: Fotos: Mt/ln
Bad Oldesloe/Eutin

Es habe allerdings auch keine anderen Bewerber gegeben, sagte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) im Anschluss an die jüngste Zweckverbandssitzung in Eutin. Hier musste der Kandidat seine letzte von insgesamt fünf Vorstellungsrunden bestreiten. Es habe zuvor ausschließlich eine einhellige Zustimmung im Verwaltungsrat sowie im Personalrat des Geldinstitutes gegeben, erläuterte Stormarns Landrat Henning Görtz (CDU) als Vorsitzender des Verbandes. Die beiden Kreise Stormarn und Ostholstein sind gemeinsamer Träger der Sparkasse Holstein.

 

Steht seit zwölf Jahren an der Spitze: Martin Lüdiger.

In Großhansdorf zu Hause

Thomas Piehl ist Diplom-Sparkassenbetriebswirt und hat seinen Beruf vor allem bei der Haspa erlernt. Er war unter anderem außerhalb Hamburgs in verantwortlicher Position für das Geldinstitut tätig.

Der neue Sparkassenchef ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Er lebt in Großhansdorf und ist nach eigenen Worten ein begeisterter Handballspieler.

In den vergangenen Wochen hatte auch eine Personalberatung Ausschau nach einem potenziellen Vorstandschef gehalten, erläuterte Landrat Reinhard Sager. Und so sei Thomas Piehl angesprochen worden, ob er sich einen Wechsel vorstellen könne – er konnte. „Es reizt mich, es ist eine Herausforderung und ich habe ein gutes Gefühl dabei“, so der künftige Sparkassenchef. Er machte allerdings auch keinen Hehl daraus, dass er sich in seiner bisherigen Position auch sehr wohlgefühlt habe – er gehört seit gut acht Jahren dem Vorstand der Sparkasse Lüneburg an, davon in den vergangenen zwei Jahren als Vorsitzender.

„Ich glaube an die Sparkassen-Idee“, stellte Thomas Piehl klar. Und für die neue Aufgabe bei der Sparkasse Holstein gebe es eine zusätzliche Motivation: Das Geschäftsgebiet fange ja in Hamburg an und reiche bis Fehmarn: „Auch da möchte ich meine Erfahrungen mit einbringen.“

Der künftige Vorstandsvorsitzende wurde während seiner Vorstellung von Verbandsmitgliedern mit der Befürchtung konfrontiert, die Sparkasse Holstein könne sich immer mehr aus ländlichen Regionen zurückziehen. „Wir müssen wieder näher an die Menschen heran, dazu auch ein Stück weiter wieder in die Fläche“, lautete dazu die Antwort. Es müsse auch geplant werden, wie Filialen in der Zukunft aussehen könnten. Thomas Piehl wies außerdem darauf hin, dass es keine Standortgarantie für alle Filialen geben könne: „Wir müssen schauen, wo wir unsere Filialen haben – und wo Einzelhandel möglich ist, ist auch eine Filiale möglich, nicht nur mit Service sondern auch mit Kompetenz.“

Das Geschäft werde in der Zukunft nicht einfacher, blickte Thomas Piehl voraus: „Da ist es wichtig, dass man die Fläche beherrscht.“ Der 56-Jährige, der im Rahmen seiner beruflichen Karriere auch verschiedene Führungspositionen bei der Hamburger Sparkasse (Haspa) innehatte, skizzierte die Region an der Elbmetropole als einen besonders umkämpften Markt. „Da brauchen wir intelligente Strategien, denn die Haspa will in unseren Markt. Wir dürfe uns nicht damit abfinden, dass dann die Sparkasse Holstein immer kleiner und die Haspa immer größer wird.“

Thomas Piehl wies auf seine Erfahrungen als Vorstandsmitglied im niedersächsischen Lüneburg hin. Auch hier habe die Konkurrenz aus Hamburg mit äußerst günstigen Konditionen bei der Vergabe von Krediten gearbeitet: Deshalb müssen wir versuchen, wieder etwas zurückzugewinnen, wenn uns die Haspa etwas wegnehmen will.“ Die Sparkasse Holstein sieht der künftige Chef gut aufgestellt – auch angesichts ihrer Größe mit einer jährlichen Bilanzsumme von 6,2 Milliarden Euro und rund 1000 Mitarbeitern. „Vielleicht können wir im nächsten Jahr eine Zukunftswerkstatt starten“, lautete ein Vorschlag.

Sein Vorgänger Martin Lüdiger (60) scheidet Ende Juni auf eigenen Wunsch aus dem Amt. Er gehört dem Sparkassen-Vorstand seit insgesamt 18 Jahren an – davon die vergangenen zwölf Jahre als Vorsitzender.

„Verwaltungsrat und Zweckverband danken Martin Lüdiger schon jetzt für die vielen Jahre erfolgreicher Arbeit. Die Sparkasse Holstein ist extrem erfolgreich und die leistungsstärkste Sparkasse in Schleswig-Holstein“, betonte Stormarns Landrat Henning Görtz.

Während der Übergangsphase – von Juli bis Anfang des kommenden Jahres – leitet der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Joachim Wallmeroth das Unternehmen. Der dreiköpfige Vorstand wird weiterhin durch Michael Ringelhann komplettiert. Thomas Piehl wurde für fünf Jahre bestellt.

 Michael Thormählen