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Stormarn Neues Baulückenkataster weist viele freie Fläche aus
Lokales Stormarn Neues Baulückenkataster weist viele freie Fläche aus
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16:00 23.06.2019
Die mögliche Bebauung der landwirtschaftlichen Flächen am Dröhnhorster Weg hatten Thorsten Bartholl, Ulrike Liese und Ina Lochte (v. r.) zur Gründung der Initiative „Pro Reinfeld“ veranlasst. Ina Lochte sieht die jüngste Entwicklung im Stadtentwicklungsausschuss als „Etappensieg“. Quelle: Petra Dreu
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Reinfeld

Lang ist die Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, der am Montag, 24. Juni, im Sitzungssaal des neuen Rathauses tagt. Vorgestellt werden soll dort unter anderem das neue Baulückenkataster, das mehr Bauplätze offenbart als viele ahnen. Außerdem möchten SPD, WIR und Bündnis 90/Die Grünen einen „Bunter Tisch“ auf den Weg bringen, der den grünen Ring um Reinfeld stärken soll.

Stadtentwicklungsausschuss am 24. Juni

Die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr beginnt am Montag, 24. Juni, um 19 Uhr im Sitzungssaal des neuen Rathauses, Paul-von-Schoenaich-Straße 7. Auf der Tagesordnung stehen neben der Vorstellung des neuen Baulückenkatasters unter anderem Flächen, die als „Blühstreifen“ geeignet sind.

Die Ausschussmitglieder sollen zudem die Weichen für eine Erweiterung des Bauhofes stellen. Neben dem gemeinsamen Antrag von SPD, WIR und Bündnis 90/Die Grünen zum „Bunten Tisch“ drückt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit einem eigenen Antrag zudem auf die Tube bei der Einrichtung einer Stelle für Klimaschutzmanagement.

Eine neue und bezahlbare Wohnung in Reinfeld zu finden, ist nicht einfach. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren immer wieder der Ruf nach Bauland laut. Für Wirbel hatten dabei die mögliche Ausweisung eines Neubaugebietes im Bereich Dröhnhorster Weg/Kalkgraben gesorgt. Immerhin 170 000 Quadratmeter Fläche stehen dort zusätzlich zu den bereits im Flächennutzungsplan ausgewiesenen 80 000 Quadratmetern Bauland zur Disposition.

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Neues Baugebiet am Dröhnhorster Weg ist vorerst vom Tisch

Schnell regte sich gegen diese Pläne Widerstand, zumal für eine Ausweisung eines so großen Baugebietes der Dröhnhorster Weg zu schmal ist. Teile der vorhandenen Bebauung dort hätten dafür weichen müssen, wogegen sich die Initiative „Pro Reinfeld vehement gewehrt hat. Offenbar mit Erfolg, denn in einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses wurde vor Kurzem der gemeinsame Antrag von SPD, WIR und Grüne beschlossen, die Änderung des Flächennutzungsplanes im Westen der Stadt nicht weiterzuverfolgen, womit auch ein neues Baugebiet am Dröhnhorster Weg vom Tisch wäre.

„Das ist eine Entscheidung für die Menschen in Reinfeld gewesen. Dieser Beschluss war vernünftig, zukunftsweisend und vorausschauend“, sagt Ina Lochte, eine der Sprecherinnen der Initiative „Pro Reinfeld“, die sich über den jüngsten Beschluss zwar freut, die Schlacht allerdings noch nicht für geschlagen hält. „Aber es ist ein Etappensieg“, glaubt sie.

„Bunter Tisch“ soll Verwirklichung der Ziele unterstützen

Gemäß dem Antrag der drei Fraktionen vom 13. Mai hatte der Stadtentwicklungsausschuss ebenfalls beschlossen, den grünen Ring um Reinfeld deutlich zu stärken und mehr Bereiche für Erholung, Natur- und Gewässerschutz ausweisen. Um das gemeinsame Ansinnen in die richtige Bahn lenken zu können, setzen sie auf einen Arbeitskreis „Bunter Tisch“, der kein politisches Gremium mit Entscheidungsbefugnissen sein soll, sondern als Gruppe bei der Verwirklichung der gesetzten Ziele mitarbeiten soll. Ihm sollen Vertreter von Naturschutzorganisationen, insbesondere des NABU Reinfeld-Nordstormarn, Experten des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst, Vertreter der Reinfelder Land- und Forstwirtschaft, der Reinfelder Jägerschaft, der Reinfelder Teichpächter, Vertreter vom „Runden Tisch“ in Reinfeld und der Fraktionen angehören. Er soll am Montag als Antrag beschlossen werden.

Dass es in Reinfeld noch viele Bauflächen gibt, ist dem neuen Baulückenkataster zu entnehmen, das in der Sitzung vorgestellt werden soll. Wie Stephan Kruse, Fachbereichsleiter Bau und Umwelt, bereits in der Mai-Sitzung erläuterte, gebe es in Reinfeld weit über 100 Baugrundstücke, die teilweise in zweiter Reihe sofort bebaubar wären. Die wenigsten Grundstückseigentümer jedoch hätten eine solche Möglichkeit je in Betracht gezogen.

Petra Dreu