Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Neues Gewerbegebiet für Reinfeld
Lokales Stormarn Neues Gewerbegebiet für Reinfeld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 21.08.2019
Auf dieser Koppel an der Lokfelder Straße soll Reinfelds neues Gewerbegebiet entstehen. Im Hintergrund verläuft die Autobahn. Das Gelände grenzt an das Gewerbegebiet in der Barnitzer Straße an. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Reinfelds Gewerbeflächen sollen sich ausdehnen. Zur ersten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nach den Sommerferien stellte der Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), Detlev Hinselmann, den Kommunalpolitikern Pläne für neue Gewerbegebiete vor.

Positive Signale vom Eigentümer

„In Reinfeld gibt es so gut wie keine freie Fläche mehr, wir wollen deshalb ein vernünftiges Flächenangebot für die Stadt finden“, sagte Hinselmann. Denn die Gewerbenachfrage im Metropolraum Hamburg sei hoch. Für eine Ansiedlung in der Karpfenstadt komme kurzfristig vor allem ein Areal in Frage: ein sieben Hektar großes Grundstück in der Lokfelder Straße direkt an der Autobahn. „Das ist eine Fortsetzung des bisherigen Gewerbegebietes über die Lokfelder Straße Richtung Westen“, so Hinselmann. Das Land sei gesichert, da es vom Eigentümer positive Signale gebe.

Weitere Gewerbeflächen-Potenziale

Neben der Fläche direkt an der Autobahn stellte WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann weitere Pläne für Gewerbegebiete im Raum Reinfeld vor. Zum einen plädierte er dafür, die Fläche direkt gegenüber von Lidl zwischen Lokfelder Straße und B 75 als Gewerbegebiet auszuweisen. Diese ist etwa sechs Hektar groß und im Flächennutzungsplan als Gemeinbedarfsfläche beschrieben. „Aktuell gibt es aber noch nicht vollständig abgeschlossene Diskussionen, ob dort ein Wohn-, Gewerbe- oder Mischgebiet geschaffen werden soll“, fasste Ausschussvorsitzender Stefan Weber zusammen.

Südlich der Autobahn auf der Barnitzer Seite war bisher eine rote Linie. Eine Gewerbeentwicklung war dort ausgeschlossen. „Jetzt wird aber der Regionalplan Schleswig-Holstein nach 20 Jahren neu aufgestellt. Das ist eine raumordnerische Struktur, die in Kiel in Zusammenarbeit mit den Kommunen entworfen wird“, informiert Detlev Hinselmann. Vor diesem Hintergrund wies der WAS-Geschäftsführer darauf hin, dass die Stadt Reinfeld und die Gemeinde Barnitz jetzt die Chance hätten, sich für eine gewerbliche Ansiedlung südlich der Autobahn auszusprechen. „Diese Entwicklung wäre perspektivisch. Das wird nicht in den nächsten zwei, drei Jahren passieren, sondern in fünf oder zehn Jahren“, sagte Hinselmann.

Voraussetzung sei, dass beide Gemeinden interkommunal agierten. „Das ist meine Empfehlung an Reinfeld und Barnitz, eine Zusammenarbeit anzustreben und sich die gewerbliche Ansiedlung dadurch rein rechtlich zu sichern. Das heißt aber noch lange nicht, dass da der Bagger rollt“, betonte Hinselmann. Sollte allerdings Hinselmanns Vision wahr werden, könnte in diesem Zuge auch die Autobahnabfahrt Richtung Süden erweitert werden. „Und genau da würde man auch anfangen, zu entwickeln.“

Neue Arbeitsplätze, mehr Steuereinnahmen

Im Flächennutzungsplan sind die sieben Hektar schon als Gewerbegebiet angedacht. Zuspruch für das Vorhaben kommt auch aus der Politik. „Alle scheinen sich darüber einig zu sein, dass die Gewerbeentwicklung an der Autobahn gewünscht ist“, berichtete Stadtentwicklungsausschussvorsitzender Stefan Weber (SPD). Schließlich könnten neue gewerbliche Ansiedlungen im Idealfall neue Arbeitsplätze schaffen und Steuereinnahmen für die Stadt generieren.

Nachteile der Gewerbeansiedlungen

„Auf der negativen Seite ist klar, wir müssen Flächen dafür aufgeben, die für andere Zwecke wie Erholung, Klimaschutz oder Wohnbebauung dann zwangsläufig verbraucht sind“, sagte Weber. Zudem könne eine Gewerbeansiedlung auch weitere Nachteile mit sich bringen: Straßen, die von Lkw zugeparkt würden, illegale Müllentsorgung, Ansiedlung von Unternehmen mit großem Flächenverbrauch, aber nur wenigen Arbeitsplätzen und wenig Steuereinnahmen. „Manche gewerblichen Nutzungen verursachen zudem Emissionen, die negative Auswirkungen auf Umwelt und Lebensqualität in Reinfeld haben können. Unser Ziel muss es deshalb sein, die Entwicklung in die richtigen Bahnen zu lenken, damit die Reinfelder den maximalen Nutzen generieren“, so Weber.

Dazu nahm auch der WAS-Entwickler Stellung „Wir sind bemüht, dass wir idealerweise gut bezahlte Arbeitsplätze in Verbindung mit Gewerbesteuereinnahmen für die Kommune im Vordergrund unserer Matrix sehen. Die Ansiedlung wird aber nicht viel anders aussehen, als das, was Reinfeld im Gewerbegebiet bereits hat.“ Auch an Oldesloe und Ahrensburg könne man sich orientieren. Hinselmann betonte jedoch, dass er durchaus Potenzial sehe, „vernünftige“ Firmen zu bekommen.

Nachfragen aus dem Raum Reinfeld

Im Schnitt 4000 Quadratmeter groß sollen die Grundstücke sein, die die WAS im neuen Gewerbegebiet an der Autobahn erschließen und an Unternehmen verkaufen will. Zum Preis kann Hinselmann noch keine Angaben machen. „Circa 15 Unternehmen sollen sich ansiedeln. Wir haben schon Nachfragen, vor allem aus dem Raum Reinfeld. Das ist ein gutes Zeichen, dass der Standort funktioniert.“

Startschuss in wenigen Wochen

Die nächsten Schritte: Ein Planungsteam soll gemeinsam mit der Stadtverwaltung zusammengestellt werden. „Dann wollen wir mit dem Bauleitverfahren loslegen. Startschuss ist der sogenannte Aufstellungsbeschluss im Stadtentwicklungsausschuss. Dafür brauchen wir noch ein paar Wochen oder Monate, aber wir bereiten das jetzt vor“, so der WAS-Geschäftsführer. Schon in zwei Jahren sollen sich die ersten Firmen im neuen Reinfelder Gewerbegebiet an der Lokfelder Straße niederlassen.

Von Britta Matzen

Bei der jüngsten Stadtteilbegehung in Bad Oldesloe mit Bürgermeister Jörg Lembke wurden einige Punkte angesprochen, unter anderem defekte Laternen und gefährliche Situationen im Straßenverkehr.

21.08.2019

Schlüsselübergabe beim DRK Reinfeld: Nach langer Suche und schwierigen Verhandlungen konnte eine neue Unterkunft in der Holländerkoppel gefunden werden.

21.08.2019

Die Stormarner freuen sich auf das Event: Am Sonntag fahren Tausende von Hobbyradlern und Profis im Rahmen der Cyclassics durch den Süden des Kreises. Auf der Startliste stehen sechs Etappensieger der diesjährigen Tour de France.

21.08.2019