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Stormarn Neustart mit schwarzer Null
Lokales Stormarn Neustart mit schwarzer Null
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18:10 28.03.2018
Joachim Krämer (v.l.), Birte Kruse-Gobrecht, Olaf Nehls, Anja Libnau, Werner Reese und Rainer Wiegard vom Treuhandverein Kleines Theater Bargteheide ziehen eine positive Bilanz.
Joachim Krämer (v.l.), Birte Kruse-Gobrecht, Olaf Nehls, Anja Libnau, Werner Reese und Rainer Wiegard vom Treuhandverein Kleines Theater Bargteheide ziehen eine positive Bilanz. Quelle: Foto: B.albrod
Bargteheide

Gleichzeitig hat sich der Verein neue Ziele gesetzt: Das Publikum soll jünger werden, regionale Künstler sollen eine Plattform bekommen und es wird jemand gesucht, der acht bis zehn Theatergastspiele im Jahr nach Bargteheide holt. Damit soll die Lücke gefüllt werden, die der „Kulturring Bargteheide“ hinterlassen hat – der hatte sich nach 50 Jahren nach einem Streit mit dem Trägerverein und der Stadt aufgelöst.

„Wir konnten 2017 ein vielseitiges Programm anbieten, das gut angekommen ist“, erklärt Olaf Nehls, Vorsitzender des Treuhandvereins. Hauptmagnet war die Theaterschule, die allein mit den Weihnachtsmärchen 14000 Besucher angezogen hat. „Am Weihnachtsprogramm wird sich nichts Grundsätzliches ändern“, verspricht Nehls. „Auch in diesem Jahr soll es zwei oder drei Weihnachtsmärchen geben.“ Denn auch die Theaterschule, die einen eigenen Verein darstellt, hatte sich im Streit getrennt; in dem Zuge war der gesamte Vorstand zurückgetreten. Zudem hat Caroline Dibbern, die als Nachfolgerin ihrer Mutter mit der Theaterschule gearbeitet hatte, das Kleine Theater verlassen. „Die Theaterschule hat jetzt einen neuen Vorstand, der mit Euphorie dabei ist“, so Nehls weiter.

Prägend sei hier Kulturwissenschaftler und Theaterpädagoge Kai Fischer.

Der Treuhandverein, dessen Vorstand auch Bargteheides Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht angehört, hat die Aufgabe, alle Kulturangebote in Bargteheide abzustimmen. „Wir haben die Koordination, nicht die Regie“, betont Nehls. Zusätzlich holt der Verein interessante Künstler nach Bargteheide.

Neben Trägerverein und Theaterschule gehören das Kino, der Verschönerungsverein Bargteheide, das Oldie-Kabarett und die Jugendschauspielgruppe unter das Dach des Kleinen Theaters, dessen Bühne sie sich teilen. Auch das Restaurant ist Pächter im Haus. „Bei vielen Interessenten gibt es auch viele Blickwinkel“, sagt Birte Kruse-Gobrecht. „Deshalb befinden wir uns im regelmäßigen Austausch mit allen Partnern. Die Frage ist, wie sie sich wiederfinden können.“ Das Haus sei eine feste kulturelle Institution, das solle auch so bleiben. Alle leisteten dazu einen wichtigen Beitrag.

Insgesamt, so die Bürgermeisterin, funktioniere die jetzige Struktur gut, allerdings müsse sie so aufgestellt werden, dass sie personenunabhängig arbeiten könne. Ein Intendant ist für das Kleine Theater zu teuer. Das Haus schreibt eine schwarze Null, braucht aber den jährlichen Zuschuss von der Stadt. „Durch die hohe Besucherzahl haben wir 160000 Euro Erlös erzielt“, rechnet Rainer Wiegard vom Vorstand vor. „Das deckt die Ausgaben.“ Herzstück des Theaters bleibe die Theaterschule, die mit 38000 Euro im Jahr von der Stadt gefördert werde.

Sanierung läuft

Fast 500 000 Euro sind in zwei Jahren in Sanierung und Technik des Hauses geflossen, 2019 soll es weitere Verbesserungen geben. Mit einem Online-Ticketverkauf ist das Haus in der Moderne angekommen. „Über 80 Prozent der Karten werden jetzt online gekauft“, so Anja Libnau vom Vorstand. 2019 kommt ein neuer Tanzboden auf die Bühne, und es wird eine Schwerhörigenanlage installiert. Mit vier Theatergastspielen pro Spielzeit soll zumindest ein Teil des Bedarfs nach Theater gedeckt werden. „Viele Leute sprechen uns an, dass sie mehr Theater in Bargteheide erleben wollen“, sagt Nehls.

Das Programm ist jetzt online www.kleines-theater-bargteheide.de

Bettina Albrod

28.03.2018
28.03.2018